B:Boot und B:Schiff – Brand auf Booten und Schiffen

Brandeinsätze

Das Wichtigste in Kürze

  • B:Boot (Sport- und Freizeitboote): Gruppe mit 1 LF, 1 Boot, Wärmebildkamera. B:Schiff (Transport- und Fahrgastschiffe): 2 Züge mit 4 LF, 2 Boote.
  • Sonstige Stellen: Wasser- und Schifffahrtsamt sowie Wasserschutzpolizei.
  • Löschwasser belastet das Schiff: Zu viel Wasser kann zu Schlagseite und Kentern führen.
  • Persönliche Sicherheit auf dem Wasser: Schwimmweste, Sicherungsleine, Rettungsboot.
Stichwort
B:Boot (Nr. 13 im Katalog)
Beispiele laut Katalog
Sport- und Freizeitboote
Taktische Einheit
Gruppe
Löschmittel
1.000 l
Fahrzeuge
1 LF
Besondere Einsatzmittel
1 Boot, WBK
Atemschutz
4 Atemschutzgeräte, 4 Atemschutzgeräteträger
Eigensicherung
im Katalog mit „ja“ gekennzeichnet
Rettungsdienst-Stichwort
ja
Rettungsmittel
ohne Personen in Gefahr: RTW; mit Personen in Gefahr: RTW + NA
Sonstige Stellen
Wasser-/Schifffahrtsamt, Wasserschutzpolizei
Besonderheiten
außerorts 4.000; bei schlechter Löschwasserversorgung 4.000 (Zahlen = Löschmittel in Litern; SW = Schlauchwagen)
Stichwort
B:Schiff (Nr. 14 im Katalog)
Beispiele laut Katalog
Schiff, Transportschiff, Fahrgastschiff
Taktische Einheit
2 Züge
Fahrzeuge
4 LF
Besondere Einsatzmittel
2 Boote, WBK
Atemschutz
16 Atemschutzgeräte, 16 Atemschutzgeräteträger
Führungskomponente
MZF oder ELW 1

Hinweis zur Tabelle: Stand der Katalogdaten: Juli 2015. Die Angaben sind Hinweise für mögliche Einsatzmittelketten. Maßgeblich ist die örtliche Alarm- und Ausrückeordnung.

Vorgehen

  1. Lage erkunden: Wo liegt das Boot oder Schiff? Anfahrt über Land oder Wasser? Personen an Bord oder im Wasser?
  2. Menschenrettung: Personen von Bord oder aus dem Wasser holen. Rettungsdienst anfordern.
  3. Brandbekämpfung vom Ufer, vom Steg oder vom Boot aus. Auf dem Wasser nur mit Schwimmweste.
  4. Stabilität beachten: Löschwasser sammelt sich im Rumpf. Bei Bedarf lenzen (auspumpen) und die Wassermenge begrenzen.
  5. Brennendes Boot sichern: vom Ufer wegziehen oder festmachen, damit es nicht abtreibt.

Gefahren

  • Kraftstoff (Benzin, Diesel) und Gasanlagen an Bord.
  • Ladung bei Transportschiffen: Gefahrgut möglich.
  • Umweltgefahr: Treibstoff und Löschwasser können ins Gewässer gelangen.
  • Schifffahrt: Die Wasserstraße muss gesperrt oder gesichert werden (Wasser- und Schifffahrtsamt, Wasserschutzpolizei).

Schiffsbrand im Detail

  • Gefahren: Wärmeleitung durch Stahlwände, Brandüberschlag in abgetrennte Bereiche, hohe Temperaturen, Kamineffekt in langen Gängen, heiße Bullaugen springen bei Wasserkontakt, Bereiche mit nur einem Zugang.
  • Maschinenraum: nur bei Menschenrettung hineingehen, sonst Schaum von außen einbringen.
  • Wasserbilanz: Löschwasser belastet die Stabilität. Bei Fahrgastschiffen können geringe Mengen Schlagseite erzeugen, rasch abpumpen. Bei Frachtschiffen sind größere Mengen oft möglich, soweit die Ladung das verträgt.
  • Innenverkleidungen auf Glutnester prüfen (Wärmebildkamera), Wände kühlen, taktische Ventilation erwägen.
  • Atemschutz-Sicherheitstrupp bereithalten.

Handlungsgrundlage bleibt die Alarm- und Ausrückeordnung deiner Wehr und die Weisung des Einheitsführers.

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