Das Wichtigste in Kürze
- Eine gute Gruppenstunde hat drei Phasen: Einführung (ankommen, einsteigen), Erarbeitung (das Thema bearbeiten), Sicherung (festigen, reflektieren, ausblicken).
- Lege ein Lernziel fest, das man am Ende überprüfen kann, zum Beispiel: „Alle können den Notruf richtig absetzen.“
- Plane im Team und mit den Kindern. Wer mitentscheidet, macht lieber mit.
- Wechsle die Methode, damit niemand abschaltet, und sprich mehrere Sinne an.
- Halte einen Plan B bereit. Einsätze, Wetter oder Wünsche der Kinder können alles durcheinanderbringen. Die Vorbereitung ist dann nicht umsonst: Du hebst sie für später auf.
- Denke an Sicherheit: Betreuerzahl, Gelände, Material, Erste-Hilfe-Ausrüstung.
Dienst oder Gruppenstunde?
- Jugendfeuerwehr: Wenn eine Veranstaltung sich an den Feuerwehr-Dienstvorschriften orientiert, heißt sie meist Dienst.
- Kindergruppen arbeiten nicht nach den Dienstvorschriften. Dort heißt es einheitlich Gruppenstunde, mit Schwerpunkt auf Spiel, Basteln, Lesen, Experimenten und Brandschutzerziehung.
Leitfragen für die Planung
- Was sollen die Kinder danach können? Welche Fähigkeiten stehen im Mittelpunkt?
- Welche Voraussetzungen gibt es bei Betreuern, Kindern, Räumen, Fahrzeugen und Material?
- Was soll vermittelt werden, warum und wie?
- Gibt es einen besseren Weg?
- Ist die Sicherheit aller jederzeit gewährleistet?
Die drei Phasen
1. Einführungsphase
- Ankommen lassen, zum Beispiel mit einem festen Begrüßungsritual oder einem Warming-up.
- Motivierender Einstieg: eine Frage, ein Bild, ein Spiel.
- Das Ziel vorstellen.
2. Erarbeitungsphase
- Mit dem Thema auseinandersetzen, damit das Ziel erreicht wird.
- Fachliche und soziale Fähigkeiten gleichermaßen berücksichtigen.
- Methoden wechseln und die Kinder selbst tätig werden lassen.
3. Sicherungsphase
- Prüfen, ob das Ziel erreicht wurde.
- Gemeinsam nachdenken: Was haben wir gelernt? Was war gut?
- Ausblick auf das nächste Treffen und Organisatorisches.
Ein tabellarischer Verlaufsplan hilft: Thema, Datum, Betreuer, Teilnehmer, Ort, Fahrzeuge, Kompetenzen und je Phase Teilziele, Inhalte, Methoden, Material und Verantwortliche.
Die Aufgabe der Betreuer
- Den Lernprozess anregen, fördern und begleiten, nicht nur Stoff vortragen.
- Eine Wohlfühlatmosphäre schaffen.
- Methoden wechseln, damit niemand unaufmerksam wird und verschiedene Sinne angesprochen werden.
- Die Gruppe teilen, wenn das sinnvoll ist.
Nach der Stunde: Nachdenken
Gleich nach der Stunde solltest du dein Handeln überdenken:
- Wurden die Erwartungen und Grundbedürfnisse der Kinder beachtet?
- Gab es Abwechslung und einen Zugang, der zur Gruppe passt?
- Wurden persönliche Umstände der Kinder beachtet?
- Wurden die Ziele erreicht?
- Hat es allen Spaß gemacht?
Außerdem hilfreich: Anwesenheit dokumentieren, besonders bei Übungen und Ausflügen, Material zurückräumen, Mängel melden und Eltern informieren, wenn es etwas Wichtiges gab.
Wenn du mehr wissen willst
- Langzeitplanung: Bei regelmäßigen Gruppenstunden denkst du an Betreuer, Material, Räume und Fahrzeuge, an den Entwicklungsstand und das Vorwissen der Kinder, an die Zahl der Teilnehmer (wichtig für Fahrzeuge), eine sinnvolle Gruppeneinteilung und eine logische Abfolge der Inhalte.
- Rahmenbedingungen: Wetter, Öffnungszeiten, Elternabende, Teambesprechungen. Auch Trainingszeiten anderer Vereine können eine Rolle spielen.
- Netzwerk: Der Austausch mit anderen Gruppen sowie Aus- und Fortbildung der Betreuer gehören zur Planung.
- Mehr zur Planung des ganzen Jahres findest du auf der Seite „Ausbildungsjahr planen“.
- Fertige Beispiele der Deutschen Jugendfeuerwehr: Teambuilding und gemeinsame Regeln, Orientierungsquadrat, Funkausbildung und Training Löschangriff.
Quelle
Das Phasenschema und die Leitfragen folgen dem Kapitel „Sozialformen und Methodik“ im Bildungsprogramm „Mehr ausBILDUNG“ der Deutschen Jugendfeuerwehr (bildung.jugendfeuerwehr.de), in eigenen Worten.