Das Wichtigste in Kürze
- Kohlenmonoxid (CO) ist farb-, geruch- und geschmacklos. Man merkt die Vergiftung nicht: keine Atemnot, keine blaue Haut. Typische Anzeichen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Müdigkeit.
- CO entsteht bei jeder unvollständigen Verbrennung: defekte Heizungen und Gasthermen, verstopfte Kamine, Holzkohlegrill in der Wohnung, Heizstrahler und Heizpilze im Raum, Motoren in schlecht belüfteten Räumen.
- Ein glimmender Holzkohlegrill in der Wohnung ist akute Lebensgefahr.
- CO-Warnmelder sind eine Ergänzung, kein Ersatz für Rauchwarnmelder, und ersetzen keine Wartung der Heizung.
- Bei Verdacht: Gerät ausschalten, lüften, ins Freie gehen, Notruf 112. Nicht zurück in den Raum, um jemanden zu holen.
- Wirkung
- CO blockiert das Hämoglobin, Sauerstoff kann nicht mehr transportiert werden
- Bindung
- CO bindet sich etwa 325-mal stärker an Hämoglobin als Sauerstoff
- Brennbarkeit
- Explosionsfähig mit Luft zwischen 12,5 und 75 Vol.-%
- 100 ppm
- Nach mehreren Stunden leichte Kopfschmerzen
- 500 ppm
- Nach mehreren Stunden heftige Kopfschmerzen, Erbrechen, Bewusstlosigkeit
- 1.000 bis 2.000 ppm
- Tod nach etwa 30 Minuten
- 3.000 bis 5.000 ppm
- Tod in wenigen Minuten
- Holzkohlegrill im 16-m²-Raum
- Etwa 300 ppm schon nach 6 Minuten
- Norm für CO-Melder
- DIN EN 50291-1
Wo CO entsteht
Bei der Auswertung von Einsätzen zeigten sich diese Ursachen:
- Defekte und schlecht gewartete Heizungen und Kamine.
- Geräte mit Verbrennungsmotor in Räumen ohne ausreichende Lüftung.
- Holzkohlegrills auf geschlossenen Balkonen oder in Wohnungen.
- Gasbetriebene Geräte wie Heizpilze und Heizstrahler in geschlossenen Räumen. Sie sind für den Einsatz im Freien gebaut.
- Gezielter Missbrauch: Einweggrills in abgedichteten Räumen.
Wichtig für Einsatzkräfte: In mehr als einem Drittel der Fälle wies das erste Einsatzstichwort nicht auf CO hin („unklare Bewusstlosigkeit“, „Person hinter verschlossener Tür“). Deshalb immer an CO denken und ein CO-Messgerät mitführen.
Wirkung auf den Körper
CO bindet sich an das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen, und zwar etwa 325-mal stärker als Sauerstoff. Schon wenige ppm über lange Zeit blockieren viel Blut für den Sauerstofftransport. Die Zellen bekommen zu wenig Sauerstoff, vor allem Herz und Nervensystem leiden. Der Vergiftete merkt oft nichts, bis er bewusstlos wird.
Tipps zur Beratung und Vorsorge
- Eine Heizungsanlage ist sicher, wenn sie fachgerecht installiert und regelmäßig gewartet wird. Bei Störungen ausschalten und vom Fachmann prüfen lassen.
- Zuluftöffnungen in Türen und Wänden freihalten.
- Gasthermen in der Wohnung: täglich stoßlüften. Haarspray im Bad kann die Brennersteuerung verkleben.
- Schornsteine nach den gesetzlichen Fristen vom Schornsteinfeger prüfen und reinigen lassen.
- Kaminöfen vom Fachmann planen lassen (Schornstein, Leistung, Zuluft). Beim Betrieb auf ausreichende Zuluft und sichtbaren Rauchabzug achten.
- Nie Holzkohlegrill oder Gasgrill auf ein- oder mehrseitig geschlossenen Balkonen betreiben.
- Heizpilze und Heizstrahler nicht in geschlossenen Räumen.
CO-Warnmelder
- Er ist eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Ersatz für Rauchwarnmelder und verlängert keine Wartungsintervalle der Heizung.
- Bauart: meist elektrochemische Messzelle, Haltbarkeit bis etwa 7 Jahre. Geprüft nach DIN EN 50291-1.
- Integrationsprinzip: Alarm hängt von Konzentration und Dauer ab (Beispiele: 50 ppm über 90 Minuten, 100 ppm über 30 Minuten, 300 ppm schon nach 1 bis 2 Minuten). So gibt es wenig Fehlalarme und trotzdem schnelle Warnung bei plötzlicher Freisetzung.
- Weitere Merkmale: optischer und akustischer Alarm, Display, Selbsttest, Batterie- und Lebensdaueranzeige, deutschsprachige Anleitung, klare Handlungsanweisung.
- Einbau (nach NFPA 720): ein Melder im Schlafbereich oder Flur davor, etwa 1,5 bis 1,85 m über dem Boden. Ein zweiter Melder mit etwa 6 m Abstand zur Heizung. Nicht in Küche, feuchten oder staubigen Räumen. Die Hersteller geben teils andere Hinweise, dann gilt die Anleitung.
Bei Verdacht oder Alarm
- Gerät oder Feuerstelle ausschalten, wenn gefahrlos möglich.
- Fenster und Türen öffnen, Raum verlassen, an die frische Luft gehen.
- Notruf 112. Nicht in den Raum zurückgehen, um andere zu holen.
- Betroffene mit Symptomen ärztlich untersuchen lassen, auch wenn es ihnen besser geht.