DLK: Drehleiter mit Korb (12, 18, 23)

Fahrzeuge

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Drehleiter mit Korb (DLK / DLAK) ist das häufigste Hubrettungsfahrzeug. Die Zahlen nennen Nennrettungshöhe und Nennausladung: DLAK 23/12 = 23 m Höhe bei 12 m Ausladung.
  • Typen: DLAK 12/9, 18/12, 23/12 (Leiterklassen 18, 24, 30). Automatisch mit Korb. Besatzung Trupp (1/2).
  • Beladung: 2 Atemschutzgeräte, 2 B-, 2 C-Schläuche, Motorsäge, Krankentragenlagerung, Wasserwerfer (Monitor), Notfallrucksack, Stromerzeuger (je nach Zusatz).
  • Maße (Bayern-Norm): bis 11,0 × 2,5 × 3,3 m, Wendekreis 17 bis 19 m, MII/MIII.
  • Brandenburg: DL(K) 18-12 (Teilkennzahl 32), 23-12 (33).
Langname
Drehleiter mit Korb
Fahrzeugart (EN 1846-1)
Hubrettungsfahrzeug
Norm
DIN EN 14043 (DLA) und DIN EN 14044 (DLS)
Gewicht
DLK 12/9 und 18/12: MII, DLK 23/12: MIII (bis 16 t)
Besatzung
Trupp (3 Personen)
Nennrettungshöhe / Nennausladung
DLK 23/12: 23 m / 12 m
Teilkennzahl Brandenburg
32 DL(K) 18-12, 33 DL(K) 23-12
Leiterklassen
23/12: 30, 18/12: 24, 12/9: 18
Maße (Bayern-Norm)
Länge 9,5 m (12/9) bis 11,0 m (23/12), Breite 2,5 m, Höhe 3,3 m, Wendekreis 17 bis 19 m
Hinweis
Die Beladungsangaben sind Auszüge aus der Normbeladung (Mindestausstattung nach bayerischer Norm). In Brandenburg und in deiner Wehr kann die Beladung abweichen, weil der Träger der Feuerwehr Zusatzbeladung bestellt. Maßgebend ist die Beladeliste deines Fahrzeugs. Funkrufnamen und Teilkennzahlen in Brandenburg stehen auf der Seite „Fahrzeugnamen verstehen“.
Drehleiter mit Korb DLK 23-12 bei einer Übung
Drehleiter mit Korb DLK 23-12 bei einer Übung der Feuerwehr Moers Foto: kaʁstn, gemeinfrei, über Wikimedia Commons, verkleinert

Steckbrief und Einsatz

Wofür wird sie eingesetzt?

  • Menschenrettung aus Höhen (zweiter Rettungsweg über den Korb).
  • Löschangriff von außen, zum Beispiel mit Wasserwerfer am Korb.
  • Beleuchten und Belüften großer Einsatzstellen.
  • Anleiterbereitschaft und Absicherung von Einsatzkräften.
  • Tierrettung und Höhenrettung.

Besatzung und Bedienung

  • Trupp (1/2). Der Maschinist bedient die Leiter vom Steuerstand (Hauptbedienstand), der Korb kann auch vom Korb aus gesteuert werden.
  • DLA(K) = automatisch, DLS(K) = sequenziell. Das K bedeutet mit Rettungskorb.

Abgrenzung

  • Hubarbeitsbühne (HAB, TGM): Teleskop- oder Gelenkmast mit Korb statt Leiterteilen.
  • Schiebleiter / Steckleiter: tragbar, bis 3. beziehungsweise 2. OG (siehe Seiten „Steckleiter“ und „Dreiteilige Schiebleiter“).

Beladung und Technik

Wichtige Bauteile

  • Abstützung: gibt dem Fahrzeug Standsicherheit, wird vor dem Aufrichten ausgefahren.
  • Drehkranz: Drehung des Leiterparks um 360°.
  • Leiterpark: die ausfahrbaren Leiterteile (mit Gelenk im obersten Teil möglich).
  • Steuerstand: Bedienstand des Maschinisten.
  • Rettungskorb: trägt Einsatzkräfte und gerettete Personen, Krankentragenlagerung möglich.
  • Wasserwerfer (Monitor) und Wasserleitung am Leiterpark.

Beladung und Maße (Normauszug Bayern)

  • Atemschutz: 2 Geräte. Schläuche: 2 B (20 m), 2 C (15 m), Zusatz B-Schlauch 35 m.
  • Sonstiges: Motorsäge, 1 MRT, 2 HRT, Krankentragenlagerung, Wasserwerfer, Notfallrucksack, Stromerzeuger.
  • Maße: DLAK 23/12: 11,0 m lang, Wendekreis 19 m, MIII; DLAK 18/12 und 12/9: 9,5 m, Wendekreis 17 m, MII.
  • Fahrerlaubnis: Klasse C.

Absturzsicherung im Rettungskorb

Im Rettungskorb eines Hubrettungsfahrzeugs kann man abstürzen oder herausgeschleudert werden. Die Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) ist für Rettungskörbe nicht eigens geregelt. Die Empfehlung übernimmt deshalb die anerkannten Regeln der Arbeitskörbe von Hubarbeitsbühnen.

Wann besteht Absturzgefahr (Sicherung nötig)?

  • Das Geländer ist ganz oder teilweise geöffnet und kann nicht als Umwehrung wirken.
  • Das Fahrzeug kann von anderen Fahrzeugen angefahren werden.
  • Der Korb kann sich zum Beispiel in einer Baumkrone verhaken und beim Losreißen stark nachfedern.
  • Beim Verlassen des Korbs, etwa beim Übersteigen auf ein Dach, besteht Absturzgefahr.

Wann ist keine Sicherung nötig?

  • Das Geländer ist offen, aber Bauteile übernehmen die Umwehrung, zum Beispiel beim Übersteigen auf einen Balkon oder beim Einsteigen in ein Fenster.
  • Das Fahrzeug steht in einer gesicherten Einsatzstelle und kann nicht angefahren werden. Gute Absicherung gegen den fließenden Verkehr ist deshalb eine wichtige Schutzmaßnahme.
  • Arbeiten aus dem Korb mit geschlossenem Geländer, zum Beispiel mit Strahlrohr oder Wenderohr, ohne sich herauszulehnen.

Anschlagpunkte und Ausrüstung

  • Jeder Rettungskorb muss Anschlagpunkte haben. Ihre Anzahl legt die zulässige Personenzahl des Korbs fest und ist gekennzeichnet, auch die Belastungsart (dynamisch oder statisch) und die Tragfähigkeit. Die Angaben gelten als Höchstwerte.
  • Für die PSAgA benutzt man nur Anschlagpunkte, die einer dynamischen Belastung standhalten. Fehlt die Kennzeichnung, fragt man den Hersteller.
  • Lassen sich keine Anschlagpunkte nachrüsten, kann ein Höhensicherungsgerät fest in den Korb eingebaut werden.
  • Als Auffangsystem kommen zwei Möglichkeiten in Frage: Auffanggurt (DIN EN 361) mit Verbindungsmittel (DIN EN 354) und Falldämpfer, oder Auffanggurt mit Höhensicherungsgerät (DIN EN 360). Empfohlen: Auffanggurt plus Höhensicherungsgerät.
  • Das Höhensicherungsgerät soll Falldämpfung haben, kompakt sein, für horizontalen Einsatz zugelassen (der Festpunkt liegt im Korb unterhalb des Nutzers), ein- und ausziehbares Verbindungsmittel haben und kantengeprüft sein.
  • Der Auffanggurt entspricht dem aus dem Gerätesatz Absturzsicherung (DIN 14800-17). Dann sind die Kräfte eingewiesen und die Prüfungen gleich. Er hat eine Auffangöse vorn und hinten, Bein- und Rückenpolster.

Besonderheiten

  • Freiraum unter dem Korb: Beim Auffangen verlängert sich das System. Der nötige Abstand zum Boden ist die Summe aus Fallstrecke, Bremsweg des Falldämpfers und 1 m Sicherheit. Genaue Werte stehen in der Anleitung des Herstellers.
  • Kombination mit Atemschutz: Bei einem Sturz kann die hintere Auffangöse verrutschen. Das Tragegestell des Atemschutzgeräts wird dann zum Kopf geschoben, schlägt gegen den Helm und kann Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen verursachen. Ist die Kombination nötig, empfiehlt man, den Auffanggurt in die Tragevorrichtung des Atemschutzgeräts zu integrieren.
  • Es gilt immer zuerst die Herstellerangabe für das jeweilige Fahrzeug.

Aufstellen

Die Aufstellfläche muss die Last des Fahrzeugs tragen (bis 16 t Gesamtmasse, Achslast bis 10 t). Für Flächen der Feuerwehr gilt die DIN 14090. Wichtig: tragfähige, möglichst ebene Fläche, genug Platz für die seitliche Abstützung, Abstand zu Oberleitungen und Bäumen.

Merksätze

  • Vor dem Aufrichten: Abstützung aus, Untergrund prüfen, Hindernisse über dem Fahrzeug kontrollieren.
  • Korbbesatzung: Absturzsicherung (siehe Seite „Haltegurt und Absturzsicherung“), Motorsäge im Korb nur nach Vorgabe (siehe Seite „Motorkettensäge“).
  • Nicht in die Nähe von Freileitungen (siehe Seite „Elektrizität“).

Siehe auch