Das Wichtigste in Kürze
- Plane das Ausbildungsjahr im Voraus: Welche Themen, wann, mit welchem Ziel? So bleibt nichts hängen.
- Die Ausbildung der Jugendfeuerwehr hat mehrere Teile: technische Bildung (Feuerwehrwissen), jugendpolitische Bildung und allgemeine Jugendarbeit (Spiel, Sport, Ausflüge, Basteln).
- Etwa die Hälfte der Zeit sollte nach dem Bildungsprogramm der Deutschen Jugendfeuerwehr allgemeiner Jugendarbeit gehören: Spielen, Feiern, Lager, Sport, soziale Aktionen.
- Themen kehren jedes Jahr wieder, aber auf höherem Niveau. Das festigt Wissen.
- Die Jugendfeuerwehr ist keine vorgezogene Grundausbildung. Es gibt dafür keinen Leistungsnachweis.
Die Bausteine der Ausbildung
1. Technische Bildung: Grundkenntnisse in Theorie und Praxis. Dazu gehören zwölf Themenbereiche:
- Fahrzeuge, Geräte, Armaturen
- Verbrennungsvorgang (Bedingungen, Brandklassen)
- Löschmittel (Wasser, Sand, Schaum, Pulver)
- Organisation (Aufbau der Feuerwehr, Jugendfeuerwehr auf Kreis-, Landes- und Bundesebene)
- Taktik (Vorgehen der Trupps)
- Wasserversorgung (Arten, Förderstrecke)
- Vorbeugender Brandschutz (zu Hause und im Betrieb)
- Nachrichtenübermittlung (Einführung in den Funk)
- Unfallverhütung
- Einführung in die FwDV
- Erste Hilfe
- Einfache Technische Hilfeleistung
2. Jugendpolitische Bildung: Jugendliche für ehrenamtliches Engagement gewinnen und an Entscheidungen beteiligen.
3. Allgemeine Jugendarbeit: Basteln, Besichtigungen, Umweltschutz, Feste, Lager und Fahrten, Mädchen- und Jungenarbeit, Neue Medien, Singen und Musik, soziale Hilfe im Ort, Spiel und Sport, Zusammenarbeit mit anderen Jugendverbänden.
So passen die Themen zu den Kinderseiten
Auf dieser Plattform findest du für die zwölf Bereiche Seiten im Bereich „Für die Jugendfeuerwehr“:
- Fahrzeuge, Geräte: Feuerwehrautos, Schlauch und Strahlrohr, Leitern, Das tragen Feuerwehrleute
- Verbrennung, Löschmittel: Wie entsteht Feuer, Wie löscht man Feuer
- Organisation: Was macht die Feuerwehr, Was wir in der Jugendfeuerwehr machen
- Taktik: Wer macht was im Team, So läuft ein Einsatz ab
- Wasserversorgung: Löschwasser und Hydranten
- Vorbeugender Brandschutz: Sicher zu Hause, Was tun, wenn es brennt
- Nachrichten und Funk: Der Notruf 112, Buchstabieren und Funken
- Erste Hilfe: Erste Hilfe, Wiederbelebung
- Technische Hilfe: Hilfe bei Unfällen und Unwetter
- Praktisches: Knoten lernen
So gehst du bei der Jahresplanung vor
- Termine sammeln: Ferien, Feiertage, Wettbewerbe, Abnahmen, Zeltlager, Feste der Feuerwehr, Termine der Einsatzabteilung.
- Themenblöcke festlegen: Lieber mehrere Termine zu einem Thema als jede Woche etwas Neues.
- Theorie und Praxis mischen: Nach dem Erklären kommt das Ausprobieren.
- Allgemeine Jugendarbeit einplanen: Spiel, Sport, Ausflüge, Basteln. Das ist keine Zeitverschwendung, sondern gehört zur Ausbildung.
- Wiederholung einbauen: Plane Stunden ein, in denen ihr Bekanntes festigt.
- Reserve lassen: Für Ausfälle, Wetter und Wünsche der Kinder.
- Mit den Kindern besprechen: Frag nach ihren Wünschen und beziehe sie ein.
- Eltern informieren: Gib den Eltern den Plan, damit sie die Termine kennen.
Beispiel: ein Themenblock
- Woche 1: Einführung in das Thema, Fahrzeuge der eigenen Wehr besichtigen.
- Woche 2: Gerätekunde im Fahrzeug, Geräte kennenlernen und benennen.
- Woche 3: Praktisch üben, zum Beispiel Schläuche ausrollen und kuppeln.
- Woche 4: Spiel oder Wettbewerb zum Thema, kleiner Test, Wiederholung.
Das ist nur ein Vorschlag. Jede Gruppe ist anders, und deine Wache hat ihre eigenen Fahrzeuge und Möglichkeiten.
Der Dienstplan
Ein Dienstplan (oder Gruppenstundenplan) macht die Termine für alle sichtbar:
- Wer braucht ihn? Mitglieder, Eltern, Betreuer und Führungskräfte. Er zeigt auch, welche Fahrzeuge, Geräte und Räume gebraucht werden.
- Eigene Pläne: Kindergruppen und Jugendfeuerwehr haben jeweils einen eigenen Plan.
- Genehmigung: Die Wehrleitung genehmigt den Plan, weil sie die Gesamtverantwortung trägt.
- Versicherung: Der Schutz der Feuerwehr-Unfallkassen gilt für die Tätigkeiten, die im Dienstplan stehen. In den meisten Ländern dürfen Mitglieder nur an den für sie angesetzten Terminen teilnehmen.
- Beteiligung: Plant mit den Kindern und Jugendlichen. In Jugendfeuerwehren können Jugendsprecher den Plan mitunterzeichnen.
- Muster: Eine Tabelle mit Datum, Uhrzeit, Thema, Verantwortlichen und Bemerkungen. So ist klar, wann, was und wer.
Tipps zur Planung:
- 3 bis 6 Monate im Voraus planen, aber flexibel bleiben.
- Mindestens einmal im Jahr einen Elternabend, zusätzlich vor Zeltlagern und Fahrten.
- So konkret wie möglich formulieren, mit Kontaktdaten der Leitung.
- Gruppen nach Leistung, Alter und Ausbildungsstand berücksichtigen und bei Bedarf teilen.
- Plan aushängen oder verteilen, damit auch Neue und Familien ihn kennen.
- Kooperationspartner bringen Abwechslung, zum Beispiel DLRG für Baderegeln, DRK für Erste Hilfe und der Sportbund für die Leistungsspange.
Wenn du mehr wissen willst
- Praktische Übungen, die die Deutsche Jugendfeuerwehr als Beispiel nennt: Saugleitungen kuppeln, Druckschläuche auslegen und aufnehmen, Halte- und Ventilleine befestigen, Stiche und Bunde, Strahlrohre mit Wassergabe handhaben, Hydranten bedienen, Sprechübungen am Funkgerät, kleine Einsatzübungen am Planspiel.
- Altersgerechtes Üben: Kinder unter 10 brauchen kürzere Phasen und mehr Bewegung als Jugendliche.
- Körperliche Belastbarkeit: Beachte bei technischen Themen die Grenzen von Mädchen und Jungen, vor allem beim Heben und Tragen.
- Die Landesverbände können eigene Ausbildungspläne haben. Frag deine Landesjugendfeuerwehr.