Das Wichtigste in Kürze
- Sprinkleranlagen erkennen einen Brand selbst, schlagen Alarm und begrenzen die Ausbreitung. Einen Brand löschen sie in der Regel nicht allein. Die Feuerwehr unterstützt sie mit eigenen Löscharbeiten.
- Löschwasseranlagen (trocken, nass, nass/trocken) bringen Löschwasser in große oder unübersichtliche Gebäude. Sie ersparen den Trupps das Verlegen langer Schlauchleitungen.
- Die Anlage bleibt in Betrieb, auch wenn die Feuerwehr eintrifft. Abgeschiebert wird erst nach Bestätigung eines Fehlalarms oder nach erfolgreicher Brandbekämpfung.
- Zuerst Objektkunde: Feuerwehrplan beachten, Einspeisestellen und Entnahmestellen kennen, Objektverantwortliche befragen.
- Nach dem Einsatz: Anlage zurücksetzen oder entleeren, Einsatzstelle dem Betreiber übergeben, Mängel melden.
- Trockene Löschwasseranlage
- Wird erst im Brandfall durch die Feuerwehr mit Druck beaufschlagt
- Nasse Löschwasseranlage
- Steht ständig unter Druck, jederzeit einsatzbereit
- Nass/trocken
- Druck über Fernbetätigung, in der Regel spätestens nach 60 Sekunden
- Einspeisung trocken
- Pumpenausgangsdruck mindestens 8 bar, dauerhaft nicht über 12 bar
- Leistung trocken (DIN 14462)
- Bei 8 bar und drei Entnahmestellen mit je 200 l/min mindestens 4,5 bar je Stelle
- Leistung nass (DIN 14462)
- Bei drei Entnahmestellen mit je 100 oder 200 l/min mindestens 3 oder 4,5 bar, mindestens zwei Stunden
Sprinkleranlagen im Einsatz
Der Flyer der Landesfeuerwehrschulen (Arbeitskreis Vorbeugender Brandschutz) beschreibt das Vorgehen. Es entspricht im Wesentlichen dem Einsatz nach einem BMA-Alarm. Ein Auslösen der Sprinkleranlage ist wie ein Auslösen der Brandmeldeanlage grundsätzlich als echter Brand zu behandeln.
Aufgaben der Anlage
- Sie entdeckt einen Brand selbstständig, löst Alarm aus und bekämpft den Brand oder beugt seiner Ausbreitung vor.
- Die hier betrachteten Anlagen löschen in der Regel nicht allein, sie begrenzen die Ausbreitung und unterstützen die Arbeit der Feuerwehr.
- Beim Erkunden hört man die Auslösung oft schon außerhalb des Gebäudes: an der wassergetriebenen Sprinkler-Alarmglocke oder an einer elektrischen Hupe.
- Rauch- und Wärmeabzugsanlagen können die Auslösung verzögern, weil die Auslösetemperatur der Sprinklerköpfe dann unter Umständen nicht erreicht wird.
Anfahrt und Eintreffen
- Für die Erstmaßnahmen braucht man mindestens ein wasserführendes Staffelfahrzeug, für weitere Maßnahmen einen Löschzug. Bei Bedarf früh nachalarmieren.
- Mindestens ein Trupp rüstet sich auf der Anfahrt mit Atemschutz aus, spätestens beim Eintreffen.
- Feuerwehrpläne und Feuerwehreinsatzpläne beachten. Eine Meldung über die Lage aus dem Fahrzeug, wenn man von außen nichts erkennt. Einen Bereitstellungsraum festlegen.
- Das Feuerwehrschlüsseldepot (FSD) aufsuchen und den Objektschlüssel entnehmen. Mit einem Freischaltelement (FSE) lässt sich die Außentür bei Bedarf entriegeln.
- Objektverantwortliche anfordern oder befragen: eigene Feststellung, betroffene Personen, betroffener Bereich, Auslösegrund und Schadenmerkmale.
Erkundung und Maßnahmen
- An der Erstinformationsstelle zeigt das Feuerwehrbedienfeld (FBF) eine rote LED „Löschanlage ausgelöst“. Das Feuerwehranzeigetableau (FAT) nennt Einzelheiten. Die Feuerwehr-Laufkarte zeigt die Schutzbereiche der Sprinklergruppe grafisch.
- Die Sprinklerzentrale zeitnah besetzen und die betroffene Sprinklergruppe ermitteln.
- Die Wasserlöschanlage bleibt in Betrieb. Bei Bedarf kann die Feuerwehr parallel einen eigenen Löschangriff führen.
- Wenn nötig, eine Einspeisebereitschaft für die Sprinkleranlage herstellen. Das will gut überlegt sein, weil dafür in der Zentrale ein Schieber geöffnet werden muss.
- Eine Sprinklergruppe wird erst abgeschiebert, wenn ein Fehlalarm bestätigt ist oder der Brand erfolgreich bekämpft wurde.
Nach der Gefahrenabwehr
- Die BMA zurückstellen, gegebenenfalls am Rückstelltaster der Alarmventilstation, und die Rückstellung bei der Leitstelle bestätigen lassen.
- Den Einsatz in das Betriebsbuch eintragen, sofern vorhanden.
- Der Einsatzleiter übergibt die Anlage an den Betreiber oder die verantwortliche Person und weist auf die unverzügliche Instandsetzung durch eine Fachfirma hin.
- Bei einer (Teil-)Abschaltung muss der Betreiber den Brandschutz im Bereich anderweitig sicherstellen. Ersatzmaßnahmen stimmt er mit der Bauaufsicht und dem Versicherer ab.
- Eine abschließende Meldung an die Leitstelle mit Hinweis auf das Übergabegespräch.
Löschwasseranlagen in Gebäuden
Löschwasseranlagen sind Teil des anlagentechnischen Brandschutzes. Die Einsatzkräfte nutzen sie bei der Brandbekämpfung und Rettung, zum Teil auch Personen zur Selbsthilfe.
Arten
- Trocken: wird erst im Brandfall durch die Feuerwehr über die Einspeiseeinrichtung unter Druck gesetzt und im Normalfall entleert.
- Nass: steht ständig unter Druck und ist jederzeit einsatzbereit.
- Nass/trocken: wird im Brandfall per Fernbetätigung unter Druck gesetzt, in der Regel spätestens nach 60 Sekunden, und ist im Normalfall entleert.
- Wandhydranten sind absperrbare Feuerlösch-Schlauchanschlusseinrichtungen und Teil einer nassen oder nass/trockenen Anlage. Typ S ist nur zur Selbsthilfe. Typ F dient der Selbsthilfe und der Nutzung durch die Feuerwehr über die C-Festkupplung mit den mitgeführten Druckschläuchen.
Wo sie vorkommen
- Meist in Sonderbauten: Versammlungs- und Verkaufsstätten, Garagen, Industriebauten, bei nassen Anlagen auch Hochhäuser.
- Im Einzelfall in sonstigen Gebäuden, zum Beispiel bei einer Höhe über 13 m, bei Treppenräumen ohne Treppenauge und einer Gebäudehöhe über 7 m, bei großer Ausdehnung oder Eindringtiefe über 50 m oder bei unklarem, abgelegenem Zugang (jeweils im Sinne der Landesbauordnung).
- Ziel: Es entfallen zeitraubende und personalintensive Verlegemaßnahmen von Schläuchen. Die Anlagen berücksichtigen auch große Höhen, Flächenausdehnung und unterirdische Bauweise.
Eintreffen und Einsatz
- Objektkunde ist unverzichtbar: Lage der Anlage und der Einspeisestellen vorher klären, immer die Feuerwehrpläne beachten.
- Für die Erstmaßnahmen sofort eine Wasserversorgung aufbauen. Bei nassen Anlagen braucht man mindestens ein wasserführendes Fahrzeug.
- Aufstell- und Bewegungsflächen für die Feuerwehr nutzen, Bereitstellungsraum und Flächen für nachrückende Kräfte freihalten. Das Löschfahrzeug taktisch so aufstellen, dass es nahe an der Einspeisestelle steht.
- Die Mannschaft über Art der Anlage und Besonderheiten informieren und den Angriffsweg festlegen.
- Die brandnahe Entnahmeeinrichtung im Brandgeschoss oder darunter nutzen (je nach Lage). Prüfen, ob ein zweiter Atemschutztrupp im Geschoss darüber oder darunter nötig ist, zum Beispiel als Sicherheitstrupp.
Einspeisen in eine trockene Anlage
- Beide Füllstutzen nutzen, damit die Versorgung nicht unterbrochen wird.
- Möglichst verschiedene Fahrzeuge einsetzen, damit bei einem Ausfall nicht alles ausfällt.
- Möglichst einen Verteiler einbauen, um die Zuleitung zu absperren und zu entleeren.
- Pumpenausgangsdruck mindestens 8 bar. Ein dauerhafter Arbeitsdruck von 12 bar darf nicht überschritten werden. Ein Druckbegrenzungsventil einbauen, wenn vorhanden.
- Vor dem Einspeisen prüfen, ob alle Entnahmestellen und Entleerungen geschlossen sind, damit sich Druck aufbaut.
- Entnahmestellen haben oft eine DIN-Sechskantöffnung, die man mit einem Feuerwehrbeil, einem Hydrantenschlüssel Typ B oder einem Minikupplungsschlüssel öffnet.
Nasse Anlage
- Die Anlage steht unter Druck, eine Löschwasserzentrale mit Druckerhöhungspumpen versorgt sie. Im Einsatz kontrollieren, ob die Pumpen im Einsatzverlauf laufen.
- Zusätzlich die externe Einspeisemöglichkeit prüfen (Feuerwehrplan).
Nach dem Einsatz
- Trockene Anlage: Löschwasserleitungen entleeren, über Verteiler und Pumpe oder über den Entleerungshahn am Objekt. Die Entleerung an der Einspeisung ermöglicht ein gefahrloses Abkuppeln.
- Nasse Anlage: Die Einspeisung entleeren.
- In beiden Fällen Einsatzstelle an den Betreiber übergeben und Mängel nach örtlichen Vorgaben melden, mit Hinweis auf die Instandsetzungspflicht.