Das Wichtigste in Kürze
- Bei Zeltlagern und Ausflügen sind Lagerfeuer und Gewitter die zwei klassischen Gefahren. Beides lässt sich mit einfachen Regeln gut beherrschen.
- Feuer: Abstand zum Wald, sichere Feuerstelle, Löschmittel bereit, nie Brandbeschleuniger.
- Gewitter: Frühzeitig ins Gebäude oder Auto, nie unter Bäumen und nicht in der Gruppe eng beieinander im Freien.
- Plane beides vorher und besprich die Regeln mit den Kindern. Dann weiß jeder, was zu tun ist.
- Frag vor Ort nach: Waldbrandgefahr, Feuerverbote und Regeln der Gemeinde gehen vor.
Sicheres Lagerfeuer
Der Platz
- Kein Feuer im Wald. Die Feuerstelle sollte etwa 100 Meter vom Waldrand entfernt sein.
- Heide- und Moorboden meiden. Auf trockenen Wiesen besonders aufpassen.
- Am besten auf Fels, Sand oder Kies.
- Auf Gras die Grasnarbe in etwa einem Meter Umkreis abstechen.
- Feuerring aus Steinen anlegen.
Löschmittel
- Immer bereit: Kübelspritze, Pulverlöscher und Wassereimer.
Nie Brandbeschleuniger
- Benzin und andere brennbare Flüssigkeiten können explosionsartig verbrennen. Das hat schon zu schweren Verbrennungen an Händen, Armen und Gesicht geführt.
Feuer richtig aufbauen
- Viele kleine Flammen am Anfang, etwas Papier als Unterbau.
- Dünnes Holz in der Mitte, nach außen dicker, am besten pyramidenförmig.
- Glutbildendes Holz gleich mitverwenden.
- Nicht zu dicht stapeln, damit Luft ans Feuer kommt.
- Bei Windstille oder wenn es schwer anbrennt, hilft eine Unterlage aus Ästen, damit Luft von unten kommt.
Holzarten
- Brennen gut, geben wenig Glut: Fichte, Lärche, Kiefer, Birke, Haselnuss.
- Geben gute Glut: Buche, Ahorn, Esche, Eiche.
- Trockenes Holz brennt besser als nasses.
Als Betreuer
- Bestimme eine verantwortliche Person, die das Feuer nie aus den Augen lässt.
- Lege vorher den Abstand fest, den die Kinder zum Feuer halten.
- Lösche das Feuer vollständig, bevor ihr geht, und prüfe die Glut.
- Siehe auch die Seite „Aufsichtspflicht“.
Gewitter
Grundregeln
- Bei erwartetem Gewitter nicht im Freien bleiben.
- Schutz bieten Gebäude mit Blitzschutz und Fahrzeuge mit Metallkarosserie.
- Sehr nah ist ein Gewitter, wenn zwischen Blitz und Donner weniger als 10 Sekunden liegen.
- Nicht unter Bäumen, im Wald oder am Waldrand Schutz suchen.
- Mindestens 3 Meter Abstand zu Metallzäunen, Bäumen, Baumgruppen und Waldrändern.
Wenn kein Unterschlupf da ist
- Eine tiefe Mulde oder Talsenke suchen.
- Klein hocken, Füße zusammen, Kopf gesenkt, Knie mit den Armen umfassen.
- Nicht aufrecht auf Wiesen, Feldern, Hügeln oder Aussichtstürmen stehen.
- Nicht im Wasser bleiben.
- Nicht eng zusammenstehen, sondern getrennt Schutz suchen.
- Kribbeln auf der Haut kann ein Zeichen für einen nahen Blitz sein. Sofort in die Hocke gehen.
Bei Sport und Veranstaltungen
- Regenschirme, Fahnen und Ähnliches auf den Boden legen und das Spiel unterbrechen, bis das Gewitter vorbei ist.
- Offene Tribünen sind besonders gefährlich.
- 3 Meter Abstand zu Licht- und Fahnenmasten.
- Bei einem Abbruch Panik vermeiden. Sie kann mehr schaden als der Blitz.
Wenn jemand getroffen wurde
- Blitzschläge führen oft zu schweren Verbrennungen. Möglich sind auch Lähmungen, Atemstillstand und Bewusstseinsstörungen.
- Sofort Erste Hilfe leisten und Notruf 112 absetzen. Die Helfer sind laut DJF nicht gefährdet, weil der Blitzstrom den Körper in sehr kurzer Zeit verlässt.
Tipps für die Planung
- Wetterbericht vor Ausflug und Lager prüfen, auch während des Lagers.
- Ein Unterschlupf (Gebäude, Fahrzeug) sollte immer in Reichweite sein.
- Notfallplan aufschreiben und mit dem Team besprechen.
- Besprecht mit den Kindern vorab, was bei Gewitter oder Feuer zu tun ist.
- Siehe auch: „Versicherung und Erste Hilfe“.
Quelle
In eigenen Worten nach den „Sicherheitstipps“ in den Praxistipps des Bildungsprogramms „Mehr ausBILDUNG“ der Deutschen Jugendfeuerwehr (bildung.jugendfeuerwehr.de).