Das Wichtigste in Kürze
- Werte geben Orientierung und schaffen Zusammenhalt. Kinder lernen sie vor allem durch Vorbilder, also durch dich.
- Die Deutsche Jugendfeuerwehr nennt acht Werte: Hilfsbereitschaft, Kameradschaft, individuelle Vielfalt, Mitbestimmung, ehrenamtliches Engagement, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Spaß.
- Werte werden gelebt und besprochen, nicht verordnet. Am besten erarbeitet die Gruppe ihre Regeln selbst.
- Diskriminierende Sprüche werden sofort angesprochen.
- Werte ändern sich mit der Gesellschaft. Darum lohnt es, sie regelmäßig gemeinsam zu überprüfen.
Warum Werte?
Neben der technischen Ausbildung gehören persönliche Kompetenzen und vorgelebte Werte zur Entwicklung der jungen Menschen. Werte sind nicht angeboren. Kinder übernehmen sie von Menschen, die sie erleben, und prüfen sie später für sich. Deshalb tragen alle Verantwortlichen eine besondere Verantwortung als Vorbilder. Wenn Werte gemeinsam gelebt und diskutiert werden, bindet das Mitglieder langfristig und macht sie neugierig auf die Einsatzabteilung.
Die acht Werte
- Hilfsbereitschaft: Grundlage der Feuerwehr ist der Dienst am Nächsten und am Gemeinwohl. Gelebt wird sie durch gegenseitige Unterstützung, gemischte Übungsgruppen und das Weitergeben von Wissen unabhängig von Rang oder Alter. Dahinter steht der Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes.
- Kameradschaft: Vertrauen, Respekt und Verantwortung füreinander. Stärken und Schwächen werden angenommen. Die Gruppe erarbeitet einen eigenen Kodex und prüft ihn regelmäßig.
- Individuelle Vielfalt: Die Jugendarbeit ist offen für alle, unabhängig von Herkunft, Religion, Aussehen, Geschlecht oder Behinderung. Diskriminierende Äußerungen werden direkt angesprochen. Teilhabe wird aktiv ermöglicht, auch beim gemeinsamen Essen.
- Mitbestimmung: Alle bringen sich gleichberechtigt ein. Entscheidungen fallen möglichst direkt und transparent. Jugendausschüsse und Jugendsprecher bekommen echte Mitwirkung. Eine Befehlshierarchie außerhalb des Einsatzdienstes lehnt die DJF ab.
- Ehrenamtliches Engagement: Betreuende arbeiten unentgeltlich. Kinder und Jugendliche sollen für Engagement für andere begeistert werden. Die Dienstplanung ist ehrenamtsfreundlich und überfordert niemanden.
- Verlässlichkeit: Eltern, Bürger und Mitglieder müssen sich auf die Feuerwehr verlassen können. Dazu gehören ein verbindlicher Dienstplan, eingehaltene Zusagen und keine Versprechen, die man nicht halten kann.
- Wertschätzung: Die Leistung jedes Mitglieds und das Engagement der Betreuenden werden gesehen und anerkannt. Man begegnet sich auf Augenhöhe, lobt Stärken und sagt Danke.
- Spaß: Alle sollen Freude haben. Abwechslungsreiche Dienste, gute Laune und Fairness gehören dazu. Anspruch und Spaß sind kein Gegensatz, und niemand soll überfordert werden.
Wie vermittelst du Werte?
- Vorleben: Pünktlich sein, Zusagen halten, respektvoll sprechen. Kinder beobachten dich mehr, als du denkst.
- Gemeinsame Regeln: Lass die Kinder einen Kameradschaftskodex entwickeln und prüft ihn regelmäßig. Siehe die Beispielstunde Teambuilding und gemeinsame Regeln.
- Gemeinschaft erleben: Ausflüge und gemischte Wettbewerbe stärken den Zusammenhalt.
- Auseinandersetzen: Sprich diskriminierende Sprüche sofort an und zeige, warum sie verletzen.
- Beteiligen: Triff Entscheidungen gemeinsam. Nimm Jugendgremien ernst.
- Anerkennen: Würdige Leistungen auch außerhalb von Wettbewerben.
- Über den Tellerrand schauen: Der Blick auf Feuerwehr und Jugendarbeit in anderen Ländern erweitert das Verständnis.
Wertebildung: Ein Gedanke dahinter
Junge Menschen eignen sich Werte in Freiräumen an, deuten sie neu oder lehnen sie ab. Das gehört zum Erwachsenwerden. Die Aufgabe der Erwachsenen ist, dieses Ausprobieren zu begleiten, ohne übergriffig zu werden. Gelingt es nicht, können Verunsicherung oder Motivationsverlust die Folge sein.
Fragen zum Nachdenken
- Welche zwei der acht Werte leben wir schon gut, und woran sieht man das?
- Welcher Wert kommt bei uns zu kurz?
- Wann habe ich zuletzt vor den Kindern etwas getan, das nicht zu unseren Werten passt?
Weiterführend
Siehe die Seiten Beteiligung, Kinderrechte, Vielfalt erlebbar machen und Motivation und Umgang. Extern empfiehlt die DJF das KaReVeTo-Werteprojekt der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg und die Plattform wertebildung.de.
Quelle
In eigenen Worten nach dem Kapitel „Werte“ im Bildungsprogramm „Mehr ausBILDUNG“ der Deutschen Jugendfeuerwehr (bildung.jugendfeuerwehr.de).