Das Wichtigste in Kürze
- Sonderobjekte haben eine eigene Alarm- und Ausrückeordnung (Objekt-AAO). Nach ihr richtet sich, welche Kräfte kommen.
- Laut Katalog gehören Wärmebildkamera, Schlauchwagen (Wasserversorgung 2.000 l + SW) und Drehleiter dazu.
- Vorplanung ist alles: Feuerwehrplan, Laufkarten, Schlüsseldepot und Ansprechpartner des Objekts kennen.
- Vor dem Einsatz üben: Objektbegehungen und Übungen geben Ortskenntnis, die im Ernstfall Zeit spart.
- Stichwort
- B:Sonderobjekt (Nr. 7 im Katalog)
- Beispiele laut Katalog
- Sonderobjekt mit Objekt-AAO (Alarm- und Ausrückeordnung)
- Besondere Einsatzmittel
- WBK
- Besonderheiten
- bei schlechter Löschwasserversorgung 2.000 + SW (Zahlen = Löschmittel in Litern; SW = Schlauchwagen)
- Drehleiter
- erforderlich (DLK)
Hinweis zur Tabelle: Stand der Katalogdaten: Juli 2015. Die Angaben sind Hinweise für mögliche Einsatzmittelketten. Maßgeblich ist die örtliche Alarm- und Ausrückeordnung.
Was ist ein Sonderobjekt?
Ein Objekt, bei dem wegen Nutzung, Größe, Gefährdung oder Personenzahl besondere Anforderungen gelten und deshalb eine eigene Alarmierung festgelegt wurde. Beispiele sind Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen, große Gewerbe- und Industriebetriebe oder Hochhäuser. Welche Objekte in deinem Gebiet dazugehören, legt die Leitstelle mit dem Träger des Brandschutzes fest.
Was du im Einsatz brauchst
- Objekt-AAO: Sie bestimmt Fahrzeuge und Kräfte.
- Feuerwehrplan: Lage von Zufahrten, Treppenräumen, Löschwasserstellen, Absperrungen und Gefahrenstellen im Gebäude.
- Feuerwehrlaufkarten und Schlüsseldepot: Sie zeigen, wo der Brand liegt und ermöglichen den Zutritt.
- Ansprechpartner des Objekts (Betreiber, Brandschutzbeauftragter, Haustechnik): Sie kennen Personenzahl, Stoffe und Anlagen.
Vorgehen
Es gilt das normale Vorgehen im Löscheinsatz (Rettung, Brandbekämpfung, Wasserversorgung). Zusätzlich: Zufahrt und Anlaufstelle klären, Objektinformationen einholen, besondere Gefahren (Gefahrstoffe, Strahlenquellen, Labore, Tanklager) mit dem Ansprechpartner abfragen, Führung gliedern und früh Unterstützung anfordern.
Hochhaus
- Großzügig nachalarmieren, mindestens zwei Löschzüge, Reserven, Bereitstellungsraum.
- Wasser: Steigleitung und Wandhydranten nutzen, Druckerhöhungsanlage betriebsbereit?
- Aufzug: Feuerwehraufzug taktisch einbeziehen, sonst zu Fuß mit dem Nötigsten, nicht alles gleichzeitig transportieren (Ausfallrisiko).
- Rauch: bei verrauchtem Treppenraum mit 10 bis 20 Rauchvergifteten rechnen. Lüftungsanlagen abschalten, Rauchabzug nicht.
- Drehleiter: Nennrettungshöhe etwa 7. Obergeschoss, unter optimalen Bedingungen höchstens etwa 10 Obergeschosse.
- Räumungsreihenfolge: Brandgeschoss, dann bis zu vier Stockwerke darüber, dann ein Stockwerk darunter. Wohnungen unterschiedlich kennzeichnen (geräumt oder nur kontrolliert).
- Depotgeschoss etwa zwei Stockwerke unter dem Brand, Einsatzabschnitte bilden (Brandbekämpfung, Logistik, Kontrolle/Belüftung, Wasser, Räumung, Rettungsdienst), Funkkanäle trennen, Gebäudefunk aktivieren, Repeater. Atemluftfahrzeuge nachfordern.
Tiefgarage und Parkhaus
- Erste Prüfung: Verbindung zu anderen Nutzungseinheiten (Wohnungen, Verkaufsstätten)? Geschosshöhe etwa 3 m.
- Gefahren: niedrige Decken, tiefe Rauchschicht, lange Angriffswege, hohe Brandlast, E-Fahrzeuge und Ladestationen, herabhängende Kabel.
- Mit Verbindung: Überdruckbelüftung der Treppenräume zuerst, Zugänge sichern, dann Brandbekämpfung.
- Ohne Verbindung: massiver Löschangriff mit Bauteilkühlung.
- Entrauchung: RWA auslösen, taktische Ventilation, Abluftöffnung möglichst die Zufahrtsrampe (nicht als Angriffsweg), mobiler Großventilator. Schlauchmanagement mit Reserve.
Handlungsgrundlage bleibt die Alarm- und Ausrückeordnung deiner Wehr und die Weisung des Einheitsführers.
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