Weiterbildung für Jugendwarte

Organisation und Infos

Entwurf: noch nicht von Jugendwarten fachlich geprüft

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer eine Jugendfeuerwehr leitet, sollte sich weiterbilden: in Gruppenpädagogik, Methodik, Recht und Jugendarbeit.
  • Die Deutsche Jugendfeuerwehr hat dafür einen Grundlehrgang „Jugendfeuerwehrarbeit“ mit 40 Unterrichtseinheiten entworfen.
  • Wichtige Inhalte: Organisation, Rechtsgrundlagen, Gruppenpädagogik, Methodik des Unterrichtens, Ausbildungsrichtlinien und Wettbewerbe.
  • Viele Länder verbinden den Lehrgang mit der Jugendleiter-Card (Juleica). Wie es in Brandenburg geregelt ist, erfragst du bei der Landesjugendfeuerwehr.
  • Du musst nicht alles allein können. Tauscht euch mit anderen Jugendwarten aus.

Das Bildungsprogramm der Deutschen Jugendfeuerwehr

Die DJF hat 2023 das Bildungsprogramm „Mehr ausBILDUNG“ vorgestellt. Es steht online unter bildung.jugendfeuerwehr.de und enthält Ansätze, Konzepte und Methoden für abwechslungsreiche Gruppenstunden und Dienste. Es ist als Orientierung für Jugendwarte gedacht. Die Kapitel sind: Grundlagen, Pädagogik, Rechte und Pflichten, Werte, Betreuende, Kinderrechte, Mitgliederbindung und Praxistipps. Es ist die wichtigste Anlaufstelle zum Weiterlesen.

Der Grundlehrgang der Deutschen Jugendfeuerwehr

Die DJF hat ein Konzept für einen bundeseinheitlichen Grundlehrgang entwickelt. Er ist als Wochenlehrgang oder an Wochenenden denkbar. Die empfohlenen Themen (in Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten):

  • Organisation (2): Strukturen der Jugendfeuerwehr und Feuerwehr, soziale Sicherung, Grenzen der Leistungsfähigkeit von Kindern.
  • Rechtsgrundlagen (8): Aufsichtspflicht, Haftpflicht, Jugendschutz, Jugendarbeitsschutz, Unfallverhütungsvorschriften, Kinder- und Jugendhilferecht, Jugendleiter-Card.
  • Gruppenpädagogik (8): Führungsstile, Gruppensoziologie, Jugendpsychologie, Konfliktlösung.
  • Methodik des Unterrichtens (6): Didaktik, Lernziele, Medien, Unterrichtsformen.
  • Ausbildungsrichtlinien und Dienstpläne (2): Aufbau eines Jahresplans.
  • Jugendflamme, Leistungsspange und Wettbewerbe (1).
  • Feuerwehrtechnik: nach Landesrecht, mit Blick auf die körperliche Belastbarkeit von Mädchen und Jungen.

Zusätzlich gibt es Aufbau- und Neigungslehrgänge, zum Beispiel zu Basteln und Werken, Brandschutzerziehung, Fahrt und Lager, Neuen Medien, Gesundheitserziehung, Gruppenpädagogik, Konfliktbewältigung, Öffentlichkeitsarbeit, Rechtsgrundlagen, Sport und Spiele, Sucht und Drogen und Unfallverhütung in der Jugendfeuerwehr.

Beispiele aus anderen Ländern

  • Baden-Württemberg: Lehrgang für Jugendgruppenleiter mit 40 Unterrichtseinheiten. Themen: Rollenverständnis, Gruppenprozesse, Kommunikation, Aufsichtspflicht, Jugendschutz, Kinder- und Jugendhilfe.
  • Hessen: Lehrgang „Rechte und Pflichten in der Kinder- und Jugendfeuerwehr“ über drei Tage, außerdem ein Lehrgang für Betreuer von Kinderfeuerwehren (Kinder unter 10) mit fünf Tagen und rund 40 Stunden. Inhalte: Rechtsgrundlagen, Gruppenpädagogik, Konfliktmanagement, Entwicklungspsychologie, Umgang mit herausfordernden Kindern, Planung von Gruppenstunden, Elternarbeit.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Aufbaulehrgang für Jugendfeuerwehrwarte, der auf einem Grundlehrgang aufbaut.

Die Angaben dienen als Beispiel. Die Kurse und Voraussetzungen in Brandenburg können anders sein.

Was für Brandenburg wichtig sein kann

  • Landesjugendfeuerwehr Brandenburg: Ansprechpartner für Jugendfeuerwehren im Land. Fragt dort nach Lehrgängen und Materialien.
  • Gesetzesänderung: Laut einem Pressebericht vom Juni 2026 plant das Land, dass Personen, die regelmäßig Kinder und Jugendliche betreuen, künftig ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen müssen. Der Stand kann sich ändern. Frag bei Wehrführung oder Landesverband nach.
  • Erste Hilfe: Als Betreuer solltest du einen gültigen Erste-Hilfe-Kurs haben. Frag nach, was in deiner Wehr gilt.

Tipps zur Weiterbildung

  • Starte klein: Ein Kurs zu Gruppenpädagogik oder Methodik bringt sofort etwas für die nächste Gruppenstunde.
  • Hospitiere bei einer erfahrenen Jugendfeuerwehr und sieh dir Gruppenstunden an.
  • Tausch dich aus: Mit anderen Jugendwarten, in Arbeitsgruppen und auf Treffen der Kreisjugendfeuerwehr.
  • Nimm Rückmeldungen ernst: Frag die Kinder, was ihnen gefällt und was nicht.