Das Wichtigste in Kürze
- Spürpulver und Spürpapier weisen chemische Kampfstoffe nach, immer in dieser Reihenfolge: zuerst Spürpulver, bei Farbumschlag weiter mit Spürpapier. Beide haben viele Querempfindlichkeiten, prüfe bei Verdacht mit Prüfröhrchen nach.
- Der Photoionisationsdetektor (PID) misst flüchtige organische Stoffe (Siedepunkt etwa 50 bis 260 °C). Er erkennt keine Stoffe, er zeigt, was du eingestellt hast. Responsefaktor beachten.
- Gefahrgutpumpen müssen zur Ex-Zone und Temperaturklasse passen. Beim Umpumpen brennbarer Flüssigkeiten alle Leitungsteile erden.
- Störfallanlagen haben externe Gefahrenabwehrpläne, an denen sich die Feuerwehr orientiert. Meldestufen D1 bis D4 ordnen das Ereignis ein.
Spürpulver und Spürpapier
- Spürpulver wird großflächig auf den verdächtigen Bereich gestreut. Es schlägt von gelb nach rot um, wenn ein Kampfstoff oder eine Säure da ist, dauert bis zu 1 Minute. Unterscheiden kann es nicht.
- Spürpapier unterscheidet die Gruppen und reagiert schon bei kleinsten Mengen. Es wird mit dem vermuteten Kampfstoff in Berührung gebracht (nur flüssige Stoffe).
- Farbumschläge von beige: gelb-ocker: G-Kampfstoffe (Sarin, Soman, Tabun), rot: Hautkampfstoffe (Lewisit, N-Lost, S-Lost), dunkelgrün: VX, beige bleibt: Säure.
- Beide Mittel haben viele Querempfindlichkeiten, deshalb mit Prüfröhrchen gegenprüfen.
Photoionisationsdetektor (PID)
- Einsatz: Konzentration eines bekannten Reinstoffs messen, Quelle oder Leck finden, bei Gemischen erkennen, ob die Konzentration steigt oder fällt.
- Grenzen: keine Konzentration einzelner Stoffe im Gemisch, hohe Empfindlichkeit gegen Luftfeuchte (ohne Vorfilter falsche Werte).
- Handhabung: Gerät vor dem Betreten des Gefahrenbereichs einschalten, Lampe prüfen (meist 10,6 eV), Responsefaktor (Correction Factor) des Stoffs einstellen oder umrechnen, Windverhältnisse beachten, Gerät nach jedem Einsatz prüfen. Oben oder unten messen entscheidest du über die Luftvergleichszahl.
- Nachweisbar: Lösungsmittel (Hexan, Pentan, Aceton, Benzol, Toluol), Kraftstoffe (Benzin, Diesel), Ethen, Ammoniak.
- Nicht nachweisbar: Methan, Ethan, Acetylen, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid, Chlor, Salzsäure, Blausäure, Wasserstoff. Für Methan und Chlor braucht es besondere Lampen.
Gefahrgutpumpen
- Handmembranpumpe: Zone 0, 1, 2, keine Temperaturklasse nötig, etwa 3,5 l pro Hub, etwa 0,6 bar.
- Fasspumpe mit Edelstahl-Pumpwerk: Zone 0, 1, 2, T6, etwa 100 bis 200 l/min, etwa 0,9 bis 1,6 bar.
- Fasspumpe mit Kunststoff-Pumpwerk: nicht für brennbare Flüssigkeiten, nicht in Ex-Zonen.
- Gefahrgut-Umfüllpumpe (GUP): Zone 1, 2, T3, etwa 600 l/min, 2 bar.
- Gefahrgut-Schlauchpumpe (ELRO): Zone 1, 2, T3, 300 l/min, 2 bar.
- Beim Umpumpen brennbarer Flüssigkeiten alle Leitungsteile erden, Temperaturklasse beachten. Siehe Stoffkennwerte und Umpumpen.
Störfallanlagen
- Betreiber mit erweiterten Pflichten erstellen externe Gefahrenabwehrpläne, nach denen die Feuerwehr vorgeht. Gegebenenfalls Bevölkerung warnen.
- Meldestufen D1 bis D4 legt ein Notfallmanager des Betriebs oder die Feuerwehr fest, Einzelheiten unterscheiden sich je nach Bundesland.
- D1: keine Auswirkungen außerhalb der Werkgrenzen, keine Belastung des Grundwassers, nur gegenseitige Information von Betreiber, Polizei und Feuerwehr (auch bei Geräuschen oder Abfackeln, die Nachbarn beunruhigen).
- D2: Auswirkungen außerhalb des Werks nicht auszuschließen, auch großflächiger Geruch ohne Gesundheitsgefahr, feststellende Maßnahmen durch Polizei und Feuerwehr, gegebenenfalls Information der Bevölkerung.
- D3: Gefährdung außerhalb des Werks wahrscheinlich oder schon gegeben, Maßnahmen wie D2 plus Warnung der Bevölkerung.
UnterstützungsverBund CBRN
- Spezialkräfte mehrerer Bundesbehörden beraten und unterstützen vor Ort: BKA, Bundespolizei, ABC-Abwehrkommando der Bundeswehr, Robert Koch-Institut, Wehrwissenschaftliches Institut für Schutztechnologien und Bundesamt für Strahlenschutz.
- Bundes- und Landesbehörden können ihn anfordern. Die Bundespolizei koordiniert und leitet.
Was heißt das für dich?
- Spürpulver zuerst, dann Spürpapier, dann Prüfröhrchen.
- Der PID zeigt nur, was du einstellst, und sieht nicht jeden Stoff.
- Pumpe nach Ex-Zone und Temperaturklasse wählen, alles erden.
Siehe auch: Chemische und biologische Kampfstoffe, Messen bei Gefahrstofflagen, Umpumpen und Tankfahrzeug-Unfall.
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- Spürpulver
- Gelb zu Rot bei Kampfstoff oder Säure, bis 1 Minute
- Spürpapier
- Gelb-ocker: G-Kampfstoffe, rot: Hautkampfstoffe, dunkelgrün: VX
- PID-Lampe
- Meist 10,6 eV
- PID nicht nachweisbar
- Methan, Acetylen, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Chlor, Blausäure, Wasserstoff
- Handmembranpumpe
- Zone 0, 1, 2, etwa 3,5 l/Hub
- Gefahrgut-Umfüllpumpe
- Zone 1, 2, T3, etwa 600 l/min
- UVB-CBRN
- Koordiniert durch die Bundespolizei