Das Wichtigste in Kürze
- Die Motorkettensäge trennt Holz und fällt Bäume. Nur speziell ausgebildete Personen (Motorsägenlehrgang) dürfen sie führen.
- Schutz: Gesichtsschutz, Gehörschutz, Schnittschutzkleidung (Hose oder Beinlinge mit rundum Schnittschutzeinlagen). Statt Feuerwehrhelm mit Visier ist ein Forst-Schutzhelm zulässig.
- Vor dem Start: Kraftstoff und Kettenöl, Kettenspannung und -schärfe, Kettenbremse, Kettenschmierung. Starten mit dem Boden abstützen.
- Nie von tragbaren Leitern. Vom Rettungskorb nur Säge bis 6,5 kg und 40 cm Schiene, nur der Sägenführer im Korb.
- Beide Hände, nicht über Schulterhöhe, nicht rückwärts gehen, bei Standortwechsel Kettenbremse, niemand im Wirkungsbereich.
- Wer
- nur speziell ausgebildete Personen
- Schutz
- Gesichtsschutz, Gehörschutz, Schnittschutzhose oder Beinlinge
- Aus dem Korb
- Sägen bis 6,5 kg, Schiene bis 40 cm, nur der Sägenführer im Korb
- Nicht erlaubt
- Einsatz von tragbaren Leitern aus
- Hinweis
- Die Grundsätze stammen aus der bundeseinheitlichen FwDV 1 und aus Ausbildungsunterlagen. Typ, Bedienung und Zubehör deiner Geräte (Hersteller, Akku oder Schlauch, Druckwerte) lernst du praktisch in der Wache an den vorhandenen Geräten. Die Bedienungsanleitung des Herstellers geht vor.
Vorbereiten
Schutzausrüstung
- Schnittschutzhose oder Beinlinge mit rundum laufenden Schnittschutzeinlagen.
- Gesichtsschutz (Visier am Feuerwehrhelm) und Gehörschutz. Alternativ zugelassener Forst-Schutzhelm mit Gesichts- und Gehörschutz.
- Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe.
- Weitere Personen im Wirkungsbereich gibt es nicht.
Die Schutzausrüstung im Detail
Bei Motorsägearbeiten verlangt § 14 Absatz 2 der Unfallverhütungsvorschrift „Feuerwehren“ zusätzlich zur fachlichen Eignung eine spezielle Schutzausrüstung.
- Kopf, Gesicht, Gehör: Mindestens Feuerwehrhelm mit Gesichtsschutz und Gehörschutz. Kapselgehörschützer lassen sich kaum sicher mit dem Feuerwehrhelm verbinden, deshalb werden meist Gehörschutzstöpsel genutzt. Sie müssen richtig eingesetzt werden (Übung nötig), können beim wiederholten Einsetzen verschmutzen und bei mehreren Trägern zu Unverträglichkeiten und Entzündungen führen. Besser ist der Waldarbeiterhelm mit eingebautem Gehör- und Gesichtsschutz (DIN EN 397). Sein Gittergewebe beschlägt nicht und verhindert, dass sich Abgase der Säge hinter dem Visier stauen.
- Handschuhe für die sägende Person nach DIN EN 388 mit mindestens den Stufen 3 2 3 3. Nach der neueren Kennzeichnung (EN 388:2017 oder 2019) darf an der zweiten Stelle ein X stehen, wenn am Ende mindestens ein B steht (zum Beispiel 3 X 3 3 B). Gute Passform und Tragekomfort sind wichtig.
- Beine: Beinschützer (Hosen, Leggings oder Beinlinge) nach DIN EN 381-5, seit März 2020 DIN EN ISO 11393-2, mit rundum laufenden Schnittschutzeinlagen (Form C). Der Schutz wirkt auch dann, wenn die Kette die Einlage auf dem Bein verdreht. Beim Kauf auf das Zeichen „KWF-Gebrauchswert“ (Hosen) beziehungsweise „KWF-Test“ (Beinlinge) und das Piktogramm „Schutz gegen tragbare Kettensägen“ achten. Bei Leggings oder Beinlingen muss die Verbindung im Bereich des Hosenschlitzes sicher sein.
- Füße: Bei kurzen, nicht planbaren Arbeiten genügt Feuerwehr-Sicherheitsschuhwerk mit Zehenschutz. Besser sind Sicherheitsschuhe mit Schnittschutzeinlage. Wer oft oder viel sägt, und bei planbaren Arbeiten wie der Ausbildung, bekommt Schuhe mit Schnittschutzeinlage. Alternativ gibt es Schnittschutzgamaschen (DIN EN 381-9, seit Januar 2020 DIN EN ISO 11393-5).
Kontrollen vor dem Start
- Kraftstoff- und Kettenschmierölbehälter prüfen, bei Bedarf auffüllen. Beim Tanken Zündquellen vermeiden, Motor aus.
- Kettenspannung und -schärfe prüfen. Kette nicht bei laufendem Motor nachspannen, zur Kontrolle Motor aus, Schutzhandschuhe.
- Kettenbremse auf Funktion prüfen.
- Starten: Säge auf dem Boden sicher abstützen und festhalten. Führungsschiene muss freistehen, Kette darf nichts berühren.
- Kettenschmierung vor dem Sägen prüfen.
Einsatz
Sägen und Standortwechsel
- Sicherer Stand, beide Hände an der Säge. Nicht über Schulterhöhe sägen. Mit laufender Säge nicht rückwärts gehen.
- Standortwechsel (auch wenige Schritte): Kettenbremse einlegen, am besten Motor aus.
- Zug- und Druckspannungen im Holz beachten: Gebogene Stämme können klemmen oder beim Schnitt aufreißen und zurückschnellen.
- Im Wirkungsbereich (Fallrichtung, Schnittbereich) keine Personen.
- Rückschlag (Kickback): Berührt die Schienenspitze das Holz, kann die Säge nach oben schlagen. Nicht mit der Schienenspitze sägen, Säge mit beiden Händen fest halten, Kettenbremse nutzen.
Leiter und Rettungskorb
- Von tragbaren Leitern aus nicht zulässig.
- Vom Rettungskorb der Drehleiter: nur der Sägenführer im Korb, Säge höchstens 6,5 kg Gesamtgewicht und Schienenlänge bis 40 cm.
- Im absturzgefährdeten Bereich: Sicherung nach FwDV 1 (siehe Seite „Haltegurt und Absturzsicherung“).
Baum auf der Fahrbahn und Sturmschäden
- Verkehr absichern (siehe Seite „Einsatzstelle gegen Verkehr sichern“), Freileitungen in der Nähe beachten (Abstände siehe Seite „Elektrizität“).
- Stämme unter Spannung: erst beurteilen, wo das Holz klemmt und wohin es zurückschlägt.
- Kleinere Äste und dünne Stämme lassen sich häufig auch mit der Säbelsäge trennen (siehe Seite „Trennschleifmaschine und Säbelsäge“).
- Größere Fällarbeiten gehören zu speziell ausgebildeten Sägenführern und gegebenenfalls Forst- oder Fachbetrieben.
Nach dem Einsatz und Fehler
- Säge abkühlen lassen, reinigen, Kette und Schiene prüfen, Kraftstoff und Kettenöl nachfüllen (Motor aus und abgekühlt).
- Sichtprüfung auf Beschädigungen, Meldung an den Gerätewart.
- Typische Fehler: ohne Schnittschutz, Säge über Schulterhöhe, Standortwechsel mit laufender Kette, Schienenspitze im Holz, Personen im Wirkungsbereich, Kette bei laufendem Motor gespannt.