Das Wichtigste in Kürze
- Wer Jugendwart oder Betreuer wird, braucht einen guten Start. Die Deutsche Jugendfeuerwehr empfiehlt dafür drei Schritte: Anforderungsprofil, Auswahl mit Probephase, Begleitung im neuen Amt.
- Die Auswahl ist Chefsache. Die Wehrleitung treibt sie aktiv voran und bezieht andere Mitglieder ein.
- Gesucht wird gezielt, nicht über eine Zeitungsanzeige: im Gespräch mit Betreuenden, Jugendlichen und Führungskräften.
- Nach der Probephase bekommt die neue Person Rückhalt, Ansprechpartner, Weiterbildung, Befugnisse und Anerkennung.
- Fehlende Qualifikationen können innerhalb einer Frist nachgeholt werden.
Schritt 1: Das Anforderungsprofil
Wie ein Betrieb bei einer Stellenbesetzung überlegt eure Feuerwehr zuerst, wer gesucht wird.
Formale Voraussetzungen:
- Mindestens 18 Jahre, damit die Aufsichtspflicht übernommen werden darf.
- Führerschein Klasse B, besser C, für Fahrten mit der Gruppe.
- Feuerwehrtechnische Ausbildung: mindestens Truppmann, besser Truppführer oder Gruppenführer.
- Pädagogische Grundkenntnisse, zum Beispiel durch die Juleica.
Fehlt etwas, muss zumindest die Bereitschaft da sein, es innerhalb einer festgelegten Frist nachzuholen.
Persönliche Eigenschaften:
- Einfühlungsvermögen und ein guter Draht zu Kindern und Jugendlichen
- Engagement und Bereitschaft, Zeit zu investieren
- Teamfähigkeit, auch in Gremien
- Reife und Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen
- Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit
- Sicheres Auftreten gegenüber Kindern und gegenüber Dritten
Schritt 2: Auswahl und Probephase
Suchen:
- Sprich mit bisherigen Betreuenden.
- Frage die Jugendlichen. Bei Kindergruppen ist das oft nicht nötig.
- Sprich mit mehreren Führungskräften der Feuerwehr.
- Nutze mehrere Quellen und geh vorurteilsfrei vor.
Gespräch:
- Plant ausreichend Zeit ein und vermeidet Störungen.
- Beschreibt Aufgabe und Rahmen.
- Gleicht die Erwartungen beider Seiten ab.
- Fragt nach Interessen und Ideen.
- Legt fest, welche Weiterbildung nötig ist.
Probephase:
- Vorstellung in der Kinder- oder Jugendgruppe
- Begleitung durch eine erfahrene Betreuungskraft
- Erste Aufgaben übernehmen
- Einschätzung von Team und Jugendlichen einholen
- Feedbackgespräch führen
Die Probephase nützt beiden Seiten, um zu klären, ob die Aufgabe passt.
Schritt 3: Begleitung im neuen Amt
Am Anfang sind Rückhalt und Sicherheit wichtiger als lange Anleitungen.
- Offizielle Einführung in das Amt, besonders bei Jugendwarten und Leitungen von Kindergruppen. Die Vorstellung gehört in die Kinder- oder Jugendfeuerwehr, in die Einsatzabteilung und in die übergeordneten Gremien.
- Ansprechpartner aus dem Kreis erfahrener Betreuenden oder Führungskräfte.
- Zeitnah Weiterbildung, damit nicht monatelang gewartet wird.
- Befugnisse passend zum Amt, zum Beispiel Schlüssel, echtes Mitspracherecht in Gremien und ein Dienststellungsabzeichen.
- Anerkennung, zum Beispiel durch Ehrenamtskarte, Dank oder ein Präsent und Ehrung zum passenden Zeitpunkt, nicht erst nach fünf oder zehn Jahren.
- Regelmäßiger Austausch mit der Wehrleitung, kollegial und vertrauensvoll.
Checkliste
Vorbereitung
- Anforderungsprofil festgelegt, Mindestqualifikation und Fristen geklärt
- Verantwortliche Person benannt, weitere Mitglieder eingebunden
Suche
- Gespräche mit bisherigen Betreuenden, Jugendlichen und Führungskräften geführt
- Vorauswahl nach dem Profil getroffen
Gespräch und Probephase
- Aufgabe, Rahmen und Erwartungen besprochen
- Weiterbildung festgelegt
- Vorstellung, Begleitung, erste Aufgaben, Rückmeldungen, Feedbackgespräch
Start
- Offizielle Einführung
- Ansprechpartner benannt
- Weiterbildung organisiert
- Befugnisse übertragen
- Anerkennung geplant
- Austauschtermine vereinbart
Quelle
In eigenen Worten nach dem Kapitel „Onboarding“ (Autor: Dr. Andreas Adams, Hessische Jugendfeuerwehr) im Bildungsprogramm „Mehr ausBILDUNG“ der Deutschen Jugendfeuerwehr (bildung.jugendfeuerwehr.de).