Sturm und Unwetter: Schutz und Verhalten

Bürgerinformation und Prävention

Das Wichtigste in Kürze

  • Sturm, Orkan, Tornado und Gewitterböen verursachen etwa die Hälfte aller Schäden unter den großen Naturereignissen.
  • Warnschema des DWD: Sturm 65 bis 84 km/h, schwerer Sturm 85 bis 105 km/h, orkanartige Böen 105 bis 117 km/h, Orkan ab 118 km/h.
  • Vor dem Sturm: lose Gegenstände sichern, Fenster und Türen schließen, in geschlossenen Räumen bleiben.
  • Bäume, Gerüste und herabhängende Stromleitungen meiden. Bei einem Tornado das unterste Geschoss im Inneren des Hauses aufsuchen.
  • Wohnwagen bieten keinen Schutz.
Weitere Informationen
wettergefahren.de, Warn-Apps (zum Beispiel NINA)

Windstärken und Auswirkungen

  • Sturm (65 bis 84 km/h): Zweige und dicke Äste brechen, Dachziegel lösen sich, Wohnwagen und Markisen können losgerissen werden.
  • Schwerer Sturm (85 bis 105 km/h): einzelne Bäume werden entwurzelt, Dächer abgedeckt, Gehen und Autofahren nicht gefahrlos möglich.
  • Orkanartige Böen (105 bis 117 km/h): verbreitet erhebliche Schäden, Gerüste mit Planen können umgerissen werden.
  • Orkan (ab 118 km/h): schwere Schäden an Gebäuden und Bäumen, Fahrzeuge können umkippen. Tornado: schwerste Schäden.
  • Sturm und Orkan treten großflächig (mehrere 100 km²) vor allem im Winterhalbjahr auf. Tornado und Gewitterböen sind kleinflächig und treten meist im Sommerhalbjahr auf.

Vorbeugen

Regelmäßig prüfen: Taschenlampe, batteriebetriebenes Radio, Dachbedeckung und Kamine, Antennen, Satellitenschüsseln und Solaranlagen, Vordächer und Vorbauten, Fassadenverkleidungen und Fensterladenarretierungen, Baumbestand (morsche, lose Äste).

Verhalten im Ernstfall

  • Warnungen über Radio, Fernseher oder Internet beachten.
  • Lose Gegenstände (Sonnenschirme, Fensterläden, Rollläden) hereinholen oder befestigen. Fenster und Türen schließen.
  • In geschlossenen Räumen bleiben.
  • Tornado: unterstes Geschoss im Innern des Hauses aufsuchen.
  • Bäume meiden, Gerüste und herabhängende Stromleitungen meiden. Fahrweise anpassen.
  • Hilfsbedürftigen Menschen in der Umgebung helfen.

Bei Evakuierung bereithalten

Trinkwasservorrat für einige Tage, Radio, Taschenlampe, Erste-Hilfe-Material, wichtige Dokumente in wasserdichter Mappe, Verpflegung und Wasser (1,5 Liter je Person für zwei Tage), Dosenöffner, Feuerzeug, Decke oder Schlafsack, Kleidung und Hygieneartikel, Kerzen.

Nach dem Sturm

  • Vorsicht vor Folgeschäden: abgebrochene Äste, lockere Dachziegel, beschädigte Bäume können nachträglich fallen.
  • Heruntergefallene Stromleitungen: Abstand halten, nicht berühren, 112 oder Netzbetreiber informieren. Auch Gegenstände, die die Leitung berühren (Zaun, Auto, Baum), können unter Spannung stehen.
  • Gebäudeschäden: Dach, Schornstein und Fassade erst vom sicheren Boden aus prüfen, nicht aufs Dach steigen.
  • Umgestürzte Bäume auf Straßen, Gleisen oder Gebäuden: melden, selbst nur arbeiten, wenn gefahrlos möglich. Spannungsbäume gehören in Fachhände.
  • Nachbarn helfen, vor allem Älteren und Alleinlebenden.
  • Schäden fotografieren und der Versicherung melden.

Wann 112, wann Hausmeister oder Fachfirma?

  • 112: Gefahr für Leben oder Gesundheit, Verletzte, Personen eingeklemmt, Strom, Gebäude droht einzustürzen, Straße oder Bahn blockiert.
  • Fachfirma oder Hausverwaltung: reine Sachschäden ohne akute Gefahr (loser Dachziegel, Markise).
  • Bei vielen Einsätzen Wartezeit einplanen, Feuerwehr setzt Prioritäten nach Gefahr.

Autofahrer und draußen unterwegs

  • Bei Sturm möglichst nicht fahren, Geschwindigkeit senken, auf Böen an Brücken und Waldstücken achten.
  • Wald und Parks meiden, bei Warnung nicht in Baumnähe parken.
  • Zu Fuß: Abstand zu Baugerüsten, Reklametafeln und Bäumen, Gebäudeecken meiden (Windspitzen).

Hinweis

Im Zweifel gilt: bei akuter Gefahr Notruf 112. Erste-Hilfe-Handgriffe übst du in einem Kurs.

Siehe auch