So läuft ein Hilfeleistungseinsatz ab

Technische Hilfeleistung

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigensicherung zuerst. Erst wenn die Einsatzstelle sicher ist, beginnt die Rettung.
  • Erstversorgung hat oberste Priorität. Eine zu rettende Person soll bis zur Übergabe an den Rettungsdienst nicht ohne Betreuung sein. Deshalb erkundet man nicht allein.
  • Merkwort ABS: Absichern der Einsatzstelle, Brandschutz sicherstellen, Stabilisieren der Lage (Patient und Fahrzeug oder Last).
  • Ordnung des Raumes: Absperrbereich, Arbeitsbereich und feste Ablageflächen für Geräte und entfernte Teile.
  • Die persönliche Schutzausrüstung wird den Erfordernissen des Einsatzes angepasst.
Gilt für
Gruppe, Staffel, Selbstständiger Trupp und Zug im Hilfeleistungseinsatz

Aufgaben der Mannschaft im Hilfeleistungseinsatz

  • Einheitsführer: führt, bestimmt Fahrzeugaufstellung, Ordnung des Raumes und die Standorte von Aggregaten. Er ist für die Sicherheit der Mannschaft verantwortlich.
  • Maschinist: sichert sofort die Einsatzstelle mit Warnblinkanlage, Fahrlicht und blauem Blinklicht, bedient die Aggregate und unterstützt bei der Geräteentnahme.
  • Melder: übernimmt befohlene Aufgaben, zum Beispiel Lagefeststellung, In-Stellung-Bringen der Einsatzmittel, Betreuen von Personen.
  • Angriffstrupp: rettet, führt bis zur Übergabe an den Rettungsdienst die Erstversorgung (mindestens Erste Hilfe) durch und leistet technische Hilfe.
  • Wassertrupp: sichert auf Befehl die Einsatzstelle gegen weitere Gefahren.
  • Schlauchtrupp: bereitet die befohlenen Geräte vor und unterstützt den Angriffstrupp.

Die Einsatzgrundsätze nach FwDV 3 (Kapitel 7.2)

  1. Eigensicherung beachten.
  2. Eine zu rettende Person soll nicht ohne Betreuung sein. Eine Erkundung sollte nicht allein erfolgen.
  3. Erstversorgung (mindestens Erste Hilfe) hat oberste Priorität.
  4. Die Rettung erfolgt unter Beachtung der rettungsdienstlichen Erfordernisse.
  5. Gesichert wird insbesondere vor fließendem Verkehr, Nachsacken oder Wegrollen von Lasten, Brandgefahr, herabfallenden Teilen, Dunkelheit und Betriebsstoffen und Energieversorgung.
  6. Weitere Gefahren beseitigen, besondere Gefahrenstellen kennzeichnen und absperren.
  7. Ordnung des Raumes: Absperrbereich, Arbeitsbereich, Ablagefläche für Einsatzmittel, Ablagefläche für entfernte Gegenstände.
  8. Schutzausrüstung dem Einsatz anpassen.
  9. Bei zu erwartender unzureichender Wasserversorgung (zum Beispiel Autobahn) ein Fahrzeug mit ausreichendem Löschmittelvorrat mitführen.

Absperrbereich und Arbeitsbereich

  • Arbeitsbereich: Hier arbeiten die Einsatzkräfte unmittelbar an der Gefahrenstelle, zum Beispiel um ein Unfallfahrzeug herum (ungefähr 5 m Radius). Dort halten sich nur die Kräfte auf, die gerade daran arbeiten.
  • Absperrbereich: Aufstellungs-, Bewegungs- und Bereitstellungsfläche für Einsatzkräfte und Einsatzmittel. Er liegt in ausreichendem Abstand zum Arbeitsbereich.
  • Geräteablage: Werkzeuge werden geordnet zum Beispiel auf einer Plane abgelegt, ebenso eine Ablage für den Rettungsdienst und eine für Schrott (ausgebaute Teile).

Die ersten Minuten bei einem Verkehrsunfall

  1. Fahrzeug aufstellen parallel zur Fahrbahn, Warnblinklicht und blaues Blinklicht an, Lenkung zur verkehrsabgewandten Seite eingeschlagen, Frontblitzer aus.
  2. Lagemeldung auf Sicht an die Leitstelle: Alarmbild und Adresse bestätigen, Anzahl und Art der Fahrzeuge, Rauch oder Feuer, Gefahrgut beteiligt?
  3. Erkunden mit dem Angriffstrupp: von vorne nähern, Personen ansprechen, Zustand und Einklemmung beurteilen.
  4. ABS-Erstmaßnahmen durch die Mannschaft parallel zur Erkundung (Einsatz mit Bereitstellung).
  5. Befehle nach der Erkundung, Einsatzschwerpunkte festlegen.

Siehe auch