Beispiel: Funkausbildung

Gruppenstunden und Gruppenarbeit

Entwurf: noch nicht von Jugendwarten fachlich geprüft

Das Wichtigste in Kürze

  • Ziel: Die Kinder erleben, warum Kommunikation Regeln braucht, und üben dann den Funk.
  • Für wen: 8 bis 16 Jahre, 4 bis 24 Teilnehmende, mindestens zwei bis drei Betreuende.
  • Dauer: Etwa 100 Minuten, mittlere Vorbereitung.
  • Idee: Erst zwei Spiele ohne Regeln, dann ein kurzer Theorieteil, dann der „Funkbaumeister“ mit echten Funkgeräten.
  • Für Betreuende: Du brauchst selbst gute Grundkenntnisse im Funk. Die Teilnehmenden brauchen keine Vorkenntnisse.

Worum geht es?

Kommunikation findet immer statt, aber sie gelingt nur, wenn alle sich an Regeln halten. Die Kinder erleben das zuerst selbst, bevor sie die Funkdisziplin kennenlernen. So verstehen sie, warum die Regeln gelten.

Ablauf

1. Stille Ordnung (etwa 10 Minuten, Aufwärmen)
Die Gruppe steht in einem losen Haufen und sortiert sich nach Kriterien, zum Beispiel nach Vorname, Alter oder Schuhgröße. Sie dürfen dabei nicht sprechen. Beim letzten Kriterium wird die Gruppe in zwei Teams geteilt. Lernziel: Kommunikation läuft immer, auch ohne Worte.

2. Wilde Kommunikation (etwa 10 Minuten)
Zwei Gruppen stehen sich in 7 bis 10 Metern Abstand gegenüber. Jedes Kind auf einer Seite bekommt eine Karte mit einem Satz, zum Beispiel einem Einsatzbefehl. Auf Kommando rufen alle ihrem Gegenüber den Satz zu, und dieser schreibt ihn auf. Weil alle gleichzeitig rufen, geht vieles verloren. Lernziel: Ohne Disziplin gibt es keine klare Verständigung. Steigerung: Auf den Zetteln stehen Rätsel, deren Antwort ein Gegenstand vom Fahrzeug ist.

3. Auswertung (etwa 10 Minuten)
Wie hat sich die Kommunikation angefühlt? Was ist schiefgelaufen? Als Grundlage dient das Vier-Ohren-Modell (Schulz von Thun): Eine Nachricht hat vier Seiten, nämlich Sachinhalt, Selbstkundgabe, Beziehungshinweis und Appell. Der Empfänger hört auf allen vier Ohren. Dadurch entstehen Missverständnisse. Hier können auch Regeln der Funkdisziplin besprochen werden.

4. Theorieeinheit (etwa 10 Minuten)
Kurzer Input oder Lehrfilm zu:

  • Aufbau eines Funkgeräts
  • Funkrufname
  • Aufbau eines Funkspruchs
  • Funkdisziplin
  • Grundlagen DMO und TMO (Direktbetrieb und Netzbetrieb)
  • Statusmeldungen

5. Der Funkbaumeister (etwa 40 Minuten)
Die Gruppe teilt sich in Kleingruppen mit höchstens vier Kindern. Jede Kleingruppe sucht sich einen ruhigen Platz und bekommt ein Funkgerät und einen gleichen Satz Bausteine. Je zwei Gruppen arbeiten zusammen: Die eine baut ein Bauwerk und beschreibt es per Funk. Die andere baut es nach. Danach wird getauscht. Lernziel: Exakte Kommunikation führt zur Verständigung, Missverständnisse entstehen trotzdem schnell.

6. Zusammenfassung (etwa 5 Minuten)
Gute Kommunikation beim Funken beugt Missverständnissen vor. Das gilt im Alltag, in der Jugendfeuerwehr und im Einsatz.

7. Blind zählen (etwa 10 Minuten, Abschluss)
Alle stehen im Kreis, schließen die Augen und zählen gemeinsam bis 30. Keine Person darf zweimal hintereinander eine Zahl sagen. Es darf nicht abgesprochen werden. Wer sich verzählt oder gleichzeitig mit einem anderen eine Zahl sagt, beginnt mit allen wieder bei eins. Variante: Zwei Kleingruppen spielen gegeneinander.

Material

  • Je 8 Teilnehmende: zwei Funkgeräte und zwei gleiche Sätze Bausteine
  • Stifte und Zettel für alle
  • Feuerwehrleine für die erste Übung
  • Anschauungsmaterial zum Vier-Ohren-Modell

Tipps

  • Funkgeräte gibt es oft als Übungsgeräte. Frag die Wehrführung nach der Erlaubnis, bevor du Einsatzfunkgeräte nimmst.
  • Eindeutiger sprechen: Lass die Kinder erst üben, wie man Bausteine genau beschreibt (Farbe, Form, Lage), bevor sie funken.
  • Funkdisziplin: „Hören, bevor du sprichst.“ Wiederhole die Regeln mit der Kinderseite „Buchstabieren und Funken“.

Quelle

In eigenen Worten nach der Gruppenstunde „Funkausbildung“ (Konzept: Anja Malkus, Patrick Fassian, André Linko, Stefanie Rebhan, Isabell Schlick), veröffentlicht im Bildungsprogramm „Mehr ausBILDUNG“ der Deutschen Jugendfeuerwehr (bildung.jugendfeuerwehr.de, Praxistipps), Stand 28.08.2023.