Den Stichwortkatalog lesen

Brandeinsätze

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Leitstelle wählt aus dem landesweiten Stichwortkatalog ein Einsatzstichwort, das beschreibt, was passiert ist und welche Einsatzmittel ausrücken.
  • B: steht für Brand, H: für Hilfeleistung. Rettungsdienst-Stichworte beginnen mit K, R, V, M oder S.
  • Der Katalog gibt Hinweise für Einsatzmittelketten (Einheiten, Fahrzeuge, Zusatzmittel). Maßgeblich ist die örtliche Alarm- und Ausrückeordnung.
  • Auf den folgenden Seiten steht pro Stichwort eine Steckbrief-Tabelle mit den Angaben des Katalogs und dazu das taktische Vorgehen.
Dokument
Einsatzstichworte der nichtpolizeilichen Leitstellen im Land Brandenburg
Teil E Brand/THL
Version 7.1, Juli 2015: 18 Brandstichworte, 24 Hilfeleistungsstichworte
Teil Rettungsdienst
Version 2.8, Stand 19.03.2026 (Integrierte Regionalleitstellen des Landes Brandenburg)
Herausgeber
Regionalleitstellen Land Brandenburg

So liest du eine Katalogzeile

Jede Zeile besteht aus Nummer, Einsatzstichwort, Beispielen und den Hinweisen für mögliche Einsatzmittelketten:

  • Taktische Einheit: Staffel, Gruppe, Zug (oder 2 Züge), die mindestens alarmiert wird.
  • Löschmittel: benötigte Löschwassermenge in Litern, die mitgeführt werden soll.
  • Fahrzeuge: zum Beispiel „2 LF“ oder „1 LF, 1 TLF“.
  • Besondere Einsatzmittel: zum Beispiel Drucklüfter, Wärmebildkamera (WBK), THL-Satz, Rüstsatz Bahn, Boot.
  • Atemschutzgeräte und -geräteträger: wie viele Geräte und Träger vorgesehen sind.
  • Führungskomponente: MZF (Mehrzweckfahrzeug) oder ELW 1 (Einsatzleitwagen).
  • Eigensicherung, Rettungsdienst-Stichwort: Hinweise, die mit „ja“ markiert sind.
  • Personen in Gefahr / Rettungsmittel: Ohne Personen in Gefahr ist ein RTW vorgesehen, mit Personen in Gefahr RTW plus Notarzt (NA). Bei manchen Stichworten kommt eine MANV-Stufe dazu.
  • Sonstige Stellen: zum Beispiel Schornsteinfeger, Forst, THW, Gasversorger, Notfallmanager Bahn.
  • Besonderheiten: Zusätze bei Einsatz außerorts oder bei schlechter Löschwasserversorgung, dazu die Angabe, ob eine Drehleiter (DLK) erforderlich ist.

Abkürzungen aus dem Katalog

  • LF: Löschgruppenfahrzeug, TLF: Tanklöschfahrzeug, RW: Rüstwagen, DLK: Drehleiter mit Korb
  • MZF: Mehrzweckfahrzeug, ELW 1: Einsatzleitwagen 1
  • WBK: Wärmebildkamera, THL-Satz: Satz für technische Hilfeleistung (zum Beispiel hydraulisches Rettungsgerät)
  • AAO: Alarm- und Ausrückeordnung, BS: Brandschutz, BRASIWA: Brandsicherheitswache
  • SW: Schlauchwagen, LWV: Löschwasserversorgung
  • RTW: Rettungswagen, NA: Notarzt, MANV: Massenanfall von Verletzten
  • TMR: technische Menschenrettung

Mehr dazu auf den Seiten Fahrzeugnamen und Abkürzungen A bis Z.

Rettungsdienst-Stichworte (Stand März 2026)

Der Rettungsdienst benutzt eigene Stichworte (Version 2.8 vom 19.03.2026). Für die Feuerwehr ist wichtig, was bei einem gemeinsamen Einsatz gemeint ist:

  • K1:KTW (ein Krankentransportwagen, zum Beispiel sitzend oder liegend, mit Sauerstoff) und K2:KTW-Infektionsfahrt (zum Beispiel bei MRSA: KTW oder Infektions-KTW).
  • R-Stichworte: Die Zahl nach R gibt die Anzahl der Rettungswagen, die Zahl nach N die Anzahl der Notärzte an. R2N1 bedeutet 2 RTW und 1 Notarzt. Der Katalog führt R1N0 bis R4N3 auf (von 1 RTW bis 4 RTW mit 3 Notärzten). Die Wahl folgt der strukturierten Notrufabfrage der Leitstelle.
  • R1N0 nt: Notfalltransport mit Notfallkrankenwagen ohne Sondersignal (früher „R0“).
  • Sonderformen: R1N1 p = RTW, Notarzt und Rettungshubschrauber (Indikation Polytrauma, der RTH wird vorgeschlagen, die Alarmierung entscheidet die Leitstelle). R1N1 f = RTW, Notarzt und First Responder (bei mutmaßlicher Reanimationslage). R1N1 r = RTW, Notarzt und Feuerwehr oder trägerspezifisches Einsatzmittel (bei gesicherter Reanimationslage, nach Alarm- und Ausrückeordnung).
  • V-Stichworte (Verlegung): Transporte zwischen Einrichtungen, mit Rettungswagen oder Luftrettungsmitteln. V1R/V1N sind Primärtransporte am Boden (V1N mit Notarzt-Einsatzfahrzeug), V2R/V2N Sekundärtransporte am Boden, V3N ein Sekundärtransport und V4N ein Primärtransport mit Luftrettungsmittel. V5R sind im Vorfeld genehmigte Transporte (zum Beispiel Rücktransporte). V6R/V6N betreffen infektiöse Covid-19-Patienten.
  • M-Stichworte (Massenanfall): MANV-Klein 5 bis 9, MANV-Mittel 10 bis 19, MANV-Groß mehr als 20 Verletzte oder Erkrankte. ÜMANV-Sofort sind eigene Maßnahmen bei einem MANV anderer Träger, MAN-E meint eine größere Zahl Erkrankter (zum Beispiel Lebensmittelvergiftung in einer Einrichtung). Die Einsatzmittel regeln eigenständige lokale Regelungen.
  • S-Stichworte (bei Bedarf): zum Beispiel S1 Baby-Notarztwagen mit Inkubator, S2 Notfallseelsorge, S3 Organisationsfahrten, S4 polizeiliche Einsatzlage (Einsatz wird von der Polizei geführt), S5 Ausnahmelage (zum Beispiel Unwetter), S6/S9 Übergabe an die Polizei oder Erhalt von ihr, S7 Ablehnung von Einsätzen für Hubschrauber, S8 Rettungshundestaffel, S61 bis S63 im Zusammenhang mit Covid-19.
  • Alarmauftrag der Leitstelle: Ortsangabe, Name, Stichwort, Alter, Geschlecht, Zusatzinformation und Einsatznummer. Beispiel aus dem Katalog: „Musterstadt, Bahnhofstraße 0815, Mustermann, R1N1, 75 Jahre, w, Telefonreanimation, 194012345“.

Siehe auch