Das Wichtigste in Kürze
- Kohlenmonoxid (CO) ist farblos, geruchlos, wirkt aber tödlich. Es verdrängt den Sauerstoff am roten Blutfarbstoff (200- bis 300-fache Affinität zu Hämoglobin).
- Typisches Zeichen: keine Blaufärbung der Haut. Symptome sind Krämpfe, Schwindel, Übelkeit, später Bewusstlosigkeit. Spätfolgen sind auch bei kleinen Konzentrationen möglich.
- Messen ist Pflicht. Geeignet sind CO-Warngeräte, Gassensoren und Prüfröhrchen. Nicht geeignet sind PID, IMS und die menschlichen Sinne. Ein Ex-Warngerät zeigt CO erst ab etwa 10.000 ppm.
- Empfehlung: Ab 60 ppm umluftunabhängigen Atemschutz tragen. Ein ABEK2-P3-Filter schützt nicht.
- Quelle suchen, querlüften, Menschen retten. Wegen Diffusion durch Wände wird das Gebäude nach dem Ampelverfahren kontrolliert.
- Dichte
- 0,97 gegenüber Luft, steigt leicht auf
- Zündgrenzen
- Etwa 10,9 bis 75,6 Vol.-%
- Einsatztoleranzwert (1 h)
- 83 ppm (vfdb)
- Warngrenzen für Geräte
- 30 ppm und 60 ppm
- Atemschutz
- Ab 60 ppm umluftunabhängig
- Ungeeignete Technik
- PID, IMS, menschliche Sinne
- Flasche
- Grauer Mantel, gelbe Schulter
Wo CO entsteht
CO entsteht bei unvollständiger Verbrennung organischer Stoffe wie Holz, Holzkohle, Gas und Kraftstoff. Es breitet sich in Gebäuden aus, auch durch Wände. Typische Quellen:
- Gasheizstrahler, Campingkocher, Indoor-Grill (auch Suizidfälle).
- Abgase von motorgetriebenen Geräten in geschlossenen Räumen.
- Defekte oder manipulierte Öfen und Heizungen.
- Verstopfte oder verlegte Schornsteine.
- Unzureichende Abgasführung bei Gasthermen.
- Undichte Druckgasflaschen (Mantel grau, Schulter gelb).
Gefahren nach dem Schema der Gefahrenmatrix
- Atemgifte: Bewusstlosigkeit und Tod. Der Einsatztoleranzwert für eine Stunde liegt bei 83 ppm.
- Ausbreitung: Dichte 0,97, deshalb steigt es leicht auf, und es diffundiert durch Wände.
- Erkrankung/Verletzung: Sauerstoffunterversorgung der Zellen. Keine Zyanose. Spätfolgen möglich.
- Explosion: Zündgrenzen 10,9 bis 75,6 Vol.-%, Flammpunkt weit unter 0 °C. Explosionsschutz beachten.
Vorgehen der Feuerwehr
- Eigenschutz und Explosionsschutz beachten. Messgeräte mitführen (30 ppm Vorwarnung, 60 ppm Alarm).
- Menschenrettung durchführen.
- Austrittsstelle oder Quelle lokalisieren.
- Wegen Diffusion in Gebäuden das Gebäude nach dem Ampelverfahren kontrollieren (nach Austrittsstelle und Ausbreitung mit Messgerät).
- Querlüften, bei Bedarf Drucklüfter (Abgase der Lüfter beachten).
- Quelle abstellen und Meldung an Leitstelle.
Hinweise für den Rettungsdienst (zur Orientierung, wer was tut): CO-Verdacht oder Messung an die Leitstelle zurückmelden, Feuerwehr mit Stichwort „CO-Alarm“ nachalarmieren, Eigenschutz sichern, Querlüften. Behandlung der Patienten: Beatmung mit 100 % Sauerstoff, CO-Hb-Messung (Puls-CO-Oxymeter oder Blutentnahme), ggf. hyperbare Oxygenierung erwägen.
Messgeräte
- Geeignet: CO-Warngeräte und Gassensoren für CO, Prüfröhrchen für CO, Ex-Warngeräte erst ab etwa 10.000 ppm (also nur als Explosionswarner).
- Ungeeignet: Photoionisationsdetektor (PID), Ionenmobilitätsspektrometer (IMS) und die menschlichen Sinne.
- Warngrenzen für Geräte der Feuerwehr: 30 ppm und 60 ppm. Der Arbeitsplatzgrenzwert liegt bei 30 ppm.
Schutzmaßnahmen
- Ab 60 ppm umluftunabhängigen Atemschutz tragen.
- ABEK2-P3-Filter schützen nicht vor CO.
- CO-Warngeräte gehören zur Ausrüstung.