Personensuche: Vermisste finden

Technische Hilfeleistung

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Suche nach Vermissten leitet grundsätzlich die Polizei. Die Feuerwehr unterstützt. Ist die Polizei noch nicht alarmiert, alarmierst du sie sofort nach und gibst die Einsatzleitung ab. Bestehe darauf, dass ein Polizeibeamter vor Ort die Verantwortung trägt.
  • Suchen lohnt sich nur, wenn die Person wahrscheinlich zu Fuß unterwegs ist. Bei einem Fahrzeug fahndet die Polizei.
  • Zuerst befragen (Angehörige, Meldende), dann einteilen: Raster über die Karte legen, Abschnitte bilden, abgesuchte Flächen markieren, Funkkanäle trennen.
  • Beginne dort, wo die Person zuletzt gesehen wurde. Die Wohnung durchsuchst du komplett vom Keller bis zum Dach, abgesuchte Bereiche besetzt du mit Posten.
  • Bei Hinweis auf ein Kapitalverbrechen (zum Beispiel Blutspur) sucht nur noch die Polizei weiter, der Ort ist ein möglicher Tatort.

Erste Maßnahmen

  • Angehörige oder Meldende befragen (Fragenliste unten) und erreichbar halten: Taucht die Person wieder auf, meldet sich der Meldende sofort.
  • Es bildet sich vermutlich eine große Einsatzleitung: mindestens einen ELW 2 bereitstellen oder die Leitung in einem geeigneten Feuerwehrhaus einrichten.
  • Suchtaktik entscheiden: Hunde (zuerst Mantrailer, wenn möglich, dann Flächensuchhund), Menschenkette oder Suchtrupps, Hubschrauber (nur außerhalb von Siedlungen).
  • Bereitstellungsraum einrichten und ein geländegängiges Fahrzeug zurückhalten, das sofort eingreift, wenn die Person gefunden wird.
  • Alle Gebäudezugänge besetzen, besonders Aufzüge.
  • Krankenhäuser, Arztpraxen, Nachbarreviere und Verkehrsbetriebe nach der Person fragen. Alte und demente Menschen gehen oft zu früheren Wohnorten und Lieblingsplätzen.
  • Psychologische Betreuung für Angehörige, bei belastenden Suchen (Kinder, bekannte Personen) auch für Einsatzkräfte.
  • Verpflegung und Ablösung rechtzeitig planen. Ersatzakkus für Funkgeräte und Lampen früh besorgen.

Nachalarmieren

  • Suchhunde, Wasserrettung (bei Gewässern im Suchgebiet in Bereitschaft halten), Hubschrauber mit Wärmebildkamera, Geländefahrzeuge, THW für Personal und Ausleuchtung, Ortskundige (Förster, Höhlenkundige), Höhenrettung.
  • Kostenfrage vor der Anforderung von Spezialeinheiten klären, im Zweifel über den Einsatzleiter der Polizei: wer bestellt, bezahlt.

Hinweise für die Suchtrupps

  • Alle Mitglieder eines Suchtrupps kommen aus derselben Organisation. Ist die gesuchte Person vermutlich bewaffnet oder aggressiv (auch bei psychischer Erkrankung), begleitet ein Polizist den Trupp.
  • Alle arbeiten mit dem gleichen Kartenmaterial, in großem Maßstab. Die Einsatzleitung kann GPS-Koordinaten und UTM ineinander umrechnen.
  • Orte, an denen sich die Person oft aufhält, mehrfach durch verschiedene Trupps absuchen.
  • Fotos der Person an alle Trupps ausgeben. Telefonnummern von Trupp und Einsatzleitung austauschen, private Handys sind erlaubt.
  • Bei Dunkelheit je nach Gelände die Suche unterbrechen, eine Wärmebildkamera kann helfen.
  • Hundeführer vorab fragen, welche Einsatzoptionen sie sehen und wie ihre Hunde ausgebildet sind.
  • Wenn kein Sicherheitsschuhwerk nötig ist, laufen sich Wander- oder Turnschuhe angenehmer.

Fragen an Angehörige oder Meldende

  • Name, Spitzname, Alter, Geschlecht, Größe, Körperbau, Frisur, Haarfarbe, Bart, Brille.
  • Getragene Kleidung (Farbe und Merkmale von Hose oder Rock, Oberteil, Jacke, Schuhen).
  • Seit wann wird die Person vermisst? Wo war der letzte Aufenthaltsort? Wo hält sie sich gern auf, bei wem?
  • Ist die Person gut zu Fuß (wie weit kann sie gekommen sein)? Kann sie gut schwimmen?
  • Ist sie suizidgefährdet, psychisch oder körperlich erkrankt, nimmt sie Drogen oder ist sie alkoholisiert?
  • Heimatadresse, Handynummer (Handyortung), Foto (elektronisch), Telefonnummer des Meldenden.

Was heißt das für dich?

  • Polizei führt, du unterstützt und gibst Struktur.
  • Befragen, Raster legen, am letzten Ort beginnen.
  • Wohnung und Aufzüge nicht vergessen.

Siehe auch: Hundestaffeln, Rettungshunde, Polizei, Drohnengruppen, Kartenkunde.

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Einsatzleitung
Polizei, Feuerwehr unterstützt
Suchbeginn
Dort, wo die Person zuletzt gesehen wurde
Reihenfolge Hunde
Zuerst Mantrailer, dann Flächensuchhund
Hubschrauber
Nur außerhalb von Siedlungsgebieten sinnvoll
Presse
Anfragen an die Polizei verweisen
Spezialkräfte
Kostenfrage vor Anforderung klären (wer bestellt, bezahlt)
Suchtrupp
Alle Mitglieder aus derselben Organisation

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