Das Wichtigste in Kürze
- Menschenrettung hat Vorrang vor allem anderen. Danach folgt die Brandbekämpfung, damit sich das Feuer nicht ausbreitet.
- Die ersten Minuten: Fahrzeug aufstellen, Lage auf Sicht melden, erkunden, entscheiden, befehlen.
- Einsatz mit Bereitstellung, wenn der Einheitsführer den Auftrag noch nicht festlegen kann. Einsatz ohne Bereitstellung, wenn die Lage klar ist.
- Mit dem Innenangriff darf erst begonnen werden, wenn eine ständige Wasserabgabe sichergestellt ist.
- „Gefahr – Alle sofort zurück!“ beendet jede Maßnahme sofort. Der Einheitsführer prüft danach die Vollzähligkeit.
- Gilt für
- Gruppe, Staffel, Selbstständiger Trupp und Zug im Löscheinsatz
- Befehlsschema
- Einheit – Auftrag – Mittel – Ziel – Weg
Von der Alarmierung zur Anfahrt
Schon bei der Anfahrt denkt der Einheitsführer voraus: Was sagt das Einsatzstichwort? Welche Einsatzmittel habe ich? Wo könnte Wasser entnommen werden?
Der Angriffstrupp rüstet sich auf Befehl bereits während der Alarmfahrt mit Atemschutzgeräten aus. Befinden sich die Geräte nicht im Mannschaftsraum, legt er während der Fahrt nur den Atemanschluss (und gegebenenfalls die Feuerschutzhaube) an. Die Atemschutzgeräte folgen sofort nach dem Eintreffen.
Eintreffen und Fahrzeugaufstellung
Der Einheitsführer bestimmt, wo das Fahrzeug steht. Es muss einsatzfähig und ungefährdet bleiben. Dabei gilt es zu beachten:
- Windrichtung und Trümmerschatten (Bereich, in den Teile herabfallen können)
- fließender Verkehr
- Freileitungen und Fahrdrähte
- ausreichender Abstand zum Einsatzobjekt
- Zufahrt frei halten für Hubrettungsfahrzeuge und Rettungsdienst
Ist der Weg zwischen Fahrzeug und Verteiler weit (etwa mehr als fünf B-Druckschlauchlängen) oder unwegsam, legt die Mannschaft die nötigen Geräte (Atemschutzgeräte, Strahlrohre, Schläuche, Leitern, Sanitätsgerät) am Verteiler ab.
Danach folgt das Kommando „Absitzen!“, die Mannschaft tritt an, und die erste Lagemeldung geht an die Leitstelle.
Erkunden und entscheiden
Der Einheitsführer verschafft sich ein Bild der Lage. Er fragt sich:
- Sind Menschen in Gefahr? Wo, wie viele?
- Was brennt, und wohin kann sich das Feuer ausbreiten?
- Welche besonderen Gefahren gibt es (Gefahrstoffe, Gasflaschen, Elektrizität, Einsturz)?
- Wo gibt es Löschwasser?
- Welche Kräfte brauche ich zusätzlich? Nachalarmierung früh anfordern.
Auf Grundlage dieser Erkundung trifft er seinen Entschluss und gibt den Befehl. Die Erkundung geht danach weiter.
Der Befehl: mit oder ohne Bereitstellung
Einsatz mit Bereitstellung: Der Einheitsführer kann zunächst nur die Wasserentnahmestelle und die Lage des Verteilers festlegen, aber noch nicht Auftrag, Mittel, Ziel und Weg. Der Befehl enthält Wasserentnahmestelle und Verteiler und endet mit „Zum Einsatz fertig!“. Der Angriffstruppführer wiederholt das Kommando. Die Mannschaft baut die Wasserversorgung auf und hält sich bereit, während der Einheitsführer weiter erkundet.
Einsatz ohne Bereitstellung: Liegen genug Informationen vor, gibt der Einheitsführer nach einer kurzen Lageschilderung Wasserentnahmestelle, Verteiler und das Befehlsschema Einheit, Auftrag, Mittel, Ziel, Weg und beendet den Befehl mit „Vor!“. Der beauftragte Truppführer wiederholt den Befehl ab „Einheit“.
Durchführung
- Die Trupps gehen im Gefahrenbereich gemeinsam vor. Der Truppführer ist für den Auftrag und die Sicherheit seines Trupps verantwortlich.
- Befehle werden wiederholt, damit klar ist, dass sie verstanden wurden.
- Wasserversorgung: Bei Fahrzeugen mit Löschwasserbehälter wird zuerst von Fahrzeug zu Verteiler verlegt, danach zur Wasserentnahmestelle. Die Verbindung zur Entnahmestelle muss möglichst schnell stehen.
- Atemschutz: Angriffs- und Wassertrupp sollen mit Atemschutzgeräteträgern besetzt sein. Für jeden Atemschutzeinsatz muss ein Sicherheitstrupp bereitstehen.
- Trupps, die fertig sind, melden sich beim Einheitsführer.
- Rücknahme oder Stellungswechsel eines Strahlrohrs befiehlt der Einheitsführer (zum Beispiel „Wassertrupp, 1. Rohr zurück!“). Der Truppführer ruft „Rohr Wasser halt!“, die Einsatzkraft am Verteiler schließt den Abgang langsam.
Wenn nur eine Staffel oder ein Trupp da ist
Fehlen Einsatzkräfte, wird zuerst auf den Melder verzichtet, dann auf den Schlauchtrupp, schließlich auf den Wassertrupp. Ein Innenangriff mit Atemschutz ist nur mit mindestens einer Staffel möglich. Die Mannschaft eines Selbstständigen Trupps reicht dafür nicht aus.
Abschluss des Einsatzes
Der Einheitsführer befiehlt „Zum Abmarsch fertig!“. Der Maschinist schaltet die Pumpe ab, die Schlauchleitungen werden abgekuppelt, Geräte und Schläuche kommen zum Fahrzeug. Nach einem Schaumeinsatz werden die benutzten Schläuche, der Zumischer und das Schaumstrahlrohr gründlich gespült. Die Wasserentnahmestelle wird in ordnungsgemäßen Zustand gebracht.
Die Mannschaft tritt am Fahrzeug an, der Maschinist prüft, ob alles verlastet und das Fahrzeug fahrbereit ist, und meldet „Fahrzeug fahrbereit!“ oder was fehlt.