Rollen und Aufgaben von Betreuenden

Organisation und Infos

Entwurf: noch nicht von Jugendwarten fachlich geprüft

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer eine Kinder- oder Jugendgruppe leitet, ist mehr als Ausbilder. Man wechselt je nach Lage zwischen vielen Rollen.
  • Die Hauptaufgaben: Feuerwehrwissen vermitteln, betreuen, die Aufsicht führen, Kinderrechte und Kindeswohl wahren, Werte vermitteln.
  • Die Schwerpunkte unterscheiden sich vom Ausbilder in der Einsatzabteilung: Wichtiger als Fachwissen sind Kenntnisse über die Entwicklung von Kindern, pädagogisches Können und Konfliktlösung.
  • Du bist Vorbild, ob du willst oder nicht. Kinder schauen, wie du dich verhältst.
  • Ein Team ist besser als ein Einzelkämpfer. Verteilt Aufgaben und sprecht euch ab.

Die Aufgaben von Betreuenden

  • Fachwissen vermitteln: bei Jugendlichen mit passender Methodik, bei Kindern über Spaß und Spiel.
  • Betreuen und begleiten.
  • Aufsicht führen. Mehr dazu auf der Seite „Aufsichtspflicht“.
  • Kinderrechte wahren und das Wohl der Kinder sichern. Das heißt schützen, fördern und beteiligen. Mehr dazu auf der Seite „Kinderschutz“.
  • Werte und soziale Fähigkeiten vermitteln, zum Beispiel Teamgeist, Hilfsbereitschaft und Respekt.

Was Betreuende können sollten

  • Feuerwehrtechnische Grundlagen und Aufbau der Feuerwehr. Es ist aber auch möglich, ohne diese Vorkenntnisse zu betreuen. Dann übernimmt man Aufgaben, die dazu passen.
  • Pädagogische Grundlagen: Wie entwickeln sich Kinder und Jugendliche? Welche Methoden passen zu welchem Alter?
  • Konflikte vermeiden und schlichten.
  • Rechtliches: Aufsichtspflicht, Jugendschutz, Kinderrechte, Kinderschutz. Die Juleica-Schulung wird empfohlen.
  • Pädagogische Fachkräfte einbinden, besonders in Kindergruppen. Erzieherinnen und Erzieher aus Kitas bringen viel Erfahrung mit.

Die vielen Rollen

Die Deutsche Jugendfeuerwehr beschreibt diese Rollen der Leitung:

  • Ausbildende: Wissen kindgerecht und methodisch passend vermitteln. In Kindergruppen steht das spielerische Heranführen im Vordergrund, zum Beispiel mit Basteln oder Experimenten.
  • Betreuende: Der Auftrag geht über die Aufsichtspflicht hinaus. Rechtskenntnisse, Pädagogik und Kinderschutz gehören dazu.
  • Werbende: Auf Kinder zugehen und sie für die Feuerwehr begeistern. Eigene Begeisterung steckt an.
  • Organisierende: Gruppenstunden, Dienste, Freizeiten planen. Die Gesamtverantwortung bleibt bei der Leitung, Teilaufgaben kann sie abgeben.
  • Verwaltende: Dienstbuch, Mitglieder, Berichte, Kasse, Förderanträge.
  • Teamleitende: Aufgaben verteilen, andere Meinungen zulassen und zusammenbringen.
  • Konfliktmanager: Spannungen erkennen, vermitteln, bei nicht tolerierbarem Verhalten klare Grenzen setzen.
  • Notfallmanager: Risiken einschätzen, Notfallplan und Notfallmappe führen, Notfälle nachbesprechen.
  • Vertraute: Jugendliche suchen oft eine Ansprechperson außerhalb der Familie. Vertrauen entsteht durch Respekt, Echtheit und Verschwiegenheit. Diese Nähe darf die anderen Rollen nicht überlagern.
  • Moderierende: Lernumgebungen schaffen, sich im richtigen Moment zurückhalten und Selbsttätigkeit fördern.
  • Ermöglichende: Kinder dürfen mitbestimmen und selbst organisieren. Fehler und Umwege gehören zum Lernen.
  • Animierende: Ein Programm, das Spaß macht und zum Wiederkommen einlädt.
  • Vorbilder: siehe unten.

Spannungsfelder

Aus den Rollen ergeben sich Zwickmühlen. Kenne sie, dann gehst du bewusster damit um:

  • Nähe und Distanz: Vertrauen aufbauen, ohne zum Kumpel zu werden, der keine Regeln durchsetzt.
  • Vertraulichkeit und Verantwortung: Anvertrautes gibst du möglichst nur nach Absprache mit dem Kind weiter. Geht es um Sicherheit und Kindeswohl, kann das anders sein. Mehr dazu auf der Seite „Kinderschutz“.
  • Lenken und Zurücknehmen: Selbsttätigkeit ermöglichen und trotzdem Hinweise geben und für Fairness sorgen.
  • Konsequenz und Beziehung: Grenzen klar setzen, aber um Einsicht werben. Begründete Entscheidungen werden eher akzeptiert, wenn du zu ihnen stehst.
  • Abgeben und Verantwortung: Aufgaben kannst du abgeben, die Verantwortung bleibt bei dir.

Vorbild sein

  • Du vertrittst deine Abteilung in der Feuerwehr und nach außen, auch in Zeitungsberichten.
  • Kinder orientieren sich stark an dir: an deinem Auftreten, deiner Pünktlichkeit, deinem Umgang mit Rauchen und Alkohol und deinen Einstellungen. Das merkst du oft nicht.
  • Auch außerhalb des Dienstes wirst du als Bezugsperson wahrgenommen.
  • Verlässlichkeit im Team: Wenn Betreuende auf Ähnliches unterschiedlich reagieren, verunsichert das Kinder. Gemeinsame Regeln geben Halt.
  • Wichtige Eigenschaften: Aufrichtigkeit, Fairness, Kritikfähigkeit, Selbstreflexion und Durchsetzungskraft.

Aufgaben der Leitung im Überblick

  • Planen und durchführen: Dienstplan, einzelne Dienste, Freizeiten. Die Kinder werden dabei beteiligt.
  • Sicherheit: Aufsicht führen, Unfallverhütung beachten und mit den Kindern besprechen.
  • Zusammenarbeit: Treffen im Team, Mitarbeit in den Gremien der Feuerwehr, Kontakt zu Kreis- und Landesebene, Kontakt zu den Eltern.
  • Verwaltung: Haushaltsmittel, Teilkasse, Sponsoren, Jugendordnung, Jahresbericht und Statistik, Öffentlichkeitsarbeit.
  • Dich selbst weiterbilden.

Fragen zum Nachdenken

  • Welche drei Rollen fallen mir leicht, welche schwer?
  • Wo brauchen wir im Team jemanden, der eine Rolle besser kann als ich?
  • Was sehen die Kinder bei mir, wenn ich nicht merke, dass sie zuschauen?

Quelle

In eigenen Worten nach den Kapiteln „Anforderungen und Aufgaben“ und „Rollen der Betreuenden“ im Bildungsprogramm „Mehr ausBILDUNG“ der Deutschen Jugendfeuerwehr (bildung.jugendfeuerwehr.de).