Das Wichtigste in Kürze
- Kinder kommen freiwillig. Sie bleiben, wenn sie Spaß, Gemeinschaft und Erfolg erleben.
- Motivation entsteht durch Beteiligung: Lass die Kinder mitentscheiden und Verantwortung übernehmen.
- Lob wirkt, wenn es konkret ist. Sag, was gut war, nicht nur „super“.
- Störungen sind oft ein Zeichen, dass etwas nicht passt: zu lang, zu leicht, zu schwer, zu laut. Schau zuerst auf die Stunde, dann auf das Kind.
- Behandle alle gleich, Mädchen und Jungen, ältere und jüngere Kinder, Neue und Alteingesessene. Niemand soll Außenseiter werden.
Warum kommen Kinder in die Jugendfeuerwehr?
Die Gründe sind verschieden:
- Freunde und Gemeinschaft.
- Neugier auf Feuerwehr, Fahrzeuge und Technik.
- Etwas Sinnvolles tun und anderen helfen.
- Spiele, Ausflüge, Lager.
- Die Eltern oder Geschwister sind schon dabei.
Frag deine Kinder ruhig, was sie bei euch halten würde. Das hilft bei der Planung.
Was motiviert, was nicht?
Motivierend:
- Selbst ausprobieren statt nur zuhören.
- Erfolge sehen: Ein gelungener Knoten, ein bestandener Test, ein kleines Abzeichen.
- Mitbestimmen: Spiele aussuchen, Regeln festlegen, Aufgaben übernehmen.
- Abwechslung: Spiel, Technik, Teamaufgabe, Ausflug.
- Gemeinsames Ziel: zum Beispiel die Jugendflamme in der Gruppe.
Demotivierend:
- Lange Vorträge ohne eigenes Tun.
- Wartezeiten, in denen nichts passiert.
- Immer dasselbe, ohne neue Herausforderung.
- Vergleiche mit anderen und Bloßstellen.
- Zu schwere oder zu leichte Aufgaben.
Feedback geben
- Konkret: „Dein Mastwurf sitzt fest, und das Ende ist lang genug.“ Das hilft mehr als „Gut gemacht“.
- Zuerst das Gelungene, dann ein Verbesserungsvorschlag.
- Ein Punkt auf einmal. Zu viel Kritik entmutigt.
- Auf die Sache, nicht auf die Person: „Der Knoten ist locker“ statt „Du kannst das nicht“.
- Unter vier Augen, wenn es um Fehler geht.
Umgang mit Störungen
- Ruhig bleiben und nicht laut werden.
- Frage dich: Ist die Stunde zu lang, zu leicht, zu schwer, zu laut? Liegt es am Raum, an der Tageszeit, am Wetter?
- Regeln gemeinsam festlegen und sichtbar machen, zum Beispiel auf einem Plakat.
- Nonverbal eingreifen: Blickkontakt, Nähe, Handzeichen.
- Aufgabe geben: Ein unruhiges Kind kann etwas tragen, verteilen oder vormachen.
- Unter vier Augen sprechen, wenn es länger dauert. Frag nach dem Grund.
- Eltern einbinden, wenn es nötig ist.
Wenn es einen Konflikt gibt
- Trenne die Beteiligten kurz, wenn es hitzig wird.
- Hör beide Seiten an, ohne zu urteilen.
- Lass die Kinder selbst nach einer Lösung suchen, und hilf dabei.
- Vereinbart etwas Konkretes und prüft später, ob es klappt.
- Bei Gewalt oder Mobbing: sofort eingreifen, die Wehrführung informieren und gemeinsam handeln.
Gleichberechtigung und Vielfalt
- Mädchen und Jungen sollen die gleichen Chancen und Aufgaben bekommen.
- Kinder aus anderen Kulturen und Kinder mit Beeinträchtigungen gehören dazu. Plane Aufgaben so, dass alle teilnehmen können.
- Außenseiter brauchen Unterstützung: Pate zuweisen, Aufgaben geben, die zu ihnen passen, Stärken sichtbar machen.
- Die Deutsche Jugendfeuerwehr nennt als Leitprinzip bei Lehrgängen Gender Mainstreaming: Es soll bei Planung und Durchführung auf Gleichstellung geachtet werden.
Inklusion statt Anpassung
Das Bildungsprogramm der Deutschen Jugendfeuerwehr unterscheidet Integration (der Einzelne passt sich an) von Inklusion (die Gruppe verändert sich, damit alle teilnehmen können). Beim Aufnehmen eines Kindes mit Behinderung ist ein Gespräch mit den Eltern der erste Schritt. Die Wehrleitung entscheidet im Einzelfall, ob sie dem Kind gerecht werden kann. Ausgeschlossen werden darf niemand wegen einer Behinderung. Gleichberechtigung heißt nicht, dass alle dasselbe leisten, sondern dass jeder nach seinen Fähigkeiten teilnehmen kann.
Fragen zum Nachdenken: Fühlt sich jede und jeder willkommen? Welche Hürden gibt es für die Teilnahme, und wie lassen sie sich abbauen?
Wenn du mehr wissen willst
- Gruppenrollen: In jeder Gruppe gibt es Engagierte, Interessierte, Mitläufer und manchmal auch Skeptische. Versuche, jeden mit dem anzusprechen, was ihm liegt.
- Gruppenklima: Wertschätzung, klare Regeln und Rituale (zum Beispiel eine feste Begrüßung) schaffen Sicherheit.
- Fortbildung: Kurse zu Gruppenpädagogik und Konfliktbewältigung sind Teil der Jugendleiter-Ausbildung. Frag deine Landesjugendfeuerwehr nach Angeboten.