Brand im Holzpelletlager

Brandeinsätze

Das Wichtigste in Kürze

  • Holzpellets niemals mit Wasser löschen. Sie quellen auf etwa das Doppelte des Volumens, das kann die Statik des Gebäudes gefährden.
  • Glutnester werden abgesaugt (mit einem Kanalsaugwagen) oder mit Inertgas (Stickstoff, Kohlendioxid) erstickt.
  • Erhöhtes CO im Lager heißt nicht automatisch Brand. Bei bis zu etwa 2.000 ppm geht man nicht von einem Glutnest aus. Ursachen können Ausgasen der Pellets, Rückströmung aus der Feuerung oder Selbsterwärmung sein.
  • Umluftunabhängiger Atemschutz, Wärmebildkamera, CO-Messgerät gehören zur Ausrüstung. Es ist meist genug Zeit für die Vorbereitung, weil sich Glut langsam ausbreitet.
  • Erst abschalten und abdichten: Heizung und Strom aus, alle Türen und Öffnungen zum Lager schließen.
Quellvermögen
Volumenzunahme etwa Faktor 2 in kurzer Zeit
CO-Schwelle
Bis etwa 2.000 ppm kein Glutnest anzunehmen
Silo über 200 t
Inertisierung ist die sicherste Methode
Großes Lager
Über 10 t: ggf. Saugfahrzeug des Pelletlieferanten
Löschwasser im Kanalsaugwagen
Etwas Wasser im Behälter zum Ablöschen abgesaugter Pellets
Grundlage
VDI 3464 Blatt 1

Warum nicht mit Wasser?

Holzpellets saugen Wasser auf und quellen stark (etwa Faktor 2 in kurzer Zeit). Dadurch können Wände, Decken und Lagerkonstruktion belastet werden. Flammen sollen so lange wie möglich nicht mit Wasser gelöscht werden, stattdessen saugt man glimmende Pellets ab.

Ausrüstung

Immer: umluftunabhängiger Atemschutz, Wärmebildkamera, CO-Messgerät, taktische Ventilation (unbetroffene Räume rauchfrei halten, Brandgase abführen). Dazu je nach Methode:

  • Absaugen: Kanalsaugwagen mit Metallsaugrohr-Aufsatz, etwas Wasser im Behälter zum Ablöschen. Bei Lagern über 10 t ggf. das Saugfahrzeug des Pelletlieferanten für nicht glimmende Pellets. Wenn ein Absaugstutzen vorhanden ist, kann man den Ventilator des Lieferfahrzeugs nutzen.
  • Inertgas: ausreichend Stickstoff oder CO₂ (nach Lagervolumen), Verdampfer, ständige Messung im ganzen Gebäude.

Vorbereitung

  • Heizungsanlage und Strom ausschalten.
  • Alle Türen und Öffnungen zum Lager schließen, auch Belüftungsöffnungen und belüftende Deckel.
  • Umluftunabhängigen Atemschutz anlegen.
  • Unbetroffene Bereiche durch taktische Ventilation schützen.
  • Löschleitung an der Einfüllöffnung und an der Lagertür bereithalten, um bei Ausbreitung sofort einzugreifen.

Brandbekämpfung durch Absaugen

  1. Saugleitung vom Kanalsaugwagen zur Lagertür oder an einen Stutzen legen, im Lager mit Saugschlauch verlängern.
  2. Pellets mit dem leicht mit Wasser gefüllten Kanalsaugwagen absaugen. Eine Staubexplosion oder ein Brand im Schlauch ist laut Empfehlung wegen der hohen Strömungsgeschwindigkeit nicht möglich.
  3. Abgesaugte glimmende Pellets nach dem Entleeren auf freier Fläche ablöschen.
  4. Statik der Lagerkonstruktion und Einbauten prüfen.
  5. Regelmäßig CO messen.

Brandbekämpfung mit Inertgas

  • Alle Öffnungen schließen, die nicht für den Gaseintritt und das Abströmen der Luft nötig sind.
  • Ausströmöffnung weit weg von der Einlassstelle wählen, zum Beispiel eine Öffnung in der Schräge und Ableiten nach draußen.
  • Zuleitung für das Gas verlegen und Gas einbringen.
  • Gaszusammensetzung der ausströmenden Luft kontrollieren.
  • Silos über 200 t: Inertisierung ist die sicherste und wirksamste Methode.

Besondere Lagerarten

  • Gewebesilo (Fertiglager): Meist kein Einstieg möglich. Pellets von außen über Revisionsöffnungen absaugen, notfalls das Gewebe schlitzen. Von außen beobachten.
  • Erdlager mit Domdeckel: Zuerst nicht betreten. Erreichbare Pellets von oben mit herabgelassenem Saugschlauch entfernen. Erst nach CO-Messung mit Atemschutz einsteigen.

Wenn nur das CO erhöht ist

Rückströmung aus der Feuerung: Lager unterdruckfrei nach draußen belüften (natürliche Lüftung ist besser als mechanische), Förderaggregate (Saugschläuche, Schneckenkanäle) auf schwarze Niederschläge prüfen, Heizanlage vom Fachbetrieb warten lassen.

Selbsterwärmung (Autooxidation der Fettsäuren): Das ist ein natürlicher Prozess im Holz. Er hängt von Holzart, Frische der Pellets und Temperatur ab. Temperatur der Schüttung mit Stabthermometer messen und mindestens stündlich beobachten, unterdruckfrei belüften, das Lager zu den Wohnräumen hin abdichten.

Siehe auch