Feuerwehrpläne nach DIN 14095

Brandeinsätze

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Feuerwehrplan nach DIN 14095 ist eine vereinfachte, genormte Darstellung eines Objekts. Er hilft Einsatzkräften und Fremden bei der schnellen Orientierung.
  • Er besteht aus einem Textteil und einem grafischen Teil (Übersichtsplan, Geschosspläne, optional Umgebungs- und Sonderpläne).
  • Symbole folgen DIN 14034-6, die Farben DIN 14095: Gefahrenbereiche sind rot, Löschwasser blau.
  • Man braucht ihn vor allem bei Objekten mit BMA, Löschanlagen, erhöhter Brandgefahr, gefährdeten Personen oder schwieriger Zugänglichkeit.
  • Ohne Plan helfen Flucht- und Rettungspläne oder Lagepläne. Sie enthalten aber keine Angaben zu Gefahren und Brandschutzeinrichtungen.
Norm Feuerwehrplan
DIN 14095
Norm Symbole
DIN 14034-6
Befahrbare Flächen
Nach DIN 14090
Raster
Zum Abschätzen von Entfernungen, Plan ist genordet

Wofür gibt es Feuerwehrpläne?

Man kommt häufig zum Einsatz in Objekten mit

  • Brandmeldeanlage (BMA) oder Feuerlöschanlagen,
  • erhöhter Brandgefährdung oder unzureichendem Löschwasservorrat,
  • schutzbedürftigen oder in hohem Maß gefährdeten Personen,
  • besonderen Risiken durch Bauweise, Nutzung, fehlende Übersichtlichkeit oder erschwerte Zugänglichkeit.

Das sind zum Beispiel Verkaufs- und Versammlungsstätten, Hochhäuser, Schulen, Großgaragen und Beherbergungsstätten.

Aufbau

Textteil

Er enthält die wichtigsten allgemeinen objektbezogenen Informationen:

  • Objektdaten (Bezeichnung, Anschrift),
  • Art der Nutzung der baulichen Anlage,
  • Ansprechpartner im Einsatzfall.

Dazu kommen zusätzliche textliche Erläuterungen: Personalstand und Nutzerzahl, Regelbetriebszeiten (Arbeits- und Öffnungszeiten), Objektfunkanlagen, Löschwasserversorgung.

Grafischer Teil

  • Übersichtsplan: Zufahrten und Zugänge, Löschwasserentnahmemöglichkeiten, Bereiche mit besonderen Gefahren, Anordnung der Gebäude, Flächen für die Feuerwehr und Anleiterstellen, Treppenräume und Feuerwehraufzüge, Transformatoren, Übergabestationen, elektrische Freileitungen, vorhandene PV-Anlagen, Sammelplätze.
  • Umgebungsplan (optional): Bei größeren zusammenhängenden Liegenschaften, zum Beispiel einem Großbetrieb, einer Hochschule oder Uni-Klinik. Er zeigt auch angrenzende Verkehrsflächen, Bebauung, Haupt- und Nebenzufahrten, Durchfahrten (Höhe, Breite) und die Erstinformationsstelle mit Lage von FSD und FSE.
  • Geschosspläne: Einzelne Geschosse mit Brandwänden, Flucht- und Rettungswegen, Feuerschutzabschlüssen (zum Beispiel Brandschutztüren). Wenn zutreffend: Raumnutzung, Treppenräume, Feuerwehraufzüge, Bedienstellen von Anlagen, Einspeisungen und Entnahmestellen von Löschwasserleitungen (nass/trocken), Wandhydranten Typ F, Hauptabsperreinrichtungen für Gas, Wasser, Strom und Rohstoffe.
  • Sonderpläne (optional) bei komplexen Anlagen: Detailpläne, Dachaufsichtsplan (zum Beispiel Dachterrassen, PV-Anlagen, RWA-Öffnungen), Löschwasserrückhaltungs- oder Abwasserplan.

Symbole und Farben

Eine Auswahl der Symbole nach DIN 14034-6: Information für die Feuerwehr, Feuerwehr-Schlüsseldepot (FSD), Anleiterstelle, Brandwand, Treppenraum mit baulicher Abtrennung, Rauch- und Wärmeabzugseinrichtung, Feuerschutztür, Gebäudeeingang, Unterflurhydrant und Löschwasserteich.

Farben nach DIN 14095:

  • Schwarz: raumschließende und tragende Bauteile,
  • Blau: Löschwasser,
  • Rot: Räume und Flächen mit besonderen Gefahren,
  • Orange: nicht befahrbare Fläche,
  • Grau: befahrbare Flächen nach DIN 14090,
  • Hellgrün: horizontale Rettungswege,
  • Beige: betroffene bauliche Anlagen und Betrachtungsbereich.

Praktische Tipps

  • Feuerwehrpläne lassen sich leicht und spontan vervielfältigen und auf digitalen Geräten hinterlegen (zum Beispiel auf einem Tablet mit FRIEDA), damit man schon bei der Anfahrt erste Informationen hat.
  • Die Pläne sind genordet und haben ein Raster zum Abschätzen von Entfernungen.
  • Gefahrenbereiche (chemisch, radiologisch, biologisch, mechanisch, elektrisch, optisch, Absturz, Ex-Zonen) sind durch Gefahrensymbole und rote Farbe gekennzeichnet und im Textteil näher beschrieben.
  • Sammelstellen sind zentrale Punkte für betriebliche Mitarbeiter und können zur Informationsbeschaffung dienen.
  • Aus dem Plan lässt sich eine kompakte Objektmappe (Basis-Information, mit Bildern) erstellen, um schon bei der Anfahrt Maßnahmen zu treffen.
  • Objektbesichtigungen helfen, die taktisch festgelegten Maßnahmen zu überprüfen.
  • Eine gute Objektkunde in der Einsatzvorbereitung ist unabdingbar für einen wirksamen Einsatz.

Siehe auch