B:Gebäude klein – Brand in Garage, Schuppen und Bungalow

Brandeinsätze

Das Wichtigste in Kürze

  • Garage, Schuppen, Bungalow, elektrische Anlage, Trafo: Laut Katalog ein Zug mit 2 LF, 1.000 l Löschmittel, acht Atemschutzgeräte, Rettungsdienst und Notarzt bei Personen in Gefahr.
  • Menschenrettung zuerst: Gibt es Personen im Gebäude, vor allem in Bungalows?
  • Elektrische Anlagen: Löschen nur mit Sicherheitsabstand, Freischaltung durch den Netzbetreiber veranlassen.
  • Garagen: Fahrzeuge, Gasflaschen, Farben und Chemikalien können gefährlich sein.
Stichwort
B:Gebäude klein (Nr. 5 im Katalog)
Beispiele laut Katalog
Garage, Schuppen, Bungalow, elektrische Anlage, Trafo
Taktische Einheit
Zug
Löschmittel
1.000 l
Fahrzeuge
2 LF
Besondere Einsatzmittel
Drucklüfter, WBK
Atemschutz
8 Atemschutzgeräte, 8 Atemschutzgeräteträger
Führungskomponente
MZF oder ELW 1
Eigensicherung
im Katalog mit „ja“ gekennzeichnet
Rettungsdienst-Stichwort
ja
Rettungsmittel
ohne Personen in Gefahr: RTW; mit Personen in Gefahr: RTW + NA
Besonderheiten
bei schlechter Löschwasserversorgung 2.000 (Zahlen = Löschmittel in Litern; SW = Schlauchwagen)
Drehleiter
erforderlich (DLK)

Hinweis zur Tabelle: Stand der Katalogdaten: Juli 2015. Die Angaben sind Hinweise für mögliche Einsatzmittelketten. Maßgeblich ist die örtliche Alarm- und Ausrückeordnung.

Vorgehen

  1. Aufstellen und Erkunden: Personen? Welche Bauteile brennen? Wo ist die Wasserentnahmestelle?
  2. Innenangriff nur mit Atemschutz, Sicherheitstrupp bereithalten und eine ständige Wasserabgabe sicherstellen.
  3. Entrauchen mit Drucklüfter, wenn die Ausbreitung beherrscht wird.
  4. Wärmebildkamera: Glutnester in Decken und Wänden suchen, Dach- oder Wandverkleidungen bei Bedarf öffnen.
  5. Nachbarschaft schützen: Garagen und Schuppen stehen oft nah an Häusern.

Elektrische Anlagen und Trafos

Anlagen können unter Spannung stehen. DIN VDE 0132 gibt Mindestabstände für Löschwasser an. Bei Niederspannung (bis 1 kV) gelten zum Beispiel 1 m für Sprühstrahl und 5 m für Vollstrahl, bei Hochspannung deutlich mehr. Die Freischaltung veranlasst der Netzbetreiber, den die Leitstelle benachrichtigt.

Photovoltaikanlagen auf dem Dach bleiben bei Tageslicht unter Spannung. Trafos können Öl enthalten.

Besonderheiten

  • Garage: Fahrzeuge (auch Elektrofahrzeuge), Gasflaschen, Spraydosen, Farben.
  • Schuppen und Hütten: oft Gartengeräte, Kraftstoff, Dünger, Pflanzenschutzmittel.
  • Alte Dacheindeckungen (zum Beispiel Wellplatten) können Asbest enthalten. Staub vermeiden und die Einsatzstelle absperren.

Trafostation und elektrische Anlagen

  • Keinen Zutritt in den Elektroraum. Der Raumabschluss gewährleistet die Sicherheitsabstände.
  • Von außen löschen, Umgebung kühlen, Stromversorger nachfordern.
  • Trafoöl: Ölaustritt vorbereiten. Ölmengen steigen mit der Spannung: etwa 0,35 t (10 kV), 1 t (30 kV), 10 t (60 kV), 22 t (110 kV), 33 t (220 kV), 42 t (380 kV), ein 110-kV-Umspannwerk mit mehreren Trafos kann bis zu 110 t Öl enthalten.
  • PCB: In älteren Trafos kann giftiges PCB enthalten sein, diese sind gekennzeichnet.

Handlungsgrundlage bleibt die Alarm- und Ausrückeordnung deiner Wehr und die Weisung des Einheitsführers.

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