B:Schornstein – Kamin- und Schornsteinbrand

Brandeinsätze

Das Wichtigste in Kürze

  • Schornstein-, Kamin- oder Essenbrand: Laut Katalog eine Gruppe mit 1 LF, vier Atemschutzgeräte, Drucklüfter und Wärmebildkamera, Drehleiter erforderlich.
  • Der Schornsteinfeger gehört laut Katalog zu den sonstigen Stellen, die hinzugezogen werden.
  • Hauptgefahr: Durchzündung auf Dachstuhl, Decken oder Wände durch Risse im Schornstein.
  • Auch ohne sichtbare Flammen: Kohlenmonoxid und Rauch im Gebäude prüfen.
Stichwort
B:Schornstein (Nr. 4 im Katalog)
Beispiele laut Katalog
Schornstein, Kamin, Esse
Taktische Einheit
Gruppe
Löschmittel
500 l
Fahrzeuge
1 LF
Besondere Einsatzmittel
Drucklüfter, WBK
Atemschutz
4 Atemschutzgeräte, 4 Atemschutzgeräteträger
Sonstige Stellen
Schornsteinfeger
Besonderheiten
bei schlechter Löschwasserversorgung 1.000 (Zahlen = Löschmittel in Litern; SW = Schlauchwagen)
Drehleiter
erforderlich (DLK)

Hinweis zur Tabelle: Stand der Katalogdaten: Juli 2015. Die Angaben sind Hinweise für mögliche Einsatzmittelketten. Maßgeblich ist die örtliche Alarm- und Ausrückeordnung.

Was passiert bei einem Schornsteinbrand?

In Schornsteinen lagern sich Ruß und Teer ab, zum Beispiel bei Holz- und Kohleöfen. Entzünden sich diese Ablagerungen, entstehen im Schornstein sehr hohe Temperaturen. Dabei können Risse im Schornstein entstehen, durch die Feuer und Funken auf Bauteile und Dachstuhl überspringen.

Vorgehen

  1. Erkunden: Wo liegt der Schornstein? Wo verläuft er durch das Gebäude (Decken, Dachboden, Wände)? Menschen im Gebäude?
  2. Feuerstätte abstellen: nicht mehr befeuern, Luftzufuhr schließen, damit der Brand im Schornstein ersticken kann.
  3. Wärmebildkamera: Schornsteinwände, Decken, Dachboden und angrenzende Räume auf Wärmeübertragung prüfen.
  4. Drehleiter und Dachkontrolle: Schornsteinkopf, Dachdurchführung und Funkenflug kontrollieren.
  5. Schornsteinfeger hinzuziehen. Das weitere Vorgehen (zum Beispiel Auskehren) stimmt der Einheitsführer mit ihm ab.
  6. Rauch und Kohlenmonoxid prüfen: Räume belüften (Drucklüfter) und mit Messgerät kontrollieren.

Löschmittel

Wasser sollte nicht ohne Not in den heißen Schornstein gegeben werden, denn schnelle Dampfbildung und Temperaturschock können zu Schäden und Rissen führen. Üblich ist, den Brand durch Entzug der Luft zu ersticken und das weitere Vorgehen mit dem Schornsteinfeger abzustimmen.

Schornsteinbrand im Detail

  • Entstehung: Ruß kann bis auf das 7-Fache aufquellen und den Schornstein verschließen. Temperaturen im Schornstein können über 1.000 °C erreichen.
  • Gefahren: Atemgifte durch Risse, Funken und Flammen im Gebäude, Standfestigkeit des Schornsteins.
  • Schritt für Schritt: Feuerungsanlage abschalten, Feuer in der Feuerstelle löschen. Schornstein mit Kehrgerät offen halten. Unten einen Trupp mit Strahlrohr, Schuttmulde und Wasserbehälter bereitstellen. Schornsteinfeger alarmieren. Wärmebildkamera an angrenzenden Bereichen. Mit Spiegel das Schornsteininnere kontrollieren, alle Geschosse auf Risse und Brandgase prüfen.
  • Löschmittel: ABC-Pulverlöscher. Kein Wasser in den Schornstein, es kann Risse verursachen oder den Schornstein zerreißen.
  • Nie Gegenstände von oben in den Schornstein werfen.

Handlungsgrundlage bleibt die Alarm- und Ausrückeordnung deiner Wehr und die Weisung des Einheitsführers.

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