Das Wichtigste in Kürze
- Explosion ist eine schnelle Verbrennung mit plötzlich freiwerdender Wärme und/oder Druckwirkung. Dazu zählen Verpuffung, Behälterzerknall und Fliehkraftzerknall.
- Typische Quellen: brennbare Gase und Flüssigkeiten, Dampf-Luft-Gemische, Stäube, Sprengstoffe, Druckgasflaschen.
- Falscher Löscheinsatz kann explodieren: Wasser in überhitztes Fett (Fettexplosion), Staub aufwirbeln (Staubexplosion).
- Schutz: Zündquellen vermeiden, Deckung nutzen, Gefahrenbereich beachten, Ex-Messung. Behälter nur aus Deckung kühlen.
Vorkommen
- Sprengstoffe, Munition, Feuerwerk.
- Behälter mit Restmengen brennbarer Flüssigkeiten (Dämpfe).
- Brände mit unvollkommener Verbrennung.
- Falsche Löschmaßnahmen: Wasser auf überhitztes Fett, Aufwirbeln von Stäuben durch Vollstrahl oder Belüftung.
- Als Folge von Bränden und Unfällen: Zerknall von Druckgasflaschen und Druckbehältern.
- Terror und Anschläge.
Wirkung
- Hitze, Flammen, Stichflammen (einige Meter lang).
- Hoher Druckanstieg, Knall, Lichtblitz.
- Mechanische Wirkung: Splitter, Spreng- und Wurfstücke (auch brennend).
- Druckgefäßzerknall: Zerstörung des Behälters durch Wärme oder Gewalt, bei brennbarem Inhalt zusätzliche Explosion.
- Fettexplosion: Wasser gelangt in heißes Fett, Fett spritzt heftig und brennt.
- Fliehkraftzerknall: schnell rotierende Teile brechen.
Erkennen und Verhalten
- Erkennen: Einsatzverlauf beobachten, Hinweisschilder an Gebäuden, Fahrzeugen, Versandstücken, Ex-Messung bei Gasen und Dämpfen.
- Zündquellen vermeiden.
- Staub nicht aufwirbeln, zum Beispiel Sprühstrahl statt Vollstrahl.
- Kein Wasser in überhitztes Fett.
- Deckung nutzen, Druckbehälter nur aus der Deckung kühlen.
- Gefahrenbereich und Absperrgrenze beachten, bei Explosionsgefahr weiträumig.
Explosionsarten richtig unterscheiden
- Verpuffung: Volumenvergrößerung, aber kein relevanter Druckaufbau.
- Deflagration: Explosion, bei der sich die Reaktionsfront unterhalb der Schallgeschwindigkeit ausbreitet.
- Detonation: Explosion, bei der sich die Reaktionsfront mit Überschallgeschwindigkeit ausbreitet, mit sehr hohem Druck.
- Hinweis: In der Lehrunterlage ist die Zuordnung zur Schallgeschwindigkeit vertauscht. Physikalisch richtig ist: Detonation = Überschall, Deflagration = Unterschall.
Voraussetzungen und typische Auslöser
- Explosionsfähiges Gemisch: Gas-Luft, Dampf-Luft, Nebel-Luft, Staub-Luft.
- Zündquellen: mechanische (Reibung, Funken), elektrische, Wärme- und chemische Energie.
- Dazu zählen auch: Fettexplosion, Knallgas bei Wasser auf extrem heiße Brände, Druckgefäßzerknall, Airbags und schlagartige Wasserdampfbildung (zum Beispiel Wasser im heißen Schornstein, siehe Seite „B:Schornstein“).
Sonderfall Pikrinsäure in Schulen
Pikrinsäure (2,4,6-Trinitrophenol) ist ein Feststoff, der in Schulen als pH-Indikator, Farbstoff oder Nachweisreagenz vorkommen kann, meist phlegmatisiert mit mehr als 23 % Wasser. In dieser Form ist sie nicht explosionsgefährlich, aber leichtentzündlich und giftig (beim Einatmen, Verschlucken, Hautkontakt).
- Besondere Gefahr bei ausgetrockneter Pikrinsäure: Sie gilt dann als Sprengstoff und reagiert sehr empfindlich auf Reibung, Erwärmung und Schlag. Schon das Öffnen des Gefäßes kann sie zur Explosion bringen.
- Kontakt mit Metallen (Spatel, Verschlüsse, Gefäße) vermeiden: Es bilden sich hochexplosive Metallpikrate.
- Erstmaßnahmen bei trockener Pikrinsäure oder Zweifeln: Gefäß nicht bewegen, nicht aufschrauben, nicht schütteln, Gefahrenbereich nach Menge und Lage festlegen und markieren, Personen fernhalten, weitere Maßnahmen mit Ordnungsbehörde und Polizei abstimmen.