Drehleiter aufstellen: die HAUS-Regel

Fahrzeuge

Das Wichtigste in Kürze

  • Die HAUS-Regel hilft beim Aufstellen von Drehleiter und Hubarbeitsbühne: Hindernisse, Abstände, Untergrund, Sicherheit. Merksätze: hochschauen und nach hinten schauen, abmessen und abschreiten, nach unten schauen und untersuchen, sorgfältig arbeiten und die Sinne einschalten.
  • Aufstellflächen der Feuerwehr sind für 10 t Achslast und 16 t Gesamtgewicht ausgelegt. Nicht auf Gehwegen abstützen, unbefestigten Boden sorgfältig prüfen, bei Löschwassereinsatz weicht der Boden auf.
  • Kein Einsatz bei Gewitter. Ab Windstärke 8 nur noch zur Menschenrettung, ab Windstärke 10 den Betrieb einstellen.
  • Freileitung berührt: ruhig bleiben, nichts anfassen, 20 m Abstand, Leitung freischalten und erden lassen, erst dann absteigen.

H: Hindernisse

  • Hindernisse bei Aufstellung und Anleitern vermeiden. In enge Straßen und Sackgassen fährt die Drehleiter zuerst ein. Hubarbeitsbühnen brauchen besonders viel Platz.
  • Bei Einsätzen in geringer Höhe möglichst über das Heck anleitern.
  • Sicherheitsabstände zu elektrischen Leitungen einhalten. Leitungen im Bewegungsbereich des Auslegers abschalten und erden.

A: Abstände (Richtwerte für Leiterklasse 30 m)

  • Die Werte gelten nur als Richtwert, ermittle sie für deine eigene Drehleiter. Oft schwenkt auch das hintere Auslegerende über die Fahrzeugkontur oder die Abstützung hinaus.
  • Drehleiter: 1,50 m von der Fahrzeugkante für die volle Abstützbreite. 2 m von der Kante für den drehenden Leitersatz auf der unbelasteten Seite. 7 m vom Objekt bis zur Drehkranzmitte für die maximale Rettungshöhe. 9 m für das Anleitern in geringer Höhe und das Durchleitern von Toreinfahrten.
  • Hubarbeitsbühne: 2 m für die volle Abstützbreite, 5 m vom Objekt zur Drehkranzmitte für die maximale Rettungshöhe, 6 m für das Anleitern in geringer Höhe, 14 m zum Durchleitern von Toreinfahrten.
  • Immer 10 m Freiraum hinter dem Fahrzeug. Nicht im Trümmerschatten aufbauen, im Winter auf abrutschenden Schnee und Eis achten.

U: Untergrund

  • Öffentliche Verkehrsflächen sind meist ausreichend befestigt, unbefestigten Untergrund prüfen. Gehwege nicht belasten.
  • Zum Verbreitern der Auflagefläche nur die mitgelieferten Klötze oder Platten verwenden, im Winter auf die Winterseite legen.
  • Kippgefahr auf weichem, nachgiebigem Boden, besonders feucht oder durch Löschwasser aufgeweicht.
  • Etwa 0,5 m Abstand zu Sielen, Gullys, Schachtabdeckungen und Grabenverrohrungen, etwa 2 m zu Böschungskanten mit Unterlegklötzen.
  • Seitwärts am Hang die Stützen auf der Bergseite gegebenenfalls nicht voll ausfahren.
  • Im Winter Eis und Schnee entfernen, um den Untergrund beurteilen zu können, Eisschuhe verwenden.
  • Unterlegklötze vergrößern die Fläche unter den Stütztellern (je nach Fahrzeug etwa 40 bis 63 %) und senken die Bodenpressung.

S: Sicherheit

  • Bewegungsbereich absperren, die Absperrung gilt auch für Einsatzkräfte. Zu rettende Personen von der Seite anfahren. Vor dem Besteigen Sprossengleichheit herstellen und den Motor abschalten.
  • Technische Anlagen: 0,5 m Abstand zu Mobilfunkanlagen, Abstand zu Radio- und TV-Sendern beim Betreiber erfragen, Photovoltaik und Solarthermie (Wasser bis 140 °C, Absturzgefahr von beschädigten Modulen).
  • Wasserbereich: Besatzung gegen Ertrinken schützen, zur Menschenrettung den Korb ausklappen, Korb nicht eintauchen (Lastzunahme und Strömung machen ihn instabil).
  • Frost: Nebenantrieb direkt nach dem Eintreffen einschalten, damit das Hydrauliköl warm bleibt, sonst ruckelt der Leitersatz. Gefrierendes Löschwasser kann Sensoren stören, Podium und Leiter werden rutschig.

Wind

  • In 20 m Höhe weht der Wind bis zu zwei Beaufort stärker als am Boden.
  • Beaufort 5 (etwa 40 km/h): Herstellerangaben beachten, zum Beispiel Halteleinen.
  • Beaufort 8 (etwa 75 km/h): nur noch Menschenrettung.
  • Beaufort 10 (etwa 100 km/h): Betrieb einstellen.

Kontakt mit einer Freileitung

  • Maschinist und Einsatzkraft im Korb bleiben ruhig auf ihrer Position und berühren nichts in ihrer Umgebung.
  • Keine „Rettungsversuche“ durch andere Einsatzkräfte, 20 m Abstand halten.
  • Sofort Freischaltung und Erdung der Spannungsquelle veranlassen. Absteigen erst, wenn die Leitung stromlos ist.
  • Bei Technikausfall kann die Rettung mit einem zweiten Hubrettungsfahrzeug sinnvoll sein.

Wenderohr und Werfer

  • Abstand zum Objekt: die 1,5-fache Gebäudehöhe (Trümmerschatten), gegebenenfalls mehr, weil die Wärmestrahlung bei Brandausbreitung stark zunimmt.
  • Vor den Gebäudeecken aufstellen: Dort schützen sie am besten vor nach außen fallenden Wänden.
  • Fahrerhaus zum Brandobjekt: einfachere Schlauchführung über das Heck und schnellerer Rückzug.
  • Korbbesatzung trägt umluftunabhängigen Atemschutz. Leitersatz höchstens 70° aufrichten und nur so weit ausziehen, wie nötig und laut Bedienungsanleitung erlaubt.

Was heißt das für dich?

  • HAUS: Hindernisse, Abstände, Untergrund, Sicherheit.
  • Messen und abschreiten, bevor du abstützt.
  • Wind, Gewitter und Leitungen entscheiden, ob du leitern darfst.

Siehe auch: DLK: Drehleiter mit Korb, Hubarbeitsbühne, Absturzsicherung im Korb, Solaranlagen.

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Aufstellfläche
10 t Achslast, 16 t Gesamtgewicht
Freiraum hinter dem Fahrzeug
Grundsätzlich 10 m
Abstand zu Gullys und Schächten
Etwa 0,5 m
Abstand zu Böschungskanten
Etwa 2 m, Unterlegklötze verwenden
Windstärke 5
Herstellerangaben beachten, zum Beispiel Halteleinen
Windstärke 8
Nur noch Menschenrettung
Windstärke 10
Betrieb einstellen
Wenderohr, Abstand zum Objekt
1,5-fache Gebäudehöhe
Leitersatz
Höchstens 70 Grad aufrichten

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