Das Wichtigste in Kürze
- Ziel: Die Gruppe übt Kommunikation und Teamarbeit, ohne zu sehen. Daraus entstehen Gespräche über Rollen und Regeln.
- Für wen: Ab 8 Jahren, 10 bis 20 Teilnehmende, drei Betreuende.
- Dauer: Etwa 90 Minuten, Vorbereitung etwa 15 Minuten.
- Aufgabe: Mit verbundenen Augen formt die Gruppe aus einem langen Seil ein Quadrat. Alle fassen am Ende mit mindestens einer Hand an.
- Material: Freifläche, ein langes dickes Seil (etwa 50 Meter), Augenbinden für alle.
Worum geht es?
Die Gruppe soll eine Aufgabe lösen, bei der sich niemand auf die Augen verlassen kann. Das zwingt zum Reden, Zuhören und Absprechen. Nebenbei erleben die Kinder, welche Rollen in einer Gruppe auftreten und wie schwer es ist, sich ohne Sicht zu orientieren. Das ähnelt entfernt dem, was bei Einsätzen mit schlechter Sicht wichtig ist: eindeutige Kommunikation und sich aufeinander verlassen. Die Kinder üben dabei aber keinen Atemschutz.
Ablauf
1. Vorbereitung (etwa 15 Minuten)
Freie Spielfläche herrichten, Seil auslegen, Augenbinden bereithalten. Beim Start verteilt die Spielleitung die Kinder mit verbundenen Augen unterschiedlich auf der Fläche. Das erschwert die Orientierung. Erst dann werden die Regeln gesagt.
2. Ankommen (etwa 5 Minuten)
Begrüßung und Vorstellung des Programms.
3. Aufwärmen (etwa 10 Minuten)
Eine körpernahe Kooperationsübung: Zu zweit Rücken an Rücken aufstehen und wieder hinsetzen.
4. Einführung (etwa 10 Minuten)
Warum übt die Feuerwehr Zusammenarbeit? Weil sich Einsatzkräfte aufeinander verlassen müssen.
5. Hauptteil (etwa 30 Minuten)
Die Spielleitung sagt: „Gleich lege ich ein Seil neben euch. Wenn ich das Startsignal gebe, bildet ihr daraus ein Quadrat. Das ganze Seil muss verwendet werden. Am Ende fasst jeder mit mindestens einer Hand am Quadrat an. Die Übung ist zu Ende, wenn ihr überzeugt seid, dass ihr es geschafft habt. Achtet auf alles, was passiert, und merkt es euch.“ Dann gibt die Spielleitung das Startsignal und stoppt die Zeit.
Während des Spiels mischt sich die Spielleitung nicht ein. Die Gruppe entscheidet selbst, wie sie vorgeht, welche Regeln sie anwendet und wann sie fertig ist. Ob das Seil in der Luft gehalten oder am Boden liegt, ist ihre Sache.
6. Auswertung (etwa 20 Minuten)
Hier steckt der Lerneffekt. Beobachtende (zum Beispiel Kinder, die nicht mitspielen) und Spielende berichten:
- Was ist passiert? Wie habt ihr euch gefühlt?
- Wie seid ihr zu einer Lösung gekommen?
- Wer hat geredet, wer zugehört, wer Kommandos gegeben? Wer wurde übergangen?
- Welche Rollen gab es? Zum Beispiel die Lenkenden, die Bremsenden, die Heiteren. Solche Rollen gibt es in jeder Gruppe.
- Was hat das mit der Feuerwehr zu tun? Eindeutige Kommunikation, sich ohne Sicht orientieren, Vertrauen und gemeinsames Lösen.
- Welche Gruppenregeln wären hilfreich? Daraus lassen sich Regeln für die Jugendfeuerwehr ableiten.
Tipps
- Wenn jemand die Augenbinde nicht möchte: Er darf die Augen einfach schließen oder als Beobachter mitmachen.
- Gruppe mischen: Verteile die Kinder zu Beginn, damit sie keine festen Nachbarn haben.
- Gleich auswerten, solange die Erlebnisse frisch sind.
- Wiederholen: Zu einem späteren Zeitpunkt kannst du die Übung mit einer anderen Figur wiederholen und vergleichen, was sich verändert hat.
Quelle
In eigenen Worten nach der Gruppenstunde „Orientierungsquadrat – eine Teamübung“ (Konzept: Uwe Danker), veröffentlicht im Bildungsprogramm „Mehr ausBILDUNG“ der Deutschen Jugendfeuerwehr (bildung.jugendfeuerwehr.de, Praxistipps), Stand 28.08.2023.