Heben und Abstützen von Lasten

Geräte

Das Wichtigste in Kürze

  • Heben und Abstützen gehören zusammen: Jede angehobene Last muss sofort gegen Absinken und Ausweichen gesichert werden.
  • Hebebaum (kleine Hubhöhe, einfacher Hebel), hydraulische Winde (große Kraft, flache Fußplatte, Last auf Kopfplatte oder Klaue), hydraulischer Hebesatz (mehrere Zylinder, Spreizschnabel).
  • Unterbauen mit Kanthölzern, Holzplatten, Formholz, Keilen, Kunststoffplatten. Niemand unter ungesicherter Last.
  • Abstützen von Bauteilen: Stahlrohrstützen (Rüstwagen) oder Rundholzstempel, auf ein Brett, Kantholz am Kopf, gegen Umfallen sichern.
  • Niemals Last auf einer Hydraulik „parken“: immer Unterbau.
Hebebaum
einfacher Hebel, kleine Hubhöhe, Last nötigenfalls gegen Wegrutschen sichern
Hydraulische Winde
Heben, Senken, Drücken; Fußplatte (flach oder balligrund), Kopfplatte oder Klaue
Hydraulischer Hebesatz
handbetätigte Pumpe, Zweiwege-Verteiler, Zylinder paarweise gleicher Hubkraft, Spreizschnabel
Unterbaumaterial
Kanthölzer, Holzplatten, Formholz, Holzkeile, Kunststoffkeile, Kunststoffplatten
Hinweis
Die Grundsätze stammen aus der bundeseinheitlichen FwDV 1 und aus Ausbildungsunterlagen. Typ, Bedienung und Zubehör deiner Geräte (Hersteller, Akku oder Schlauch, Druckwerte) lernst du praktisch in der Wache an den vorhandenen Geräten. Die Bedienungsanleitung des Herstellers geht vor.

Heben

Hebebaum

Er dient zum Heben und Bewegen von Lasten bei geringer Hubhöhe. Die Belastbarkeit ist durch Bauart und das Prinzip des einfachen Hebels begrenzt.

  • Gesichtsschutz tragen, Belastbarkeit beachten.
  • Last nötigenfalls gegen Wegrutschen sichern, beim Heben unterbauen.
  • Zwischenlage (Kantholz) als Drehpunkt unter dem Hebel, gleithemmend, nicht Metall auf Metall.

Hydraulische Winde

Die Winde hebt, senkt und drückt Lasten, besonders zum Anheben. Mit ihr werden zum Beispiel unter Lasten eingeklemmte Personen befreit, sie kann auch zum Abstützen dienen.

  1. Fußplatte mit Fußlagerplatte oder Holzunterlage auf festen, rutschsicheren Grund setzen. Unterlage ausreichend breit und bruchsicher.
  2. Last auf Kopfplatte oder Anhebeklaue setzen, rutschsicher unterlegen. Angriffspunkt muss ausreichend fest sein.
  3. Pumpenhebel bewegen, die Last steigt. Ablassen über das Handrad am Ablassventil, kontrolliert.
  4. Beim Heben unterbauen.
  5. Nicht verkanten zwischen Auflage und Last, seitliche Belastung ist nicht zulässig.
  6. Neigungswinkel: Mit der balligrunden Fußplatte höchstens 75° zur Fußplatte. Bei flacher Arbeitsstellung (5° bis 30°) wird die volle Hubhöhe nicht erreicht, weil die Ölmenge nicht voll genutzt wird.

Hydraulischer Hebesatz

Er wird verwendet, wenn andere Geräte wegen begrenzter Hubkraft nicht mehr ausreichen. Bestandteile: ein oder zwei Handpumpen, Zweiwege-Verteiler mit Regulierventilen, Verlängerungsschläuche, mehrere Hydraulikzylinder (paarweise gleiche Hubkraft und Hubhöhe), Verlängerungen, Druckplatten, Anhebeklauen, Spreizschnabel.

  • Zweiwege-Verteiler immer in die Leitung einbauen: Er steuert den Hubvorgang.
  • Verlängerungsrohre nur bis zur vom Hersteller genannten Länge.
  • Anhebeklaue, wenn der Platz zwischen Auflage und Last nicht reicht (Zylinder seitlich ansetzen).
  • Spreizschnabel: hebt eine flach aufliegende Last ein Stück an, damit Zylinder mit Klaue oder andere Hebegeräte angesetzt werden können.
  • Zylinder standfest und rutschsicher aufstellen, Unterlagen breit und bruchsicher, Last rutschsicher unterlegen.
  • Nicht verkanten, keine seitliche Belastung.

Unterbauen und Abstützen

Last unterbauen

  • Beim Heben und Absenken muss die Last gegen Abrutschen und Ausweichen durch Unterbauen gesichert sein.
  • Unterbaumaterial: Kanthölzer, Holzplatten, Formholz, Holzkeile, Kunststoffkeile, Kunststoffplatten.
  • Aufenthalt von Personen unter nicht gesicherter Last ist nicht zulässig. Erst unterbauen oder abstützen.
  • Stützkonstruktion so bauen, dass sie nicht wegrutschen oder ausbrechen kann.
  • Zug um Zug: Nach jedem Hub nachsetzen (kreuzweise geschichtete Kanthölzer, Cribbing), damit eine Hebebewegung nie ohne Sicherung steht.

Senkrechte und waagerechte Abstützungen

  • Rüstwagen führen Stahlrohrstützen mit, verstellbar, zum Aussteifen von Gräben und Abstützen einsturzgefährdeter Bauteile (zum Beispiel Decken).
  • Vertikal: Stütze auf Brett oder Kantholz stellen, am Kopf ebenfalls Kantholz. Gegen Umfallen sichern (annageln, verkeilen).
  • Anzahl der Stützen: nach Tragfähigkeit, Last und Stützhöhe.
  • Ohne Stahlstützen: Rundholzstempel oder Kanthölzer passender Querschnitte, auf Länge schneiden. Zwei Hartholzkeile am Fuß antreiben, Kopf am horizontalen Kantholz mit Bauklammern oder Brettern als Laschen befestigen.
  • Sicherheit: zulässige Belastung nicht überschreiten, gegen Umfallen und Kippen sichern, beim Tragen darauf achten, dass das Innenteil nicht herausfällt.
  • Einsturzlagen und Gräben: siehe Seite „Einsturz“. Das Abstützen größerer Bauteile ist Sache von Fachleuten (THW, Statiker), die Feuerwehr sichert nur vorläufig.

Typische Fehler

  • Last nur auf Hydraulik gesichert.
  • Unterlage zu schmal oder bricht.
  • Seitliche Belastung von Winde und Zylinder.
  • Kopfplatte ohne rutschsichere Unterlage.
  • Stütze nicht gegen Umfallen gesichert.
  • Personen unter Last während des Hebens.

Siehe auch