Sturmholz und Baum auf der Straße

Technische Hilfeleistung

Das Wichtigste in Kürze

  • Sturmholz steht oft unter Spannung. Bei entwurzelten oder abgebrochenen Stämmen kann ein einziger falscher Schnitt den Stamm katapultartig mit großer Kraft nach oben oder zur Seite schnellen lassen.
  • Bei einem einzelnen Baum auf der Straße zuerst absichern, dann beurteilen, wo das Holz klemmt und wohin es zurückschlägt.
  • Kreuz und quer liegende, ineinander verkeilte Bäume (Windwurfnester), Wurzelteller und abgebrochene Wipfel gehören in die Hände von Forstprofis mit Forstmaschinen.
  • Nie unter hängenden Wipfeln und Stämmen oder hinter ungesicherten Wurzeltellern arbeiten.
  • Zug- und Druckseite beachten. Bei Seitenspannung von der Druckseite aus schneiden.
Gefahr
Gespannte Stämme schlagen beim Schnitt unvorhersehbar nach oben oder zur Seite
Wann Profis
Windwurfnester, verkeilte Stämme, Wurzelteller, abgebrochene Wipfel
Sicherheitsregel
Nie unter hängenden Wipfeln oder hinter ungesicherten Wurzeltellern arbeiten
Schnittregel
Bei Seitenspannung von der Druckseite aus arbeiten
Hilfsmittel
Schlepper mit Seilwinde, um verspannte Stämme in einen ungefährlichen Bereich zu ziehen

Warum Sturmholz so gefährlich ist

  • Stämme unter Spannung verhalten sich unberechenbar. Das gilt für entwurzelte, abgebrochene und ineinander verkeilte Bäume.
  • Auch geübte Motorsägenführer unterschätzen die Gefahr. Das Aufarbeiten gilt als eine der gefährlichsten Arbeiten mit der Motorsäge.
  • Labile Bäume, Baumteile, Wurzelteller und Steine können noch nach Tagen oder Wochen ohne erkennbaren Grund plötzlich kippen oder fallen.
  • Wege sind oft versperrt, die Orientierung fällt schwer.

Vorgehen der Feuerwehr

  1. Einsatzstelle sichern: Verkehr absichern, Freileitungen beachten (Abstände siehe Seite „Elektrizität“). Fahrzeug außerhalb des Trümmerschattens.
  2. Lage beurteilen: Einzelner Baum auf der Fahrbahn oder Windwurfnest im Wald? Wo klemmt das Holz, wo sitzt die Spannung, wohin kann es zurückschlagen?
  3. Einfache Lagen: kleine Äste und dünne Stämme lassen sich mit der Säbelsäge trennen. Größere Schnitte nur durch ausgebildete Sägenführer (siehe Seite „Motorkettensäge“).
  4. Schwierige Lagen: Forst oder Fachbetrieb anfordern, Forstmaschinen (zum Beispiel Harvester) und einen Schlepper mit Forstausrüstung und Seilwinde nutzen. Zuständig sind je nach Lage Waldbesitzer, Forstverwaltung und Straßenbaulastträger.
  5. Reihenfolge der Maßnahmen: Gefahr beseitigen, die Straße oder den Weg befahrbar machen, den Rest an den Eigentümer oder Straßenbaulastträger übergeben. Die Feuerwehr räumt nicht den ganzen Wald auf.

Regeln am Schnitt

  • Vor dem Schnitt die Spannungsverhältnisse genau ansprechen und daraus die sicherste Schnitttechnik ableiten.
  • Zug- und Druckseite beachten. Bei Seitenspannung von der Druckseite her schneiden.
  • Verspannte Bäume in einem Windwurfverbau nur mit Schlepper und Seilwinde entzerren, um die Stämme in einen ungefährlichen Bereich zu ziehen.
  • Nie unter hängenden Wipfeln und Stämmen oder hinter ungesicherten Wurzeltellern arbeiten.
  • Schwierige Situationen besonnen angehen. Manchmal hilft der Austausch mit einer zweiten erfahrenen Person.
  • Fluchtweg frei von Hindernissen halten und niemand im Wirkungsbereich.

Vor dem Arbeitseinsatz prüfen

  • Ist die Schutzausrüstung vollständig und Werkzeug und Geräte einsatzfähig?
  • Ist mindestens ein Schlepper mit Forstausrüstung vor Ort einsatzbereit, wenn die Lage es verlangt?
  • Sind alle Personen unterwiesen, und ist ausreichend Kenntnis der Schnitttechniken im Sturmholz vorhanden?
  • Im Zweifel nicht schneiden, sondern Fachleute holen. Aufarbeiten von Sturmholz ist ohne Ausbildung, Ausrüstung und Vorbereitung lebensgefährlich.

Siehe auch