Das Wichtigste in Kürze
- Ein Fahrzeugname verrät Art, Größe und Ausstattung: Buchstaben = Fahrzeugart (LF, TLF, DLK …), Zahl = Leistungsklasse (z. B. LF 10 und LF 20 haben Pumpen mit 10 bar und 1000 bzw. 2000 l/min).
- Das H in HLF steht für Hilfeleistung: Das Fahrzeug trägt zusätzlich Gerät für die technische Hilfeleistung.
- Pumpenkürzel: FPN 10-1000 = Feuerlöschkreiselpumpe Normaldruck, 10 bar Nennförderdruck, 1000 l/min Nennförderstrom.
- Der Funkrufname besteht aus „Florian“, Leitstellenbereich, Träger des Brandschutzes und einer Kennung wie LF 16/12-2 (Beispiel: „Florian Havelland 10 LF 16/12-2“).
- Die Teilkennzahl ordnet die Fahrzeugart zu, zum Beispiel 14 = Kommandowagen, 11 = ELW 1, 83 = RTW.
Wer die Namen der Feuerwehrfahrzeuge lesen kann, versteht sofort, was auf der Einsatzstelle eintrifft. Diese Seite zeigt die Systematik. Die einzelnen Fahrzeuge folgen auf eigenen Seiten.
Was ist ein Feuerwehrfahrzeug?
Nach der Norm EN 1846-1 ist ein Feuerwehrfahrzeug ein Kraftfahrzeug, das zur Brandbekämpfung, zur technischen Hilfeleistung und/oder für Rettungseinsätze benutzt wird. Es muss dafür besonders gestaltet und eingerichtet sein, zur Aufnahme
- einer Besatzung,
- der feuerwehrtechnischen Beladung und
- von Lösch- und sonstigen Einsatzmitteln.
Die Besatzung eines Fahrzeugs ist eine taktische Einheit: Gruppe (1/8), Staffel (1/5) oder Selbstständiger Trupp (1/2). Sie sitzt im Fahrer- und Mannschaftsraum.
Die Fahrzeugtypen nach EN 1846-1
- Feuerlöschfahrzeuge: Löschfahrzeug, Sonderlöschfahrzeug
- Hubrettungsfahrzeuge: Drehleiter, Hubarbeitsbühne
- Rüst- und Gerätefahrzeuge
- Krankenkraftwagen der Feuerwehr
- Gerätefahrzeuge Gefahrgut
- Einsatzleitfahrzeuge
- Mannschaftstransportfahrzeuge
- Nachschubfahrzeuge
- sonstige spezielle Kraftfahrzeuge
Namen entschlüsseln: die Abkürzungen
- KLF: Kleinlöschfahrzeug
- TSF: Tragkraftspritzenfahrzeug
- TSF-W: Tragkraftspritzenfahrzeug mit Löschwasservorrat von 500 l
- MLF: Mittleres Löschfahrzeug mit eingebauter FPN 10-1000 und 600 l Löschwasser
- LF 10: Löschgruppenfahrzeug mit eingebauter FPN 10-1000 und 1200 l nutzbarem Löschwasser
- HLF 10: Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug mit eingebauter FPN 10-1000 und 1000 l nutzbarem Löschwasser
- LF 20 KatS: Löschgruppenfahrzeug mit eingebauter FPN 10-2000 und mindestens 1000 l Löschwasser
- LF 20: Löschgruppenfahrzeug mit eingebauter FPN 10-2000 und mindestens 2000 l Löschwasser
- HLF 20: Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug mit eingebauter FPN 10-2000 und 1600 l nutzbarem Löschwasser
- TLF 2000 / 3000 / 4000: Tanklöschfahrzeuge mit mindestens 2000 / 3000 / 4000 l Löschwasser (TLF 2000 mit FPN 10-1000, die größeren mit FPN 10-2000)
- DLA(K) 23/12: automatische Drehleiter mit Korb, Nennrettungshöhe 23 m bei Nennausladung 12 m
- RW: Rüstwagen
- GW: Gerätewagen, GW-L: Gerätewagen Logistik, GW-G: Gerätewagen Gefahrgut
- ELW: Einsatzleitwagen, KdoW: Kommandowagen
- MTF: Mannschaftstransportfahrzeug
- WLF / AB: Wechselladerfahrzeug / Abrollbehälter
Ältere Bezeichnungen wie LF 8/6 oder LF 16/12 stammen aus früheren Normen. Du findest sie noch auf vielen Fahrzeugen und in den Funkrufnamen.
Die Pumpe im Namen
Die Feuerlöschkreiselpumpe hat das Kurzzeichen FP. Dahinter steht der Druckbereich, danach folgen zwei Zahlen:
- N = Normaldruck, bis 20 bar
- H = Hochdruck, bis 54,5 bar
- 1. Zahl: Nennförderdruck in bar
- 2. Zahl: Nennförderstrom in l/min
Beispiel: FPN 10-1000 liefert bei 10 bar mindestens 1000 l/min. Die Werte sind Mindestwerte unter den in der Norm festgelegten Bedingungen (Nennsaughöhe 3 m). Genormte Typen sind unter anderem FPN 6-500, FPN 10-750, 10-1000, 10-1500, 10-2000, 10-3000, 10-4000, 10-6000 sowie FPN 15-1000, 15-2000, 15-3000 und die Hochdruckpumpe FPH 40-250.
Alte Pumpenbezeichnungen: FP 8/8 entspricht FPN 10-750, FP 16/8 entspricht FPN 10-1500 und FP 24/8 entspricht FPN 10-2000.
Gewichtsklassen
Die Norm teilt Feuerwehrfahrzeuge nach der Gesamtmasse ein:
- L (leicht): über 3,0 t bis 7,5 t
- M (mittel): über 7,5 t bis 16 t
- S (super): über 16 t
Die DIN SPEC 14502-1 unterteilt weiter (zum Beispiel LI und LII, MI bis MIII). Für den Maschinisten ist die Gesamtmasse wichtig, weil davon die nötige Fahrerlaubnis abhängt (siehe Seite Maschinist).
Die Beladung
Die Beladung eines genormten Löschfahrzeugs ist in neun Gruppen eingeteilt:
- Schutzkleidung und Schutzgerät
- Löschgerät
- Schläuche, Armaturen und Zubehör
- Rettungsgerät
- Sanitäts- und Wiederbelebungsgerät
- Beleuchtungs-, Signal- und Fernmeldegerät
- Arbeitsgerät
- Handwerkszeug und Messgerät
- Sondergerät
Was ohne Klammer in der Norm steht, muss auf dem Fahrzeug verlastet sein. Was in Klammern steht, ist Zusatzbeladung und wird auf Wunsch des Bestellers verlastet. Dazu gibt es Beladungssätze nach DIN 14800-18, zum Beispiel:
- A Kettensäge, B Strom, C Beleuchtung, D Schaum
- E Tragkraftspritze PFPN 10-1000, F Säbelsäge, G Trennschleifmaschine
- H Wasserschaden, I maschinelle Zugeinrichtung, J Waldbrand
- K Verkehrssicherung, L Grobreinigung und Dekontamination
- M hydraulischer Rettungssatz, N Hebekissensystem
Fest eingebaute Ausrüstung
Zum Aufbau eines Löschfahrzeugs gehören fest eingebaut unter anderem: Löschmittelbehälter (Wasser, Schaummittel, Pulver), die Feuerlöschkreiselpumpe, Schaumzumischsysteme, Druckluftschaumsysteme (CAFS), die Schnellangriffseinrichtung, ein Lichtmast, eine maschinelle Zugeinrichtung und Generatoren mit Schaltschrank.
Funkrufnamen in Brandenburg
Im Digitalfunk bezeichnet die OPTA (operativ-taktische Adresse) jedes Fahrzeug eindeutig. Sie hat 24 Stellen:
- Stelle 1–2: Bundesland (BB)
- Stelle 3–5: Organisation (zum Beispiel FW)
- Stelle 6–8: Leitstellenbereich
- Stelle 9–11: numerische Zuordnung des Trägers des Brandschutzes (zum Beispiel die Gemeinde)
- Stelle 9–24: Funktionsbezeichnung (zum Beispiel LF 16/12_2)
Gesprochen werden die Stellen 3 bis 24. Beispiel aus der Unterlage: Löschgruppenfahrzeug 16/12 (das zweite am Standort) der Gemeinde A-Dorf im Landkreis Havelland spricht sich „Florian Havelland 10 LF 16/12-2“.
Die Teilkennzahl nach dem Funkrufnamenerlass (Auszug)
Die Teilkennzahl steht im Funkrufnamen und sagt, was für ein Fahrzeug sich meldet:
- Führungskräfte: 01 Kreisbrandmeister / Amtsbrandmeister / Wehrführer, 02 erster Vertreter, 03 zweiter Vertreter
- Führung und Versorgung: 11 Einsatzleitwagen ELW 1, 14 Kommandowagen KdoW, 19 Mannschaftstransportfahrzeug
- Tank- und Löschfahrzeuge: 20 TLF 16 W 50, 23 TLF 16/25, 24 TLF 16/45 und TLF 24/50
- Hubrettungsfahrzeuge: 30 Drehleiter DL 30, 32 DL(K) 18-12, 33 DL(K) 23-12, 36 Teleskopmast
- Löschgruppen- und Tragkraftspritzenfahrzeuge: 40 KLF, 41 LF 8, 42 LF 8/6 und LF 10/6, 43 HLF 20/16, 44 LF 16/12 und LF 20/16, 45 LF 16-TS
- Rüst- und Gerätewagen: 50 Vorausrüstwagen, 52 Rüstwagen RW 2, 54 Gerätewagen Gefahrgut
- Schlauch- und Wechsellader: 62 Schlauchwagen SW 2000, 65 Wechselladerfahrzeug, 66 Abrollbehälter
- Sonstige: 74 Lastkraftwagen, 76 Krad
- Rettungsdienst: 82 Notarzt-Einsatzfahrzeug NEF, 83 Rettungswagen RTW, 85 Krankentransportwagen KTW
- Zur besonderen Verwendung: 90 Erkundungskraftwagen, 91 Dekontaminations-LKW, 95 Rettungshundestaffel