Das Wichtigste in Kürze
- Ziel: Die Gruppe merkt, was Kameradschaft ist, und einigt sich auf gemeinsame Regeln.
- Für wen: Kinder und Jugendliche von 10 bis 16 Jahren, 12 bis 24 Teilnehmende, zwei bis drei Betreuende.
- Dauer: 60 bis 120 Minuten. Die Vorbereitung dauert etwa eine Stunde.
- Idee: Die Gruppe „bewältigt gemeinsam einen Einsatz“ in sieben kleinen Spielen. Wer ein Spiel gewinnt, bekommt eine Flamme für sein Team.
- Drinnen und draußen möglich: Gruppenraum, Fahrzeughalle oder Freifläche.
Worum geht es?
Die Kinder erarbeiten, was Kameradschaft und ein gutes Team ausmacht. Danach üben sie Zusammenarbeit in Spielen. Zum Schluss legen sie fest, welche Regeln für alle gelten. Das Besondere: Die Spiele erzählen einen Einsatz von der Alarmierung bis zur Heimfahrt, und jedes Spiel übt etwas, das auch im echten Dienst wichtig ist.
Ablauf in Phasen
1. Ankommen und Einstieg (etwa 15 Minuten)
Die Gruppe sitzt im Stuhlkreis. Auf einer Pinnwand steht die Frage: „Was ist Kameradschaft?“ Jeder schreibt seine Gedanken auf Karten, die dann gemeinsam besprochen werden. Wichtig ist der Gedanke: In der Feuerwehr muss man sich aufeinander verlassen können, denn im Einsatz gibt es gefährliche Lagen.
2. Teams bilden (etwa 2 Minuten)
Unter den Stühlen kleben farbige Punkte. Wer dieselbe Farbe hat, bildet ein Team. Es sollten etwa Vierergruppen entstehen. Jedes Team denkt sich einen einfallsreichen Namen aus.
3. Die Spiele (etwa 60 Minuten)
Alle Spiele stehen auf einer Pinnwand oder einem Flipchart. Das Gewinnerteam eines Spiels bekommt eine Flamme. Die Spiele:
- „Das Ausrücken“ (Im Fadenkreuz): Das Team zieht eine Feuerwehrleine durch Hosenbein und Ärmel, rechts hinein, rechts hinaus, links hinein, links hinaus. Danach stellen sich alle in einer Reihe auf, und der Letzte ruft „Aufsitzen“. Es geht um schnelles, reibungsloses Einkleiden und Zusammenarbeit.
- „Die Einsatzmeldung“ (Wer kann sich’s merken?): Ein Bild mit vielen Gegenständen ist eine Minute zu sehen. Dann schreibt das Team auf, woran es sich erinnert. Ein Punkt für jede richtige Angabe, ein Minuspunkt für jede falsche. Das übt Wahrnehmung und Merken.
- „Die Einsatzfahrt“ (Schollenlauf): Jeder hat eine „Scholle“ (Teppichstück, Karton, Matte). Das Team muss nur über die Unterlagen von A nach B kommen. Wer daneben tritt, lässt das Team neu beginnen. Es geht um Absprache und Koordination.
- „Der Angriffstrupp“ (Strahlrohr): Ein Strahlrohr soll so weit wie möglich hinter eine Markierungslinie gelegt werden. Wer jenseits der Linie den Boden berührt hat, darf nur noch einen Schritt gehen. Werfen und Hilfsmittel sind verboten. Das übt Abstimmung und gemeinsame Lösungen.
- „Der Gefahrstoff“ (Kehr um): Das Team steht auf einer Plane und soll sie umdrehen, ohne sie zu verlassen. Wer den Boden berührt, beginnt von vorn. Das übt Kommunikation und Zusammenarbeit.
- „Der Abbau“ (Schläuche rollen): Jeder im Team rollt einen C-Schlauch aus und wieder auf, so schnell wie möglich. Das übt Grundfertigkeiten.
- „Das Aufsitzen“ (Reise nach Jerusalem): Mit Stühlen und Musik. Das Team, dessen Mitglied gewinnt, bekommt einen Punkt.
4. Auswertung und Ehrung (etwa 5 Minuten, gern länger)
Die Flammen werden gezählt. Das Team mit den meisten gewinnt, vielleicht ein kleiner Preis oder eine gemeinsame Belohnung wie ein Eis. Wichtig: Die Spiele werden mit den Anfangsgedanken verknüpft. Wo war Teamarbeit nötig? Wo haben wir Regeln schon angewendet, zum Beispiel zuhören und ausreden lassen?
5. Gemeinsame Regeln
Je nach Zeit werden die Regeln am Anfang oder am Ende gesammelt. Wenn du sie am Ende festlegst, plane genug Zeit ein. Am Ende lässt die Konzentration der Kinder nach, darum eignet sich der Spieleteil als flexibler Puffer.
Material
- Stuhlkreis, Pinnwand oder Flipchart, Stifte, Moderationskarten, Klebepunkte
- Feuerwehrleine pro Team
- Bild mit vielen Gegenständen, Zettel und Stifte
- Eine „Scholle“ pro Teilnehmer
- Ein Strahlrohr pro Team, eine Linie
- Eine Plane pro Team
- Ein C-Schlauch pro Team
- Stühle und Musik
- Kleine Preise
Tipps
- Dauer anpassen: Du musst nicht alle Spiele durchführen. Die Stunde lässt sich auch auf zwei Dienste verteilen.
- Teams mischen und nicht dieselben Kinder immer zusammenlassen.
- Nicht auf den Sieg fixieren: Das Lernziel ist Zusammenarbeit. Lobe gute Absprachen auch bei den Verlierern.
- Sicherheit: Beim Schollenlauf und beim Umdrehen der Plane sollen die Untergründe eben und trocken sein. Lege Wert auf gefahrloses Spielen.
Quelle
In eigenen Worten nach der Gruppenstunde „Teambuilding und gemeinsame Regeln“ (Konzept: Stefanie Rebhan), veröffentlicht im Bildungsprogramm „Mehr ausBILDUNG“ der Deutschen Jugendfeuerwehr (bildung.jugendfeuerwehr.de, Praxistipps), Stand 28.08.2023.