Das Wichtigste in Kürze
- H:Gas: Gasgeruch, Gasaustritt. Laut Katalog Zug mit 2 LF und 1 RW, Ex-Warngerät und Drucklüfter, 8 Atemschutzgeräte, MZF oder ELW 1. Gasversorger als sonstige Stelle.
- Zündquellen vermeiden: keine Schalter, keine Klingel, keine nicht Ex-geschützten Funkgeräte, Handys oder Lampen im Gefahrenbereich. Gasthermen können zünden, Klingeltableau besetzen.
- Messen vor dem Betreten (Ex-Warngerät). Erdgas ist leichter als Luft (sammelt sich oben), Zündgrenzen etwa 4 bis 17 Vol.-%. Propan ist schwerer als Luft (unten).
- Menschen warnen oder evakuieren, Türen und Fenster öffnen (Druckentlastung), Gasversorger anfordern, Hauptabsperrung schließen lassen.
- Brennenden Gasaustritt nicht löschen, außer Menschenleben sind in Gefahr. Bevorzugtes Löschmittel Pulver.
- Stichwort
- H:Gas (Nr. 16 im Katalog)
- Beispiele laut Katalog
- Gasgeruch, Gasaustritt
- Taktische Einheit
- Zug
- Löschmittel
- 1.000 l
- Fahrzeuge
- 2 LF, RW
- Besondere Einsatzmittel
- Ex-Warngerät, Drucklüfter
- Atemschutz
- 8 Atemschutzgeräte, 8 Atemschutzgeräteträger
- Führungskomponente
- MZF oder ELW 1
- Eigensicherung
- im Katalog mit „ja“ gekennzeichnet
- Rettungsdienst-Stichwort
- ja
- Rettungsmittel
- ohne Personen in Gefahr: RTW; mit Personen in Gefahr: RTW + NA
- Sonstige Stellen
- Gasversorger
- Hinweis
- Welche Kräfte für das Stichwort ausrücken, steht in der Alarm- und Ausrückeordnung deiner Wehr, die Katalogwerte sind nur Hinweise. Vor Ort entscheidet der Einheitsführer. Die Handgriffe übst du praktisch in der Wache.
Hinweis zur Tabelle: Stand der Katalogdaten: Juli 2015. Die Angaben sind Hinweise für mögliche Einsatzmittelketten. Maßgeblich ist die örtliche Alarm- und Ausrückeordnung.
Lage und Gefahren
Stoffe und Gefahren
- Erdgas: Zündgrenzen etwa 4 bis 17 Vol.-%, leichter als Luft (relative Dichte etwa 0,55 bis 0,75), Zündtemperatur etwa 575 bis 640 °C. Odoriert, aber Geruchsgewöhnung möglich.
- Flüssiggas (Propan, Butan): schwerer als Luft, sammelt sich unten (Keller, Schächte, Kanäle) (siehe Seite „Explosion“).
- Explosion im Bereich zwischen unterer und oberer Explosionsgrenze.
- Vergiftung und Sauerstoffmangel in Kellern und Schächten, Kohlenmonoxid (zum Beispiel durch Heizungen) wird mitgemessen.
- Baustellen: Gasgeruch kann von alten Rohrablagerungen stammen, ohne akute Gefahr.
Zündquellen im Gefahrenbereich
- Kein offenes Feuer, Rauchverbot verhängen und kontrollieren.
- Keine elektrischen Geräte: Lichtschalter, Türklingel, Telefon, Handy nicht benutzen. Nur Ex-geschützte Lampen und Funkgeräte.
- Fahrzeugmotoren abstellen.
- Gasthermen können versuchen zu zünden (Klingeltableau besetzen).
Vorgehen Schritt für Schritt
Ablauf
- Anfahrt aus Windrichtung, Aufstellung mit Abstand, Motoren aus, Gasversorger über die Leitstelle verständigen und Maßnahmen abstimmen.
- Erkunden: Wo riecht es? Betroffene Gebäude, Menschen im Gebäude? Warnen durch Durchsagen oder Klopfen, nicht klingeln.
- Messen: Ex-Warngerät, Konzentrationen prüfen, Messpunkte dokumentieren. Ex-Messung vor Betreten.
- Absperren: weiträumig, Windrichtung beachten, Schächte und Kanäle kontrollieren (Eindringen von Gas).
- Räumen: Gebäude sofort räumen.
- Lüften: Türen und Fenster öffnen (Druckentlastungsöffnungen), Drucklüfter nur, wenn er für explosionsgefährdete Bereiche geeignet ist (siehe Seite „Belüftungsgeräte und Überdruckbelüftung“).
- Absperren des Gases: Zählerhahn und Hauptabsperreinrichtung schließen lassen, Gasversorger bringt die Hauptabsperrung zum Schließen und findet die Ursache. Gasaustritt nicht selbst abstellen, wenn dadurch Druckgefahren entstehen können.
- Atemschutz und Sicherheitstrupp für Räume mit erhöhten Konzentrationen.
- Übergabe an den Gasversorger, Gebäude erst nach Freigabe wieder nutzen.
Brennender Gasaustritt
- Nicht löschen, außer wenn Menschenleben in Gefahr sind. Brennendes Gas ist kontrollierter Austritt, es entsteht keine explosionsfähige Atmosphäre.
- Löschmittel: bevorzugt Pulver. Umgebung kühlen, Übergreifen auf Objekte verhindern.
- Absperreinrichtung gegen Öffnen sichern, nur der Gasversorger darf später öffnen.
Typische Fehler
- Klingel oder Lichtschalter betätigt.
- Nicht gemessen, bevor Räume betreten wurden.
- Gasaustritt eigenmächtig abgestellt.
- Funk oder Handy ohne Ex-Schutz im Gefahrenbereich.
- Gasversorger zu spät eingebunden.
- Gasbrand gelöscht, ohne die Versorgung abzusperren.
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