Das Wichtigste in Kürze
- H:Person-TMR (Technische Menschenrettung): Person in Not, zum Beispiel in einer Maschine eingeklemmt, unter einer Last, im Aufzug. Laut Katalog Zug mit 2 LF, 2.000 l Löschmittel, 2 THL-Sätze, Rettungsdienst mit Notarzt bei Personen in Gefahr.
- Maschine zuerst sichern: Not-Halt/Not-Aus, Energie abstellen, gegen Wiedereinschalten sichern (idealerweise Posten an der Einschaltstelle), gegen Bewegungen sichern (Keile).
- Befreien nur nach Rücksprache mit Notarzt/Rettungsdienst. Betriebspersonal einbinden (Maschinenkenntnis).
- Entlasten statt reißen: oft reicht geringe Entlastung (Keile, Hebekissen). Demontage mit Fachpersonal.
- Crush-Syndrom und Verblutungsgefahr nach der Entlastung: ärztliche Überwachung, PSNV für Angehörige und Einsatzkräfte.
- Stichwort
- H:Person-TMR (Nr. 24 im Katalog)
- Beispiele laut Katalog
- Person in Not, Technische Menschenrettung
- Taktische Einheit
- Zug
- Löschmittel
- 2.000 l
- Fahrzeuge
- 2 LF
- Besondere Einsatzmittel
- 2 THL-Sätze
- Rettungsdienst-Stichwort
- ja
- Rettungsmittel
- ohne Personen in Gefahr: RTW; mit Personen in Gefahr: RTW + NA
- Hinweis
- Welche Kräfte für das Stichwort ausrücken, steht in der Alarm- und Ausrückeordnung deiner Wehr, die Katalogwerte sind nur Hinweise. Vor Ort entscheidet der Einheitsführer. Die Handgriffe übst du praktisch in der Wache.
Hinweis zur Tabelle: Stand der Katalogdaten: Juli 2015. Die Angaben sind Hinweise für mögliche Einsatzmittelketten. Maßgeblich ist die örtliche Alarm- und Ausrückeordnung.
Lage und Grundsätze
Wann ist es TMR?
- Person in Not, die nicht aus eigener Kraft frei kommt: Maschine, Fördergerät, Last, Zwangslage, Aufzug.
- Verbindung zu anderen Stichwörtern: Verkehrsunfall → H:VU Klemm, Einsturz → H:Einsturz, Höhe/Tiefe → H:Rettung aus Höhen und Tiefen.
- Zeitkritisch, aber übereilte Befreiung ist gefährlich.
Gefahren für Patient und Retter
- Verblutungsgefahr nach der Entlastung einer Einklemmung.
- Crush-Syndrom (Zerstörung von Muskelgewebe, Gift gelangt in den Kreislauf) bei längerer Einklemmung, daher früh Notarzt und ärztliche Überwachung.
- Maschinenteile unter Spannung (Ausschlag), Wiederanlauf, rutschige Flächen, Absturz.
- Brand, Gase, Hitze aus der Maschine oder Anlage.
Vorgehen Schritt für Schritt
Maschine und Last sichern
- Lage erkunden: Was ist passiert, wie ist die Person eingeklemmt, wie ist ihr Zustand?
- Not-Halt / Not-Aus betätigen, Energieversorgung abstellen (Strom, Hydraulik, Druckluft).
- Gegen Wiederinbetriebnahme sichern: Posten an der Einschaltstelle, Schalter abschließen, Hauptschalter sperren.
- Gegen Bewegung sichern: Keile, Unterbau, Last abstützen (siehe Seite „Heben und Abstützen von Lasten“). Rückwärtsfahren der Maschine unbedingt vermeiden, notfalls nur von Hand.
- Brandschutz sicherstellen, Absturzsicherung bei rutschigen Flächen oder Höhe.
Befreien
- Notarzt/Rettungsdienst einbinden: Befreiung nur nach Rücksprache. Erstversorgung laufend.
- Betriebspersonal und Maschinenpläne nutzen, Revisionsöffnungen prüfen.
- Methode wählen:
- Entlasten: Keile, Hebekissen, Winde (oft genügt geringe Entlastung).
- Demontage: zusammen mit Fachpersonal (Schrauben, Abdeckungen).
- Schneiden: Wärmeleitung beachten, kühlen, Funken und Hitze vom Patienten fernhalten.
- Spreizen und Schneiden mit hydraulischem Gerät (siehe Seite „Spreizer, Schneidgerät und Rettungszylinder“).
- Spezialeinheiten nachalarmieren, wenn nötig.
- Übergabe an den Rettungsdienst, Betreuung der Beteiligten (PSNV).
- Arbeitsschutzbehörden (normalerweise über die Polizei) einbeziehen, Anlage gesperrt lassen.
Aufzug und weitere Fälle
- Aufzug: siehe Seite „H:Rettung aus Höhen und Tiefen“ (Abschnitt Aufzugsunfall). Zuerst beruhigen, Aufzugfirma einbinden, Befreiung nur durch unterwiesene Kräfte.
- Maschinen: Betreiber und Fachpersonal einbinden, stromlos schalten und sichern.
- Absturz- und Einsturzgefahr beachten.
- Bei absehbar tödlichem Ausgang: Angehörigen wenn möglich Abschied ermöglichen (mit Notarzt und Polizei abstimmen).
Typische Fehler
- Energie nicht abgestellt oder nicht gegen Wiederanlauf gesichert.
- Übereilt befreit ohne Notarzt.
- Rückwärtsfahren der Maschine.
- Betriebspersonal nicht befragt.
- Crush-Syndrom nicht bedacht.
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