Das Wichtigste in Kürze
- „Frauen am Zug“ war die Feuerwehr-Jahresaktion 2007/08 des Deutschen Feuerwehrverbandes. Ziel: mehr Frauen für die Freiwillige Feuerwehr gewinnen und die Akzeptanz verbessern.
- Botschaft nach innen und außen: Frauen verdienen alle Unterstützung, Frauen sind jetzt am Zug.
- Argumentationshilfen: Frauen sind Ressource, nicht Exotinnen. Sie sollen sichtbar sein und dieselben Aufgaben erfüllen wie Männer.
- Frauen bleiben, wenn kooperativ miteinander umgegangen wird: Übungstermine, Vereinbarkeit, Begründung von Entscheidungen, neue Vorschläge diskutieren.
- Mädchen machen in Jugendfeuerwehren rund ein Viertel der Mitglieder aus.
- Hinweis
- Die Zahlen stammen von 2005 bis 2007 und sind heute überholt. Aktuelle Zahlen liefern der Deutsche und der Landesfeuerwehrverband.
Worum geht es?
Frauen sind in der Feuerwehr unterrepräsentiert. Dabei sichert die Leistungsfähigkeit des Brand- und Katastrophenschutzes langfristig nur, wer alle Teile der Bevölkerung gewinnt. Das Handbuch enthält Hintergrund, Forschungsbericht mit Leitlinien, Tipps, Argumentationshilfen, Kampagnenidee und Checklisten für die Öffentlichkeitsarbeit.
Argumentationshilfen für Feuerwehrfrauen
- Warum braucht die Feuerwehr mehr Frauen? Viele Frauen möchten sich ehrenamtlich engagieren. Bei sinkenden Mitgliederzahlen muss die Feuerwehr alle Ressourcen nutzen, auch im Blick auf den demografischen Wandel.
- Was kann die Feuerwehr bieten? Helfen und Retten, Technik, Sport, Gemeinschaft und Teamgeist.
- Unter welchen Bedingungen bleiben Frauen? Wo Kooperation statt Hierarchie und Konkurrenz gelebt wird, bei Übungsterminen, Vereinbarkeit, begründeten Entscheidungen und offener Diskussion neuer Vorschläge.
- Frauen sichtbar machen: als normaler Bestandteil auf allen Ebenen und in allen Tätigkeitsbereichen.
Mädchen in der Jugendfeuerwehr
- Der Mädchenanteil liegt bundesweit bei etwa 25 %, deutlich über dem Frauenanteil in den Einsatzabteilungen.
- Mädchen und Jungen erwarten vor allem Spiel und Spaß. Mädchen schätzen Gemeinschaft besonders. In der Jugendfeuerwehr steht neben der Feuerwehrtechnik die allgemeine Jugendarbeit im Vordergrund.
- Mädchen kommen häufiger über die Familie (oft den Vater) zur Jugendfeuerwehr, Jungen über Veranstaltungen. Wehren können Mädchen bei Veranstaltungen gezielt ansprechen.
- Der gleichberechtigte Umgangston der Jugendfeuerwehr kann in die aktive Wehr übertragen werden.
- Die Deutsche Jugendfeuerwehr hat einen Fachausschuss Mädchen- und Jungenarbeit und das Arbeitsheft „Gender Mainstreaming in der Jugendfeuerwehr“ herausgegeben.
Praxistipps zur Kampagne
- Öffentlichkeitsarbeit: Frauen in Bildern und Texten zeigen, Pressearbeit nach Checkliste.
- Material der Jahresaktion (Plakate, Handbuch) in die Mitgliedergewinnung einbinden.
- Regionalkonferenzen und Vernetzung der Feuerwehrfrauen (feuerwehrfrauen-netzwerk.org).