Forschungsbericht: Mädchen und Frauen bei der Freiwilligen Feuerwehr

Frauen in der Feuerwehr

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Abschlussbericht „Mädchen und Frauen bei der Freiwilligen Feuerwehr“ (März 2006) entwickelte zwölf Leitlinien für Modellprojekte zur Integration von Mädchen und Frauen.
  • Gefragt wurde, warum Frauen fernbleiben: mangelnde Vereinbarkeit von Ehrenamt und Familie, Umgangsformen, mangelnde Sichtbarkeit als normaler Teil der Feuerwehr.
  • Die Leitlinien zielen auf eine Modernisierung der Feuerwehr insgesamt, auch für andere gesellschaftliche Gruppen.
  • Die zwölf Leitlinien reichen von Sichtbarkeit über Anerkennung und Abbau diskriminierender Einstellungen bis zu Vorbildfunktion der Vorstände.
Titel
Abschlussbericht des Forschungsprojektes „Mädchen und Frauen bei der Freiwilligen Feuerwehr“: Entwicklung von Leitlinien für Modellprojekte zur Förderung der Integration von Mädchen und Frauen in die Feuerwehr
Autorinnen
Prof. Dr. Angelika Wetterer, Dr. Margot Poppenhusen, Dr. Anja Voss
Stand
März 2006, im Auftrag des Deutschen Feuerwehrverbandes mit Mitteln des Bundesfamilienministeriums
Methode
Expertinnen- und Experteninterviews und Workshop
Hinweis
Die Zahlen stammen von 2005 und sind heute überholt.

Ausgangslage 2005

  • Frauenanteil im aktiven Dienst bundesweit rund 7 % (etwa 71.000 Frauen), in den alten Ländern knapp 6 %, in den neuen Ländern 10 bis 12 %.
  • Mädchenanteil in den Jugendfeuerwehren etwa 25 %, ohne großen Unterschied zwischen alten und neuen Ländern.

Die zwölf Leitlinien

  1. Frauen sichtbar machen im Erscheinungsbild der Feuerwehr.
  2. Kultur der Anerkennung statt Misstrauen.
  3. Abbau Frauen diskriminierender Einstellungen und Verhaltensmuster (zum Beispiel herabsetzende Witze).
  4. Aktive Förderung statt passiver Toleranz. Männer sollen sich selbst für Veränderungen einsetzen.
  5. Kultur der Vielfalt statt männlicher Monokultur.
  6. Berücksichtigung veränderter Lebensverhältnisse (Familie, Beruf, Pendeln, Schichtarbeit).
  7. Lernende Organisation: Erfahrungen weitergeben, Informationsfluss zwischen Bund, Ländern und Kreisen.
  8. Kooperation statt Hierarchie und Konkurrenz.
  9. Vorbildfunktion von Vorstandsgremien.
  10. Öffentliche Anerkennung und Auszeichnung vorbildlicher Leistungen und Modelle.
  11. Kontinuierliche Berichte in den Feuerwehrmedien über Fortschritte.
  12. Neue Schwerpunkte bei der Ausbildung von Führungskräften: auch soziale Kompetenzen.

Was das für deine Wehr heißen kann

  • Sichtbar sein: Fotos, Texte und Beispiele zeigen Frauen im Einsatz und in Führungsrollen.
  • Flexibel planen: Dienst- und Übungszeiten abstimmen, Betreuung ermöglichen.
  • Respektvoll miteinander sprechen, auf herabsetzende Äußerungen reagieren.
  • Gemeinsam Lösungen suchen, nicht den Betroffenen allein überlassen.
  • Übertritt aus der Jugendfeuerwehr begleiten.

Siehe auch