Binnenschiffe: Schiffskunde und Einsatz

Technische Hilfeleistung

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf Schiffen gelten besondere Regeln. Ein Schiff hat keine Hausnummer, der Zugang ist oft nur über das Wasser möglich, und die Einsatzmittel müssen aufs Nötigste beschränkt werden.
  • Keine Rettungsweste, kein Aufenthalt auf dem Wasser. Unter Deck und im Innenangriff trägt man sie allerdings nicht.
  • Havaristen nur betreten, wenn sie festgemacht sind oder vor Anker liegen.
  • Drei Bereiche an Bord: Gefahrenbereich, Bereitstellungsbereich, Sicherheitsbereich. Dazu Rückzugssignal und Lagebeobachter.
  • Immer Sicherungsboote, solange ein Sturz ins Wasser möglich ist.
  • Stahlrumpf: Kühlen ist ein Hauptmittel. Gleichzeitig muss der Wassereintrag gelenzt werden, sonst droht Schlagseite.
  • Schott-Türen nur nach Rücksprache öffnen. Dahinter kann Druck stehen.
Steuerbord
Rechts in Fahrtrichtung, grünes Positionslicht
Backbord
Links in Fahrtrichtung, rotes Positionslicht
1 blauer Kegel/Licht
Feuergefährliche Stoffe, Abstand 10 m
2 blaue Kegel/Lichter
Giftige Stoffe, Abstand 50 m
3 blaue Kegel/Lichter
Explosionsgefährliche Stoffe, Abstand 100 m
Besatzung
Mindestens zwei Personen in der Berufsschifffahrt
Rettungsweste
Leistungsstufe 275 für Einsatzkräfte auf dem Wasser
Tauchpumpe TP 4/1
Etwa 400 l/min, für größere Lecks nicht ausreichend
Unterdeck
Immer zwei Trupps, je eigene Leitung, gemeinsamer Rückzug

Schiffssprache: Orientierung an Bord

  • Steuerbord ist rechts in Fahrtrichtung (grünes Positionslicht), Backbord links (rotes Licht). Bug ist vorn, Heck (Achtern) hinten. Das Schiff teilt sich in Vorschiff, Mittschiff und Hinterschiff.
  • Rumpf: schwimmfähige Hülle. Aufbauten: alles auf dem Rumpfdeck. Steuerstand (Brücke): Zentrale des Schiffsführers. Schott: wasserdichte Trennwand. Davit: Kran. Niedergang: sehr steile Treppe, Kombüse: Küche, Belüftungskamin: Frischluft für Räume unter Deck, Schornstein: Abgase, Gangbord: seitlicher Laufweg, nicht zwingend mit Reling.
  • Niedergänge sind steil, immer Geländer nutzen. Seefahrer sagen: „Eine Hand gehört immer dem Schiff.“
  • Decks entsprechen den Geschossen: Unterdeck im Rumpf (Maschinenraum, Lager, Kabinen der Besatzung), darüber Haupt- und Zwischendecks, Oberdeck.

Schiffstypen und Gefahren

  • Maße: Sportboote bis 14,99 m, der größte Binnentanker etwa 135 m lang, 21,8 m breit, mit 9300 t Ladung (rund 370 Lkw). Länge und Breite begrenzt die Schleuse. Die Besatzung beträgt in der Berufsschifffahrt mindestens zwei Personen. Bei Fahrgastschiffen die Personenzahl erfragen.
  • Kennung: Der Name steht am Rumpf, dazu Länge, Breite, Ladekapazität. Revierzentralen und Schleusen kennen die Daten über AIS und NaMIB (Schiffstyp, Maße, Ladung, Ziel). Sie können Auskunft geben. Am Tiefgangsanzeiger (Strichmarken am Rumpf) sieht man die Eintauchtiefe, bei voller Last bis etwa 3,8 m.
  • Gütermotorschiffe (GMS): Schüttgut, Container, Ro-Ro (Fahrzeuge und Maschinen). Luken sind nicht begehbar und keine Ablage für Geräte. Betritt man sie, nur nach Rücksprache mit der Besatzung (Einsturz- und Absturzgefahr).
  • Tankmotorschiffe (TMS) („Nassschiffe“): Öle, Fette, Paraffin, aber auch Gefahrstoffe. Gefahrgut wird tagsüber mit blauen Kegeln, nachts mit blauen Lichtern gekennzeichnet, die Zahl zeigt grob die Gefahr:
  • 1 Kegel: feuergefährliche Stoffe (zum Beispiel Benzin), Abstand 10 m.
  • 2 Kegel: giftige Stoffe (zum Beispiel Salpetersäure), Abstand 50 m.
  • 3 Kegel: explosionsgefährliche Stoffe, Abstand 100 m.
  • Der Abstand gilt bei stillliegenden Schiffen. Die Kegel sind tagsüber nicht immer leicht zu erkennen.
  • Fahrgastschiffe (FGS): Tagesausflug, auch Partyboot, bis über 600 Personen, gemischtes Alter und Fitness. Fahrgastkabinenschiffe (FGKS): schwimmende Hotels, mehrtägig unterwegs.
  • Fähren: auf Flüssen nur bis zu einem bestimmten Pegel, auch an Seilen gezogen. Schub- und Koppelverbände: Schubschiff mit Leichtern, durch Stahlseile verbunden, flacher Bug am Schubschiff.
  • Sonstige: Arbeitsschiffe, Pontons, Bunkerschiffe, Polizei- und Feuerlöschboote, Sportboote.

Bauweise und Schutzeinrichtungen

  • Rumpf: Er verdrängt Wasser, das entspricht dem Auftrieb. Wird die Gesamtmasse größer als die verdrängte, sinkt das Schiff, etwa bei einem Wassereinbruch. Stahl ist der Hauptbaustoff, dazu Aluminium, Kunststoff, Holz, Beton. Neue Binnenschiffe haben eine Doppelhülle. Der Raum zwischen den Hüllen ist der Wallgang. Dort kann Sauerstoffmangel herrschen, deshalb nur mit umluftunabhängigem Atemschutz betreten.
  • Stahl leitet Wärme gut und versagt bei Hitze. Ein Teilbereich kann einknicken, dann ist die Schwimmfähigkeit in Gefahr. Deshalb ist Kühlen ein Hauptmittel. Landet dabei viel Wasser im Rumpf und wird nicht abgepumpt, kann das Schiff kentern.
  • Schott: durchgehende Längs- oder Querwand, steift aus und teilt den Rumpf in Sektionen, damit bei einem Leck die Schwimmfähigkeit erhalten bleibt. Durchgänge heißen Schott-Türen. Sie können auch Rauch- und Brandschutztüren sein. Eine Schott-Tür öffnet man nur nach Rückfrage und Meldung. Eine geöffnete Tür verliert ihre Wirkung gegen Wasser, Brand und Rauch. Sind Durchlässe für Schläuche vorgesehen, kann sie hinter dem Trupp wieder geschlossen werden, der Rückzugsweg ist dann aber nicht frei.
  • Kofferdamm: Hohlraum zwischen Fracht- oder Tankraum und anderen Bereichen. Bei Feuer im Laderaum füllt man ihn mit Wasser zum Kühlen, auch zur Löschwasserrückhaltung. Ort, Anzahl und Anschlüsse beim Schiffsführer erfragen.
  • Lenzpumpen: fest installiert, nur zum Halten des Schiffes ausgelegt. Lenzen ist beim Wassereinbruch das erste Mittel.
  • Energiequellen: mindestens zwei, Diesel (oder Gas) für Antrieb und Stromerzeugung, Flüssiggas zum Heizen und Kochen. Motoren haben Notabschaltungen (unterbrechen den Kraftstoff). In Maschinenräumen sitzen CO₂- oder Schaumlöschanlagen, die man von außen auslösen kann. Nur nach Rücksprache mit dem Schiffsführer betätigen. Mit CO₂ gefüllte Räume nur mit Atemschutz betreten.

Gewässerkunde

  • PSA gegen Ertrinken (DGUV 205-032) tragen alle, die aufs Wasser gehen. Auch gute Schwimmer können sich nicht lange über Wasser halten.
  • Fließgewässer beurteilt man nach der Strömung, stille Gewässer können sehr tief sein. Wetter ändert die Lage schnell: Wind, Starkregen, mehr Strömung, schlechtere Sicht.
  • Fahrwasser reicht von Ufer zu Ufer, die Fahrrinne ist mit Fahrrinnentonnen markiert (in Fließrichtung gesehen rot rechts, grün links). Fährt ein Schiff gegen die Strömung, ist es Bergfahrer, mit der Strömung Talfahrer.
  • Buhnen steuern die Strömung. Bei Hochwasser sind sie überspült und unsichtbar, an ihnen gibt es Unterströmungen und Strudel.
  • Schleusen: Hier gibt es Sog und Strömung, Absturzgefahr ins Becken und Rauchausbreitung im Schleusenbecken, je nach Betriebszustand.

Einsatztaktik allgemein

  • Grundsatz: Havaristen betritt man nur, wenn sie festgemacht sind oder vor Anker liegen und sich nicht mehr bewegen können. Eine unkontrollierte Bewegung ändert die Gefahrenlage schlagartig.
  • Dokumentation von Anfang an. Die Einsatzleitung muss jederzeit wissen, wer an Bord ist. Dafür gibt es Erfassungsblätter (Objektdaten, Nutzung, Ladung, Gefahrgut, Personen, Tiefgang, Schlagseite, Schutzeinrichtungen, Lageskizze).
  • Drei Bereiche an Bord (jedem an Bord und der Einsatzleitung bekannt):
  • Gefahrenbereich: der eigentliche Einsatz (Brandbekämpfung, Leckabwehr, Rettung).
  • Bereitstellungsbereich: alle Einsatzmittel, Verteiler, Sammelplatz bei „Gefahr, alle zurück“, günstig auch für die Rettungswesten bei Brandeinsätzen.
  • Sicherheitsbereich: Rückzug. Von hier muss eine gefahrlose Rettung aller Einsatzkräfte möglich sein, zum Beispiel über Mehrzweckboote (ähnlich einer Anleiter-Bereitschaft).
  • Rückzugssignal: vorher festlegen und allen weitergeben. Eine Fanfare oder ein Megafon eignen sich, Sondersignale nicht.
  • Lagebeobachter (Melder oder Maschinist) von Anfang an. Er beobachtet Tiefgang, Schlagseite, verrutschende Ladung, Verfärbungen am Rumpf durch Hitze und Abtreiben, am besten von Land aus mit festen Bezugspunkten, mit Funk, Schreibzeug und Fernglas. Den Tiefgangsanzeiger beidseitig dokumentieren (Aufschreiben oder Foto). Das Rückzugssignal gibt der Einheitsführer an Bord.
  • Sicherungsboote sind zu stellen, solange ein Sturz ins Wasser möglich ist. Sie bilden in Fließrichtung (talwärts) eine Auffanglinie. Ein Zubringerboot ist kein Sicherungsboot. Die Koordination ist ein eigener Abschnitt, oft bei der Wasserschutzpolizei. Auch im Hafen nötig.
  • Taucher: Feuerwehrtaucher, DLRG oder Wasserschutzpolizei, Verfügbarkeit vorher klären. Wasser- und Strömungsretter am besten zusammen mit den Sicherungsbooten.

Technische Hilfe auf Schiffen

Es gilt der Rettungsgrundsatz: Sichern, Zugang schaffen, lebenserhaltende Sofortmaßnahmen, Befreien, Übergabe.

  • Sichern: vor allem das sichere Liegen des Havaristen.
  • Zugang: Häfen und Terminals vorab erkunden. Geht es nur über das Wasser, rechnet man mit Zeitverzug.
  • Retten: Kein Standardverfahren. Abwägen zwischen Sofortrettung und schneller Rettung nach vfdb-Richtlinie 06/01. Bei Zugang übers Boot mindestens Handwerkszeug, Brechwerkzeug, Feuerwehrleinen, Rettungsbrett oder -tuch, Sanitätsgerät mitnehmen und zeitnah ein weiteres Boot als Zubringer einsetzen. Die Zuladung des Bootes beachten.
  • Eigenschutz: Rettungsweste (Leistungsstufe 275) für alle auf dem Wasser, auch für jede gerettete Person.
  • Übergabe: Nach der Übergabe an den Rettungsdienst beginnt oft die Übergabe an Land (Behelfssteg, Drehleiter, Boote), unter Umständen als eigener Einsatzabschnitt.

Wassereinbruch:

  • Die Besatzung hat meist schon gelenzt. Wichtig ist die Neigung: Hat der Havarist Schlagseite oder bekommt er sie? Ladung kann schlagartig verrutschen (Container, Schüttgut, Flüssigkeiten).
  • Unter Deck: auf Belüftung achten, Atemluft mit Mehrgasmessgerät oder CO-Warner überwachen, Rückwegsicherung mit Feuerwehrleine, keine Geräte mit Verbrennungsmotor. Rettungswesten unter Deck sinnlos (sie lösen bei Wasserkontakt automatisch aus), besser zentral am Zugang oder im Bereitstellungsbereich ablegen, wenn auf dem Weg kein Sturz ins Wasser möglich ist.
  • Pumpen: Die Tauchpumpe TP 4/1 schafft etwa 400 l/min, das reicht für ein größeres Leck oft nicht. Man braucht Strom (Bordnetz oder Stromerzeuger) und bald Lenzpumpen auf dem Havaristen, die Logistik planen.
  • Abdichten: alles, was das Loch verstopft oder dämmt: Wolldecken, Unterbauhölzer, Wagenheber, Leinenbeutel, pneumatische Hebekissen als Dichtplatte, dazu Druckverteilung (zum Beispiel Schlauchbrücken) und Widerlager. Lecksegel (Dreieck- oder Rechtecktuch, per Seil an der Bordwand entlang zum Leck gezogen) und Leckpilze (verformbare Teller, vom Wasserdruck angepresst) sind Spezialmittel und nicht Teil der Standardbeladung, aber manchmal an Bord. Nachfragen. Bei Pumpen Stützkrümmer als Knickschutz und Absperrorgane in der Förderleitung.

Schiffsbrandbekämpfung

  • Zugang und Platz sind das Hauptproblem. Fenster zur Rauch- und Wärmeabfuhr fehlen unter Deck. Im Unterdeck (Maschinenraum) gibt es meist nur einen Niedergang und eine Notluke. Man rechnet mit enormer Hitze und entgegenströmenden Brandgasen, wie beim Kellerbrand („über das Ofenrohr zum Feuer“). Auf dem Oberdeck gibt es mehr Zugänge, aber die Gänge sind eng, das Gangbord oft nur 60 bis 70 cm breit, danach kommt Wasser.
  • Baustoff: Brennt ein Kunststoff- oder Verbundboot (Sportboote, Yachten), ist es bei Eintreffen meist fast ausgebrannt, dann zählen Menschenrettung und Folgeschäden. Bei Stahl früh mit Kühlmaßnahmen beginnen, wenn möglich schon vor der Brandbekämpfung.
  • Zwei Verteiler: der Angriffsverteiler (erstes, zweites und Sicherheitsrohr) und davor der Verteiler für das Kühlrohr an Deck. Beide sind mit einem 5 m langen B-Schlauch verbunden, der hintere speist den vorderen.
  • C-Leitungen ab Verteiler mit Wasser gefüllt und als Loops (Schlauchspirale) vornehmen. Das spart Platz. Einen Loop wickelt man um einen Gegenstand wie Tragekorb oder Schaummittelkanister.
  • Unterdeck: immer zwei Trupps, jeder mit eigener Angriffsleitung. Sie gehen nacheinander vor: Trupp 1 bis zur nächsten Schott-Tür, tastet sie ab und meldet. Trupp 2 folgt, dann wird nach Absprache geöffnet. Trupp 2 sichert Trupp 1. Räume und Seitentüren auf dem Weg werden kontrolliert. Für den Rückweg die doppelte Atemluft des Hinwegs einplanen (FwDV 7). Den Rückmarsch treten beide Trupps zusammen an. Die Übergabe von Rohren und Leitungen an nachfolgende Trupps ist bei langen Wegen erfolgsentscheidend. Alternative Angriffswege erkunden.
  • Wasser ist das Mittel der Wahl, und zwar reichlich, ohne Rücksicht auf Wasserschäden. Aber der Lagebeobachter achtet auf Tiefgang und Schlagseite, und es muss gelenzt werden.
  • Keine Rettungsweste im Innenangriff.

Rettungsweste und Atemschutz kombinieren

Nach § 22 der DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“ müssen Auftriebsmittel getragen werden, wenn Ertrinkungsgefahr besteht. Ist das aus betriebstechnischen Gründen nicht möglich, muss man die Sicherheit anders herstellen. Für die Feuerwehr gilt grundsätzlich eine Rettungsweste nach DIN EN ISO 12402 mit 275 Newton Auftrieb (Leistungsstufe 275).

Aufbau und Trageweise:

  • Rückengurt einteilig: Die Weste muss vor dem Atemschutzgerät angelegt werden, sonst rutscht der Gurt auf der Flasche und die Weste kann nicht voll auftreiben. Zweiteiliger Rückengurt: kann vor oder nach dem Gerät angelegt werden, weil man ihn um die Flasche führt.
  • Auftriebskörper: Er liegt immer über den Schultergurten des Atemschutzgeräts. Liegt er darunter, entfaltet er sich nicht ganz und trägt weniger.
  • Die Mitteldruckleitung des Pressluftatmers muss unter dem Auftriebskörper verlaufen. Sonst hebt der aufgegangene Körper Lungenautomat und Atemanschluss an, und es kann Wasser in den Atemanschluss gelangen.
  • Einige Westen haben angepasste Auftriebskörper für Helm und Atemanschluss. Die konkrete Kombination aus Weste, Helm, Atemanschluss und Lungenautomat prüft man bei der Beschaffung in einer Gefährdungsbeurteilung mit Kompatibilitätsbetrachtung. Erfahrungsgemäß besteht auch bei tiefgezogener Helmschale keine Strangulationsgefahr durch den Kinnriemen.
  • Schutzhülle nach DIN EN ISO 12402-8 gegen Metallspritzer, Wärmestrahlung und Flammen: Die Norm prüft nur die Brandeigenschaften der Materialien, nicht die ganze Weste unter Innenangriffsbedingungen. Deshalb ist nicht gesichert, dass eine Weste nach einem Innenangriff noch funktioniert. Eine im Innenangriff getragene Weste prüft eine befähigte Person außerordentlich (§ 11 Absatz 3 DGUV Vorschrift 49).
  • Zusatzausstattung: Signalpfeife und Bergeschlaufe sind Pflicht. Nachts sieht man die Weste ohne Licht schlecht, deshalb empfiehlt sich ein zugelassenes Notlicht, das bei Wasserkontakt blinkt.

Einsatzszenarien auf Binnenschiffen:

  • Außenangriff: Wenn Einsatzkräfte ins Wasser fallen können, keine Atemfilter verwenden, weil Wasser in den Filter gelangt. Ist der Atemanschluss angelegt, wird der Lungenautomat sofort angeschlossen, sonst läuft beim Sturz Wasser in den Atemanschluss.
  • Innenangriff: Weste vorher ablegen. Im Schiffsinneren droht kaum Ertrinken, und die Weste kann versehentlich auslösen (zum Beispiel durch Hängenbleiben), sie behindert Fortbewegung, Menschenrettung und Brandbekämpfung. Als Ersatz stellt man ein Sicherungsboot nahe am Havaristen auf, bei Fließgewässern im Unterstrom, um eine über Bord gegangene Kraft sofort zu retten. Wer ohne Weste, aber mit angeschlossenem Lungenautomat ins Wasser fällt, treibt durch Luft in der Kleidung eine Zeit lang, ist die Kleidung voll gesogen, geht man unter, besonders gefährlich bei einem zweiten Sturz.
  • Sicherheitstrupp in Bereitstellung: Auf die Weste kann man verzichten, wenn er nicht ins Wasser stürzen kann, zum Beispiel mittig auf dem Deck oder bei Reling von mindestens 90 cm Höhe. Nur dann darf der Atemanschluss angelegt und der Lungenautomat nicht angeschlossen sein. Besteht Sturzgefahr, hält man sich zum Beispiel mit dem Feuerwehrhaltegurt zurück.
  • Anfahrt mit dem Feuerwehrboot: Rettungswesten tragen (§ 22 DGUV Vorschrift 49). Das Atemschutzgerät trägt man auf dem Rücken, ohne Atemanschluss, den Helm mit geschlossenem Kinnriemen (sonst ist er schnell verloren, und ohne Helm ist man nicht einsetzbar). Erst die Weste, dann das Atemschutzgerät anlegen, auch bei zweiteiligem Gurt, damit man an Deck das Gerät schnell ablegen kann, ohne die Weste zu lösen.

Schott-Tür sicher öffnen

Schott-Türen schließen dicht. Bei Brand kann dahinter Druck aufgebaut sein, der auf die ganze Türfläche wirkt.

  • Tür öffnet von dir weg: Lässt sich die Verriegelung lösen, aber die Tür nicht öffnen, steht wohl Druck dahinter. Dann fragt man sich: Muss ich hier überhaupt rein, gibt es Alternativen?
  • Tür öffnet zu dir hin: Man kann weggedrückt oder weggeschleudert werden. Vorgehen: Der Truppführer öffnet direkt am Schott und schaut den Truppmann an (Face to Face). Der Truppmann steht weit genug weg, um das Strahlrohr sicher zu bedienen und den Truppführer zu schützen. Verständigung zum Beispiel durch Klopfzeichen. Nach dem Öffnen geht der Truppführer gebückt oder auf allen Vieren schnell hinter den Truppmann. Der Truppmann kann ihm mit dem Rohr entgegenkommen. Der Schlauch darf nicht im Weg liegen. Ein Schott mit Druck lässt sich im ersten Moment nicht wieder schließen. Wird zum Schutz Wasser abgegeben, darf der Truppführer nicht benetzt werden.
  • Ablauf: Zuerst Position, Tür kontrollieren, Blickkontakt, Absprache, Trupp 2 sichert. Dann Tür öffnen, schneller Positionswechsel, Sicherung durch zwei Rohre. Dann Vordringen in den Zielraum, wobei der Truppführer von Trupp 2 die Leitung von Trupp 1 mitführt und der Truppmann von Trupp 2 mit Rohr 2 sichert.

Mannschaft und Gerät

Die Lernunterlage rechnet für Erstmaßnahmen mit etwa neun Personen (Gruppenführer, drei Trupps, Bootsbesatzung), die zusammen mit dem Gerät rund 950 bis 1250 kg auf die Waage bringen. Bei Zugang über ein Mehrzweckboot ist deshalb die zulässige Zuladung wichtig. Typische Beladung für den Erstangriff: sechs Atemschutzgeräte, zwei Verteiler, B- und C-Schläuche, Strahlrohre, Stützkrümmer, Tragkraftspritze, Mehrgasmessgerät, Atemschutznotfalltasche, Rettungstuch, Halligantool, Funk und Beleuchtung.

Siehe auch