Das Wichtigste in Kürze
- Handlungsorientiertes Lernen heißt: Die Kinder tun selbst etwas, statt nur zuzuhören. Du schaffst die Aufgabe, sie finden den Weg.
- Das ist ein Konzept, keine feste Methode. Die Betreuer sind Lernbegleiter und keine Vortragenden.
- Der Ablauf ist ein Kreis: Aufgabe verstehen, planen, durchführen, vorstellen, nachdenken.
- In der Jugendfeuerwehr passt das sehr gut: Knoten binden, Strahlrohr ausprobieren, Notruf üben. Die Kinder lernen mit Kopf, Herz und Hand.
- Als Ampel gedacht: Rot ist nur Erzählen, Gelb ist Zeigen und Bilder, Grün ist selbst erleben mit allen Sinnen. Ziel ist Grün.
Was bedeutet das?
Bei handlungsorientiertem Lernen bearbeiten die Kinder praktische Aufgaben selbst. Du als Betreuer:
- schaffst Situationen, in denen die Kinder handeln können,
- begleitest sie, ohne sie anzuleiten oder die Lösung vorzuführen,
- hilfst bei der Theorie, die die Kinder zum Handeln brauchen,
- ziehst mit ihnen Schlüsse aus dem, was sie erlebt haben.
Der Kreislauf einer vollständigen Handlung
- Aufgabe verstehen: Was soll erreicht werden?
- Planen: Wie gehen wir vor?
- Durchführen: Die Kinder machen es.
- Vorstellen: Sie zeigen, was sie gemacht haben.
- Nachdenken (Reflexion): Was hat geklappt? Was würden wir anders machen?
Warum es in der Jugendfeuerwehr gut passt
- Selbstständigkeit, Verantwortung und Teamfähigkeit werden gefördert.
- Probleme lösen: Die Kinder üben, flexibel zu denken.
- Selbstwirksamkeit: Kinder erleben, dass sie etwas bewirken können.
- Sinn erkennen: Sie sehen, wofür sie etwas lernen.
- Lebenswelt: Neues wird mit eigenem Erleben verbunden.
Gestaltungsprinzipien
- Beteiligung: Plant gemeinsam. Fähigkeiten werden nicht gelehrt, sondern von den Kindern entwickelt.
- Handeln: Die Kinder wirken bei Auswahl, Ziel und Gestaltung mit. Danach denken sie darüber nach.
- Gemeinschaft: Gruppenlernen fördert soziale Fähigkeiten. Austausch wechselt mit Einzelarbeit.
- Alltagsbezug: Die Inhalte knüpfen an Vorwissen und Alter an.
- Gefühle zulassen: Kompetenz besteht aus Wissen, Gefühlen und Motivation.
- Verschiedene Sichtweisen: vernetzt denken, nicht nur einzelne Fakten lernen.
Beispiele aus der Praxis
- Knoten: Statt den Knoten nur vorzuführen, lässt du die Kinder selbst knoten. Sie probieren und helfen sich gegenseitig.
- Strahlrohr: Die Kinder probieren unter Anleitung aus, wie es funktioniert.
- Notruf: Sie spielen selbst die Leitstelle und den Anrufer.
- Tipp: Trau den Kindern etwas zu, beziehe sie früh ein, lass mehrere Lösungswege zu, sei Berater und arbeite realitätsnah.
Merkmale der Jugendverbandsarbeit
- Lernen mit Kopf, Herz und Hand.
- Lernorte außerhalb des Feuerwehrhauses, zum Beispiel Wald, Hydrantenrallye im Ort, Besuch bei der Leitstelle.
- Learning by doing.
- Ausrichtung an den Interessen der Kinder.
- Beteiligung an Planung und Durchführung.
- Gemeinsame Projekte mit klaren Absprachen.
- Verbindliche Reflexion am Ende.
Das Verhältnis zur Vier-Stufen-Methode
Die Vier-Stufen-Methode (Vorbereiten, Vormachen, Nachmachen, Üben) eignet sich für Handgriffe, die genau so ausgeführt werden müssen. Handlungsorientiertes Lernen passt, wenn die Kinder etwas entdecken, planen oder gemeinsam lösen sollen. Beides lässt sich kombinieren: Erst die Handgriffe sicher üben, dann in einer Aufgabe anwenden.
Quelle
Zusammenfassung des Kapitels „Handlungsorientiertes Lernen“ im Bildungsprogramm „Mehr ausBILDUNG“ der Deutschen Jugendfeuerwehr (bildung.jugendfeuerwehr.de), in eigenen Worten.