Zusammenarbeit mit der Leitstelle

Funk und Leitstelle

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Leitstelle nimmt Notrufe an, alarmiert Einsatzkräfte und führt die Einsatzmittel-Disposition. Sie ist für dich rückwärtige Führungseinrichtung.
  • Kontakt im Netzbetrieb: mit Status 5 „Sprechwunsch“ melden, die Leitstelle fordert zur Lage auf.
  • Eine kurze Lagemeldung gehört zu jedem Einsatz: Was liegt vor? Welche Maßnahmen laufen? Was wird zusätzlich gebraucht?
  • Notruf nur bei Gefahr für Leib und Leben der Einsatzkräfte. Mayday gilt im Atemschutz-Notfall.

Kontakt mit der Leitstelle

  • Im TMO: mit Status 5 „Sprechwunsch“ melden.
  • Beispiel: „Florian Spree-Neiße 01/14/01 mit Sprechwunsch – kommen.“ – Leitstelle: „Sind aufnahmebereit, geben Sie Lage – kommen.“ – „Hier Florian Spree-Neiße 01/14/01 mit Lage: Brennt Küche in Einfamilienhaus, 1. Angriffstrupp mit PA und C-Rohr im Einsatz – kommen.“ – „Leitstelle verstanden – Ende.“
  • Statusmeldungen (3, 4, 1, 2) halten die Leitstelle über den Einsatzstand auf dem Laufenden.

Was die Leitstelle von dir braucht

  • Lagemeldung auf Sicht beim Eintreffen: Alarmbild und Adresse bestätigen oder korrigieren, Art und Umfang der Lage, Personen in Gefahr, Gefahrgut, Brand oder Rauch.
  • Nachforderungen: Stichwort erhöhen, weitere Kräfte, Rettungsdienst, Spezialkräfte, Netzbetreiber oder Gasversorger.
  • Zwischenmeldungen bei Lageänderung und Einsatzende.
  • Rufgruppe bei Wechsel bestätigen.

Was du von der Leitstelle bekommst

  • Alarmierung mit Einsatzstichwort, Adresse und Zusatzinformationen.
  • Hinweise zur Lage, soweit die Leitstelle sie bereitstellen kann (zum Beispiel Informationen zu beteiligten Fahrzeugen bei Verkehrsunfällen).
  • Stoffrecherche bei Gefahrgut.
  • Koordination mit Polizei, Rettungsdienst, Netzbetreibern und anderen Stellen.

Die fünf Regionalleitstellen in Brandenburg

Das Land hat fünf integrierte Regionalleitstellen (IRLS), die Feuerwehr und Rettungsdienst in ihrem Bereich zusammen koordinieren:

  • IRLS Brandenburg (Brandenburg an der Havel): Stadt Brandenburg an der Havel, Landkreis Potsdam-Mittelmark, Landkreis Teltow-Fläming. Hierzu gehört auch Werder (Havel).
  • IRLS Lausitz (Cottbus): Stadt Cottbus, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße. Rund 600.000 Einwohner auf 7.219 km² (Stand 2023), jährlich mindestens 300.000 Anrufe und rund 100.000 Einsätze, mit etwa 629 Feuerwachen, 47 Rettungswachen und 1.650 Einsatzmitteln.
  • IRLS Nordost (Eberswalde): Barnim, Oberhavel, Uckermark.
  • IRLS Oderland (Frankfurt/Oder): Stadt Frankfurt (Oder), Märkisch-Oderland, Oder-Spree.
  • IRLS Nordwest (Potsdam): Landeshauptstadt Potsdam, Havelland, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz.

Wichtig: Regeln können je Leitstellenbereich abweichen (zum Beispiel Status-Details, Rufnamen, Alarmierungsarten). Maßgeblich sind die Vorgaben deiner Leitstelle.

Was eine Regionalleitstelle leistet

  • Notruf 112 annehmen (europaeinheitlich), Einsatzstichwort bilden, Einsatzmittel auswählen und alarmieren.
  • Alarmierung: digitale Alarmierung (Meldeempfänger), teils per Digitalfunk, Sirenen in vielen Orten, Wachalarm auf den Feuerwachen.
  • Einsatzkoordination: Rettungsdienst, Feuerwehr, Katastrophenschutz, außerdem ärztlicher Bereitschaftsdienst (116 117) und Verlegungsflüge.
  • IVENA: Online-Nachweis über freie Betten und Aufnahmekapazitäten der Krankenhäuser für den Rettungsdienst.
  • Warnmeldungen und Unterstützung bei Großlagen.

Führung bei Großlagen: Befehlsstellensystem

Für Extremwetter, Unwetter und mehrtägige Großeinsätze (zum Beispiel Waldbrände 2018 und 2019) gibt es das Befehlsstellensystem nach FwDV 100. Es stellt Informations- und Kommunikationsmittel für Einsatzleitungen bereit (Betriebshandbuch, Nutzungsvereinbarung, Checklisten für Standort, mobile Befehlsstellen, Funkkonzept).

Siehe auch