Angstreaktion und Panik an der Einsatzstelle

Gefahren der Einsatzstelle

Das Wichtigste in Kürze

  • Angstreaktionen sind Kurzschluss- und Schreckreaktionen von Einzelnen oder Panik von Menschenmengen, die sich bedroht fühlen.
  • Angst ist natürlich und schützt (schärft die Sinne), kann aber Fehlverhalten auslösen, bei Betroffenen, Tieren und Einsatzkräften.
  • Typisch: Fenster aufreißen, aus dem Obergeschoss springen, sich verstecken, Panik.
  • Wirksam: ruhig, sachlich und entschlossen auftreten, informieren, betreuen, gut ausgebildet sein.

Wo und bei wem?

  • An jeder Einsatzstelle möglich. Für Normalbürger ist ein Brand ein seltenes, extremes Ereignis.
  • Betroffene: Menschen in Lebensgefahr, Eingeschlossene, Angehörige in Sorge.
  • Tiere: fliehen, schlagen aus oder greifen an.
  • Einsatzkräfte: Auch sie reagieren mit Angst. Das ist menschlich.

Typisches Fehlverhalten

  • Fenster und Türen aufreißen und damit Brand und Rauch beschleunigen.
  • Sprung aus dem Obergeschoss.
  • Versuche, Kinder, Tiere, Wertsachen zu retten.
  • Verkriechen unter Betten, in Schränken (besonders Kinder).
  • Panik von Menschenmengen: Panikstarre oder Paniksturm.
  • Selbsttötung oder Versuch (Person droht zu springen) als besondere Lage.

Was hilft

  • Eigene Grenzen kennen, gut ausgebildet sein, die Ausrüstung sicher beherrschen.
  • Ruhig, sachlich, zuvorkommend auftreten. Vorgehen erst planen, dann ausführen.
  • Betroffene betreuen, informieren, Verhaltensregeln geben.
  • Bei Tieren Abstand, Deckung, Laufrichtung lenken.
  • Bei sich oder Kameraden Pausen einlegen, sich ablösen lassen, reden und zuhören. Hilfe holen (Peers, Feuerwehrseelsorge).

Beispiele aus der Praxis

  • Eine ertrinkende Person greift dem Retter um den Hals, um sich festzuhalten.
  • Vom Absturz bedrohte Personen warten nicht ab, bis ein Rettungsgerät (Leiter, Sprungretter) einsatzbereit ist, sondern handeln selbst.
  • Tiere folgen ihrem Herdentrieb, laufen ins Feuer zurück oder werden bissig.

Maßnahmen: Aufklärung über das, was passiert, beruhigende Gespräche, professionelles Auftreten der Retter, ausreichend Training, richtige Einsatztaktik, Notfallseelsorger einbinden.

Siehe auch