Das Wichtigste in Kürze
- Asbest ist ein Mineral mit Fasern. Die Gefahr besteht in lungengängigen Fasern, die durch mechanische Beanspruchung entstehen (Platzen, Brechen im Brand).
- Kritisch sind Fasern, die zugleich länger als 5 µm, dünner als 3 µm sind und ein Verhältnis von mindestens 3 : 1 haben.
- Vorkommen: Dacheindeckungen, Fassaden, Spritzasbest als Brandschutzbeschichtung, Dichtungen. Schwach gebundenes Material setzt mehr Fasern frei als fest gebundenes.
- Im Brand: Fasern steigen mit der Rauchwolke nach oben. Löschwasser bindet viele Fasern.
- Schutz: im Nahbereich Pressluftatmer, für rückwärtige Kräfte mindestens FFP3-Masken. Fahrzeuge nicht in die Rauchrichtung stellen, Lüftungen der Fahrzeuge aus.
- Nach dem Einsatz: PSA nicht in den Mannschaftsraum, staubdicht verpacken, professionell reinigen lassen, duschen.
- Kritische Faser
- Länge über 5 µm, Durchmesser unter 3 µm, Verhältnis über 3 : 1
- Gefahr
- Einatmen lungengängiger Fasern
- Vorkommen
- Dächer, Fassaden, Spritzasbest, Dichtungen
- Atemschutz
- Nahbereich Pressluftatmer, rückwärtige Kräfte FFP3
- Hygiene
- duschen, PSA staubdicht verpacken und reinigen lassen
Was ist Asbest?
Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „unauslöschlich“. Es ist ein natürliches Mineral, hitzebeständig, leitet keinen Strom und kann wegen seiner Fasern versponnen werden. Asbest ist chemisch nicht giftig. Gefährlich wird er, wenn durch mechanische Beanspruchung lungengängige Fasern entstehen. Dabei spielen Länge, Durchmesser und ihr Verhältnis eine Rolle: Als kritisch gelten Fasern, bei denen gleichzeitig gilt: Länge über 5 µm, Durchmesser unter 3 µm und Verhältnis Länge zu Durchmesser über 3 : 1.
Wo findet man ihn?
Asbest wurde als Dichtungs- und Isoliermaterial in Autos, Schiffen und Flugzeugen und als Baumaterial verwendet, vor allem als Dacheindeckung, Fassadenverkleidung und als Spritzasbest zur Brandschutzbeschichtung. Man unterscheidet schwach gebundene und fest gebundene Asbestmaterialien.
Im Brandfall
Bei einem Brand mit größeren Asbestmengen platzen und brechen Bauteile durch Hitze und mechanische Beanspruchung und setzen Fasern über den Luftweg frei, schwach gebundener Asbest stärker als fest gebundener. Die größte Menge steigt mit der Rauchwolke durch die Thermik nach oben von der Einsatzstelle weg. Löschwasser bindet sehr viele Fasern.
Vorgehen an der Einsatzstelle
Die Gefahrenmatrix AAAA-C-EEEE unterstützt die Führungskraft. Im Brandfall ist die Ausbreitung (A) wesentlich, einschließlich Kontamination, Wärmeströmung und Flugfeuer.
- Atemschutz: Im Nahbereich ist der Pressluftatmer zwingend. Rückwärtige Kräfte tragen mindestens eine FFP3-Maske. Einsatzstichworte auch auf zusätzliche PSA prüfen.
- Anfahrt: schon unterwegs auf die Windrichtung achten.
- Aufstellung: Topografie beachten, Fahrzeuge und Bereitstellungsräume nicht im Rauch oder in der möglichen Ausbreitungsrichtung der Brandgas- und Gefahrstoffwolke. Fenster, Türen, Klappen und Rollläden der Fahrzeuge geschlossen halten, Lüftungen abstellen.
- Erkundung: vollständig durchführen.
- Taktik: wenn möglich eine Taktik wählen, die weniger Kontamination erwarten lässt, zum Beispiel zuerst ein qualifizierter Außenangriff, dann erst der Innenangriff, Rauchschutzvorhänge, Löschnägel oder -lanzen.
Hygiene danach
Die Einsatzleitung legt die Hygienemaßnahmen abgestuft fest und schätzt ab, wie viel Asbest freigesetzt wurde und wie er sich ausgebreitet hat. Wer unmittelbar im Objekt gearbeitet hat, ist meist stärker kontaminiert.
- Essen, Trinken, Rauchen: bei stark verschmutzter Kleidung erst nach Ablegen der Kleidung und gründlicher Reinigung von Gesicht und Händen, außerhalb von Rußniederschlag und Rauchwolke.
- Atemanschluss erst ablegen, wenn die Einsatzkleidung gut durchlüftet ist (Ausgasungen).
- Stark verschmutzte PSA und Geräte nicht in den Mannschaftsraum: außerhalb ablegen oder staubdicht verpackt transportieren und einer professionellen Reinigung übergeben, mit dem Hinweis auf mögliche Asbestbelastung.
- Duschen nach dem Einsatz.
- Dokumentieren, wer im Einsatz mit der Belastung in Kontakt war.
Die Gefahrenlage ist verwandt mit Einsatzstellenhygiene und chemischen Stoffen, siehe die zugehörigen Seiten.