AED bei der Feuerwehr

Geräte

Das Wichtigste in Kürze

  • AED bei der Feuerwehr: Feuerwehrleute sind oft die ersten am Einsatzort. Ein AED (Automatischer Externer Defibrillator) hilft bei Herz-Kreislauf-Stillstand.
  • Kauf-Kriterien: Zulassung nach MDR, automatischer Selbsttest, Countdown und Echtzeit-Feedback zur Herzdruckmassage (mit Metronom), Kindermodus, Anweisungen auch auf dem Display (nicht nur akustisch), Dokumentation.
  • Unterweisung: Schulung mindestens einmal jährlich wiederholen, Einweisung ist für Betreiber gesetzlich geregelt.
  • Nach dem Einsatz: Debriefing mit den Daten und psychosoziale Unterstützung. Reanimationen belasten.
  • Im Fahrzeug: AED auf einem Fahrzeug, das immer ausrückt, einheitlich platzieren, außen Rettungszeichen E010 anbringen.
Zulassung
Medical Device Regulation (MDR)
Betriebstemperatur
0 bis 50 °C
Lagertemperatur
−30 bis 70 °C
Luftfeuchte
10 bis 95 % ohne Kondensation
Nutzungsdauer
Mindestens 10 Jahre anstreben
Selbsttest
Regelmäßig (wöchentlich oder monatlich), ab 1.1.2027 verpflichtend zu dokumentieren
Rettungszeichen
E010
Schulung
Mindestens jährlich auffrischen

Anforderungen an das Gerät

  • Zulassung nach der Medizinprodukte-Verordnung (MDR). Geräte ohne Zertifikat dürfen künftig eventuell nicht weiter genutzt werden.
  • Automatischer Selbsttest: prüft Batterie, Elektroden (Anschluss, Typ, Verfallsdatum). Der Selbsttest muss regelmäßig laufen, und die Funktionsprüfung wird dokumentiert (Pflicht ab 1. Januar 2027 nach MPBetreibV § 12).
  • Countdown-Zähler für den Herz-Lungen-Wiederbelebungs-Zyklus und Echtzeit-Feedback im Erwachsenenmodus: Qualität der Kompressionen auf dem Display, Metronom für die Frequenz.
  • Kindermodus mit eigenem Algorithmus und Kinder-Feedback, auch für Neugeborene.
  • Anweisungen klar, auch in lauter Umgebung hörbar und zusätzlich auf einem Bildschirm. Geräte nur mit Sprachausgabe sollte man nicht beschaffen.
  • Umweltanforderungen: Betrieb 0 bis 50 °C, Lagerung −30 bis 70 °C, Feuchte 10 bis 95 % (nicht kondensierend). Bei Lagerung im Freien (zum Beispiel am Feuerwehrhaus) ein wetterfester Schutzkasten.
  • Dokumentation: Das Gerät speichert Vitalparameter, EKG und Wiederbelebungsereignisse, die digital an das Krankenhaus übergeben werden können.
  • Eine Nutzungsdauer von mindestens zehn Jahren ist wirtschaftlich günstig.

Qualifizierung

  • AED sind selbsterklärend, eine Schulung ist für Laien nicht zwingend. Empfohlen wird die Ausbildung im Erste-Hilfe-Kurs mit sicherem Umgang, mindestens jährlich wiederholt.
  • Betreiber müssen Anwender nach Medizinprodukte-Betreiberverordnung in die Handhabung einweisen.
  • Die Maßnahmen richten sich nach den Leitlinien des German Resuscitation Council (stellvertretend für den europäischen ERC).

Nachbereitung

  • Debriefing im ganzen Team nach jedem AED-Einsatz, mit den gespeicherten Daten. Es soll wertschätzend sein, auch Fehler dürfen ohne Bloßstellung angesprochen werden.
  • Psychosoziale Unterstützung anbieten (Krisenintervention, Seelsorge, geschulte Kameraden), um posttraumatische Belastungsstörungen zu verhindern.

Verfügbarkeit

  • AED auf einem Fahrzeug verlasten, das immer mit zum Einsatz ausrückt.
  • Bei mehreren AED die Platzierung einheitlich wählen und möglichst gleiche Gerätetypen nutzen.
  • Das internationale Rettungszeichen E010 außen am Fahrzeug anbringen. So erkennen Einsatzkräfte und die Öffentlichkeit, wo der AED ist.

Siehe auch