Das Wichtigste in Kürze
- Eltern sind Partner, keine Zuschauer. Ihr Vertrauen entscheidet mit, ob ein Kind in der Jugendfeuerwehr bleibt.
- Sprich früh mit ihnen, bevor es Probleme gibt. Vertrauen, das früh wächst, trägt auch durch Konflikte.
- Gib einen festen Ansprechpartner mit Telefonnummer und E-Mail an.
- Mindestens einmal im Jahr ein Elternabend, zusätzlich vor Zeltlagern und Fahrten.
- Kläre Fragen zu Kosten, Terminen, Kleidung, Aufsicht, Fotos und Versicherung schon beim Eintritt und halte sie schriftlich fest.
Warum Elternarbeit?
- Eltern entscheiden mit, ob und wie lange ein Kind kommt. Sie fahren, melden an und ab.
- Sie machen sich Sorgen: Ist mein Kind sicher? Wer passt auf? Was kostet es? Wie oft muss mein Kind kommen?
- Gute Information nimmt Ängste. Eltern merken, dass die Gruppe gut organisiert ist.
- Du kannst Übersetzer sein: Du kennst die Lebenswelt der Kinder oft besser, als Eltern denken. Du kannst vermitteln und Tipps geben, zum Beispiel zur Mediennutzung.
Was Eltern beim Eintritt wissen wollen
Ein kurzes Infoblatt beantwortet die häufigsten Fragen. Viele Wehren machen das so:
- Ab welchem Alter nehmt ihr Kinder auf?
- Wann und wo sind die Dienste, wie lange dauern sie?
- Kostet es etwas? In vielen Wehren ist die Teilnahme kostenlos, nur für Ausflüge oder Zeltlager fallen Kosten an. Bei euch kann das anders sein.
- Kleidung: Wer stellt sie, und was passiert beim Austritt? Oft ist sie eine Leihgabe, die zurückgegeben wird.
- Wer betreut mein Kind? Stell das Team vor und sag, welche Ausbildung die Betreuenden haben.
- Schnuppern: Ein oder mehrere Probetermine zeigen beiden Seiten, ob es passt.
- Abwesenheit: Bitte Eltern, ihr Kind abzumelden, damit ihr besser planen könnt.
- Versicherung und Aufsicht: Wer ist wann verantwortlich? Siehe die Seite „Aufsichtspflicht“.
- Kinderschutz: Zeig, wie ihr mit dem Thema umgeht. Siehe die Seite „Kinderschutz“.
Der Elternabend
Ein bewährtes Format ist ein Jahresrückblick. Eltern, Gäste und Kinder sehen, was im Jahr passiert ist.
Mögliche Inhalte:
- Rückblick: Fotos, kurze Berichte, Ergebnisse
- Ausblick: Dienstplan, Zeltlager, Wettbewerbe
- Das Team und seine Aufgaben
- Fragen und Wünsche der Eltern
- Pädagogische Tipps für zu Hause, wenn es passt
- Kinder zeigen selbst etwas, zum Beispiel was sie in einer Aktionswoche gebaut haben
Praktische Tipps:
- Plane den Termin früh und lade rechtzeitig ein.
- Verbinde ihn mit etwas Schönem, zum Beispiel einer Vorführung oder einem gemeinsamen Essen. Dann kommen auch Eltern, die sonst nicht kommen.
- Hole kurz Rückmeldung ein, zum Beispiel mit einem Zettel am Ausgang.
- Gib Eltern eine Aufgabe, wenn sie mögen. Viele helfen gern. Beachte dabei, was auf der Seite „Aufsichtspflicht“ zu Eltern als Helfer steht.
Dauerhaft im Kontakt bleiben
- Regelmäßig informieren: Dienstplan, Änderungen, Absagen, Ausfälle.
- Einen Kanal wählen, der für alle passt. Bedenke den Datenschutz, wenn ihr Messenger-Gruppen nutzt.
- Einblicke geben: Berichte, Fotos (nur mit Einverständnis), kleine Präsentationen.
- Kontakt aufbauen, bevor es Konflikte gibt.
- Bei Problemen früh und ruhig ansprechen, zuerst unter vier Augen.
Eltern als Chance
- Helfer bei Veranstaltungen, Fahrten, Zeltlager, Kuchenverkauf.
- Fachleute: Manche Eltern bringen Wissen mit, das euch weiterhilft, zum Beispiel aus Medizin, Handwerk oder Verwaltung.
- Nachwuchs für das Betreuungsteam. Frag Eltern, ob sie sich vorstellen können, mitzumachen.
- Fürsprecher gegenüber Gemeinde und Öffentlichkeit.
Eltern beim Übertritt einbinden
Bei jedem Wechsel, von der Kindergruppe in die Jugendfeuerwehr und später in die Einsatzabteilung, sind Eltern wichtig. Sprecht offen über neue Dienstzeiten, Termine, Erwartungen und Zeitaufwand. Mehr dazu auf der Seite „Übertritt“.
Fragen zum Nachdenken
- Wissen unsere Eltern, wer ihre Ansprechperson ist?
- Wann haben wir zuletzt gefragt, wie die Eltern uns sehen?
- Was würde ich als Mutter oder Vater über diese Gruppe wissen wollen?
Quellen und Hinweis
Zusammengestellt aus Hinweisen des Bildungsprogramms „Mehr ausBILDUNG“ der Deutschen Jugendfeuerwehr zu Eltern in den Kapiteln Mitgliederbindung und Betreuende, aus Elterninformationen verschiedener Jugendfeuerwehren und aus Ratgebern der Jugendarbeit. Die Beispiele sind Anregungen, keine Vorschriften.