Das Wichtigste in Kürze
- H:VU Schiff: Schiffskollision, leckgeschlagenes Schiff, Transport- oder Fahrgastschiff. Laut Katalog Zug mit 1 LF und 1 RW, 1 Boot, MZF oder ELW 1. Sonstige Stellen: Wasser- und Schifffahrtsamt, Wasserschutzpolizei.
- Menschenrettung zuerst (aus dem Wasser oder von Bord), Leck beurteilen, Umweltgefahr durch Betriebsstoffe beachten.
- Auf dem Wasser: Rettungsweste (ohnmachtssicher), gesichert arbeiten. Besatzung einbinden, sie kennt das Schiff.
- Lenzen: mehrere Pumpen mit hoher Leistung, Laderäume gleichzeitig leeren (sonst Bruchgefahr), Abdichten nur durch geschulte Kräfte (Holzkeile, Dichtkissen, Lecksegel).
- Fahrzeug im Wasser: keine Rettungsversuche mit Atemschutz, Taucher abwarten, Schiffsverkehr stoppen.
- Stichwort
- H:VU Schiff (Nr. 10 im Katalog)
- Beispiele laut Katalog
- Schiffskollision, leckgeschlagenes Schiff, Transportschiff, Fahrgastschiff
- Taktische Einheit
- Zug
- Fahrzeuge
- 1 LF, RW
- Besondere Einsatzmittel
- 1 Boot
- Führungskomponente
- MZF oder ELW 1
- Rettungsdienst-Stichwort
- ja
- Rettungsmittel
- ohne Personen in Gefahr: RTW; mit Personen in Gefahr: RTW + NA
- Sonstige Stellen
- Wasser-/Schifffahrtsamt, Wasserschutzpolizei
- Hinweis
- Welche Kräfte für das Stichwort ausrücken, steht in der Alarm- und Ausrückeordnung deiner Wehr, die Katalogwerte sind nur Hinweise. Vor Ort entscheidet der Einheitsführer. Die Handgriffe übst du praktisch in der Wache.
Hinweis zur Tabelle: Stand der Katalogdaten: Juli 2015. Die Angaben sind Hinweise für mögliche Einsatzmittelketten. Maßgeblich ist die örtliche Alarm- und Ausrückeordnung.
Lage und Gefahren
Schiff leckgeschlagen
- Zuständigkeiten: Wasserschutzpolizei, Wasser- und Schifffahrtsamt, Schifffahrt sperren lassen.
- Gefahren: Wasser dringt ein, Schlagseite, Kraftstoff in Maschinenräumen, Ladung, Brand, Strömung.
- Besonderheit: Mehrere Laderäume müssen gleichzeitig leergepumpt werden, sonst kann der Rumpf zerreißen.
- Unterstützung: THW mit Tauchpumpen nachfordern, wenn die Mittel nicht reichen.
Fahrzeug im Gewässer
- Eigenschutz: Arbeiten am Wasser nur mit ohnmachtssicherer Rettungsweste.
- Keine improvisierten Rettungsversuche durch Einsatzkräfte mit Atemschutzgerät. Taucher (Tauchergruppe) alarmieren und abwarten.
- Schiffsverkehr stoppen, Brücken mit Warnposten besetzen.
- Einstiegspunkt für Taucher herrichten (zum Beispiel Steckleiter), bei Dunkelheit ausleuchten, Stellplatz für das Taucherfahrzeug frei halten.
- Taucheinsatzführer übernimmt den Einsatzabschnitt „Wasser“ nach Lageeinweisung.
- Elektrofahrzeug: keine unmittelbare elektrische Gefahr, aber Elektrolyse möglich, Hochvoltanlage möglichst abschalten. Scheinwerfer können nach dem Versinken noch leuchten (Positionsbestimmung).
- Betriebsstoffe (Öl, Kraftstoff) beobachten, Behörden (Wasserschutzpolizei, Hafenamt, Umweltbehörde) informieren.
Vorgehen Schritt für Schritt
Ablauf
- Lage erkunden: Schiffstyp, Personenzahl, Schlagseite, Leck, Ladung, Brand?
- Menschenrettung: Personen aus dem Wasser holen oder von Bord führen (Boot, Rettungsring, Leinen). Wasserrettung siehe Seite „H:Person im Wasser/Eis“.
- Sichern: Schiff gegen Wegtreiben oder Sinken sichern. Leck nur durch Fachleute abdichten.
- Lenzen: mehrere Pumpen, gleichmäßig auf alle Räume. Bei erfolglosem Lenzen nach Möglichkeit das Schiff auf Grund setzen (Entscheidung durch Fachkräfte).
- Schifffahrt sperren lassen (Wasser- und Schifffahrtsamt oder Wasserschutzpolizei).
- Umweltschutz: Austretende Betriebsstoffe mit Ölsperren eingrenzen (siehe Seite „H:Öl Land und H:Öl auf Wasser“).
- Bei vielen Betroffenen: Rettungsdienst mit MANV-Stufe, Sammelstelle am Ufer.
Typische Fehler
- Tauchversuche ohne Fachleute.
- Ungleichmäßig gelenzt.
- Schifffahrt nicht gestoppt.
- Besatzung nicht eingebunden.
- Leck selbst abgedichtet, ohne Schulung.
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