Das Wichtigste in Kürze
- H:klein sind kleine Hilfeleistungen wie Wasser im Keller und Baum auf der Straße. Laut Katalog genügt eine Staffel mit 1 LF.
- Die Feuerwehr wird zur Gefahrenabwehr tätig, nicht zur reinen Eigentumssicherung. Menschen und Gefahren (Strom, Verkehr, Gebäude) gehen vor Sachwerten.
- Wasser im Keller: zuerst Strom (Freischaltung durch Fachkraft), Ursache stoppen, Statik beachten, dann pumpen. Anschluss im Objekt nur mit Personenschutzschalter.
- Baum auf der Straße: Verkehr absichern, Freileitung und Spannung im Holz prüfen, sägen nur mit Ausbildung und Schnittschutz.
- Kostenersatz: In Brandenburg kann der Eigentümer eines Gebäudes, aus dem Wasser entfernt wurde, nach der Satzung zahlen (§ 45 BbgBKG).
- Stichwort
- H:klein (Nr. 1 im Katalog)
- Beispiele laut Katalog
- Wasser in Keller, Baum auf Straße
- Taktische Einheit
- Staffel
- Fahrzeuge
- 1 LF
- Hinweis
- Welche Kräfte für das Stichwort ausrücken, steht in der Alarm- und Ausrückeordnung deiner Wehr, die Katalogwerte sind nur Hinweise. Vor Ort entscheidet der Einheitsführer. Die Handgriffe übst du praktisch in der Wache.
Hinweis zur Tabelle: Stand der Katalogdaten: Juli 2015. Die Angaben sind Hinweise für mögliche Einsatzmittelketten. Maßgeblich ist die örtliche Alarm- und Ausrückeordnung.
Lage verstehen
Was gehört zu H:klein?
- Beispiele im Katalog: Wasser in Keller, Baum auf Straße. Dazu zählen auch ähnliche kleine Lagen (Ast auf Gehweg, Rückstau, Rohrbruch im Haus).
- Zuständigkeit: Die Feuerwehr wird zur Gefahrenabwehr gerufen. Ist keine Gefahr vorhanden und geht es nur um Komfort oder Eigentum, entscheidet die Einsatzleitung nach der Satzung des Trägers.
- Prioritäten bei mehreren Einsatzstellen: Menschenleben und akute Gefahren zuerst, kritische Infrastruktur, dann Sachschäden.
- Einsatzmittel: Staffel mit 1 LF. Je nach Lage Tauchmotorpumpe, Wassersauger, Stromerzeuger, Beleuchtung, Motorkettensäge oder Säbelsäge.
Kosten und Zuständigkeit (Brandenburg)
- § 45 Abs. 1 BbgBKG: Die Aufgabenträger können Gebühren nach ihrer Satzung erheben, zum Beispiel von Eigentümer, Besitzer oder Nutzungsberechtigtem eines Gebäudes, aus dem Wasser entfernt wurde.
- Hinweis an den Anfordernden am Einsatzort ist sinnvoll, die Entscheidung über Kosten trifft der Träger. Bei unbilliger Härte oder besonderem öffentlichen Interesse (zum Beispiel Unwetter) kann verzichtet werden (§ 45 Abs. 4).
- Wasserversorger: zuständig bis zur Wasseruhr, dahinter der Objekteigentümer.
Wasser im Keller
Erkunden
- Ursache: Rohrbruch, Rückstau aus der Kanalisation, Grundwasser, Starkregen oder Hochwasser? Läuft das Wasser noch nach oder ist die Quelle gestoppt?
- Menge: Fläche und Wassertiefe (Raumgröße mal Tiefe ergibt die Kubikmeter). Das bestimmt Pumpenzahl und Dauer.
- Strom: Verteiler, Sicherungskasten, Steckdosen, Geräte im Wasser? Bei möglichem Kontakt mit elektrischen Leitungen ohne Freischaltung: keine Tätigkeit im Wasser.
- Heizöltank, Gasanlage, Chemikalien: Ein Tank kann aufschwimmen, Öl oder Chemikalien machen das Wasser zu Gefahrstoff. Dann Umweltbehörde einbinden.
- Gase: Aus Kanalisation und Gruben können Faulgase steigen. Im Zweifel messen und belüften (siehe Seite „Atemgifte“).
- Statik: Besonders bei Hochwasser kann voreiliges Abpumpen Gebäudeteile gefährden, weil der Außendruck fehlt. Mit Hausbesitzer oder Fachkraft abstimmen.
Schritt für Schritt
- Eigenschutz: Stiefel mit Rutschschutz, Handschuhe, bei Verdacht auf Öl oder Chemikalien erweiterte PSA (zum Beispiel Chemikalienschutzhandschuhe).
- Elektrik: Hauptschalter oder Freischaltung durch Fachkraft (Elektriker, Energieversorger), gegen Wiedereinschalten sichern.
- Ursache bekämpfen: Zulauf absperren (Wasseruhr, Absperrhahn). Bei Rückstau die Ursache im Kanalnetz klären (Kommune, Abwasserbetrieb).
- Pumpen aufbauen: Tauchmotorpumpe oder Wassersauger, Schlauch ins Freie (siehe Seite „Tauchmotorpumpe und Wassersauger“). Abfluss so legen, dass nichts anderes überflutet wird.
- Strom für die Geräte: vom Feuerwehr-Stromerzeuger. Anschluss an Steckdosen im Objekt nur mit Personenschutzschalter (PRCD-S).
- Fördermenge prüfen: reicht die Pumpenleistung? Bei großen Mengen weitere Pumpen oder THW nachfordern.
- Wasserstand beobachten, bei Wiederanstieg Ursache neu bewerten.
- Nach dem Abpumpen: Raum lüften, Hausverwaltung oder Eigentümer informieren (Trocknung, Versicherung, Elektriker für Anlagenprüfung).
Baum auf der Straße
Erkunden
- Wo liegt der Baum? Fahrbahn, Gehweg, Radweg, Gleis, Hauswand?
- Freileitung? Alle herabhängenden Leitungen gelten als unter Spannung (siehe Seite „Elektrizität“). Netzbetreiber informieren.
- Spannung im Holz: Gebogene oder gekippte Stämme können klemmen oder beim Schnitt aufreißen und zurückschnellen.
- Hängt noch etwas in der Krone? Abgebrochene Äste (sogenannte „Hänger“) können jederzeit herabfallen.
- Verkehr: Schnell- oder Landstraße, Dunkelheit, Sichtweite?
Schritt für Schritt
- Einsatzstelle absichern: Fahrzeug so stellen, dass es die Stelle schützt, Warnblinkanlage und Blaulicht, Warndreieck und Leitkegel nach den Regeln der Verkehrsabsicherung (siehe Seite „Einsatzstelle gegen Verkehr sichern“).
- Leitungen klären: Bei Berührung mit Stromleitungen Abstand halten, nicht berühren.
- Arbeiten nur mit Befähigung: Motorkettensäge nur mit Ausbildung, Schnittschutz, Visier und Gehörschutz (siehe Seite „Motorkettensäge“). Dünne Äste und Stämme auch mit der Säbelsäge.
- Sägereihenfolge: erst entlasten, dann trennen: Druckseite zuerst anschneiden, dann von der Zugseite. Wirkbereich frei von Personen.
- Wegräumen: Äste und Stämme von der Fahrbahn bringen (Zwischenlagerung im Seitenraum, nicht auf dem Radweg).
- Fahrbahn kontrollieren: Rest, Splitter, Blätter, Öl. Straße freigeben durch Polizei oder Straßenbaulastträger, die Feuerwehr übergibt die Einsatzstelle.
Typische Fehler
- Strom nicht freigeschaltet oder Leitung unterschätzt.
- Wasser abgepumpt, ohne Statik und Ursache zu klären.
- Pumpenstrom aus der Hausinstallation ohne Personenschutzschalter.
- Motorsäge ohne Ausbildung oder ohne Schnittschutz.
- Einsatzstelle nicht abgesichert (Verkehr).
- Nicht dokumentiert (Zeit, Maßnahmen, Anfordernder).
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