Führungsstile: Wie leite ich eine Gruppe?

Pädagogische Grundlagen

Entwurf: noch nicht von Jugendwarten fachlich geprüft

Das Wichtigste in Kürze

  • Wie du eine Gruppe leitest, prägt, wie die Kinder lernen. Man unterscheidet drei Führungsstile: autoritär, demokratisch und laissez-faire.
  • Autoritär: Du bestimmst alles. Die Kinder folgen, ohne selbst zu denken. Das bremst ihre Selbstständigkeit.
  • Demokratisch: Du triffst Entscheidungen gemeinsam mit der Gruppe. Das fördert Verantwortung und Mitdenken.
  • Laissez-faire: Du lässt alles laufen. Die Gruppe bestimmt, es fehlt Orientierung. Es führt oft zu Untätigkeit, und Kinder bekommen keine Hilfe.
  • In der Jugendfeuerwehr passt meist ein demokratischer Stil, bei Sicherheit und Geräten aber mit klaren Ansagen.

Die drei Stile im Überblick

  • Autoritär: Der Leiter entscheidet allein. Das spart Zeit und gibt Sicherheit, hält die Gruppe aber klein und abhängig.
  • Demokratisch: Entscheidungen fallen gemeinsam. Das dauert länger, aber die Kinder fühlen sich ernst genommen und übernehmen Verantwortung.
  • Laissez-faire: Der Leiter hält sich raus. Das klingt nach Freiheit, führt aber oft dazu, dass nichts passiert und Kinder allein bleiben.

Was bedeutet das für deine Gruppenstunde?

  • Beteilige die Kinder: Lass sie Spiele auswählen, Regeln mitgestalten und Aufgaben übernehmen.
  • Gib klare Rahmen: Zeit, Ort, Regeln und Sicherheit legst du fest.
  • Wechsle bewusst: Bei der Gerätekunde und bei Übungen mit Risiko ist deine Führung klarer. Bei Spielen und Planung dürfen die Kinder mehr mitreden.
  • Sei Vorbild: Kinder schauen, was du tust. Pünktlichkeit, Respekt und Sicherheit sind ansteckend.

Regeln für die Führung einer Gruppe

  • Gute Voraussetzungen: ein passender Raum, eine Planung und Material.
  • Auf die Kinder eingehen: Was bewegt sie? Warum sind sie dabei? Ein flexibler Plan hilft, auf die Gruppe zu reagieren.
  • Zur Selbstständigkeit erziehen: Gib Aufgaben ab und lass Fehler zu.
  • Aufnahmefähigkeit beachten: Niemand kann ewig zuhören. Plane Pausen und Bewegung.
  • Gutes Klima: Kinder lernen in einer entspannten Stimmung besser.
  • Probleme gemeinsam lösen: Fragen statt Vorwürfe.

Prinzipien der Gruppenarbeit

  • Jedes Kind ist anders. Erkenne die Eigenheiten deiner Kinder.
  • Stell dich auf das Niveau der Gruppe ein. Starte dort, wo die Kinder stehen.
  • Setze dich mit der Gruppe in Bewegung. Mach mit, statt nur zu sagen, was zu tun ist.
  • Stärken hervorheben und für die Gruppe nutzbar machen.
  • Schwächen erkennen und gemeinsam daran arbeiten.

Übung zum Nachdenken

Denke an die letzte Gruppenstunde. Wer hat gesprochen: du oder die Kinder? Wie viele durften etwas ausprobieren? Was wäre passiert, wenn du eine Aufgabe an ein Kind abgegeben hättest? Notiere dir ein bis zwei Dinge, die du nächstes Mal anders machen möchtest.

Quelle und Hinweis

Die Einteilung in drei Führungsstile ist ein Klassiker der Gruppenpädagogik. Die Hinweise zur Gruppenführung stammen aus der Lehrgangskonzeption der Deutschen Jugendfeuerwehr für den Grundlehrgang „Jugendfeuerwehrarbeit“ (2003). Das aktuelle Bildungsprogramm „Mehr ausBILDUNG“ (bildung.jugendfeuerwehr.de) betont Beteiligung, Vorbild sein und die Rolle der Betreuenden als Lernbegleiter. Wie ihr das vor Ort umsetzt, entscheidet ihr im Team.