Das Wichtigste in Kürze
- Nach jeder Benutzung: Sichtprüfung der PSA. Regelmäßig prüfen befähigte Personen (zum Beispiel der Gerätewart), das Ergebnis wird dokumentiert.
- Schaden oder Zweifel: sofort der Benutzung entziehen und der Führungskraft melden. Beschädigte PSA wird ausgesondert.
- Pflege nach Herstellerangaben. Schutzanzug separat waschen, Karabiner und Rückenschilder vorher ab, Laugen-pH 7 bis 9, nie nass lagern.
- Reparieren darf nur der Hersteller oder eine von ihm autorisierte Fachfirma.
- Gebrauchsspuren sind kein Ehrenzeichen. Ein verbrannter oder verbeulter Helm gehört ausgetauscht.
- Pflicht zur Prüfung
- Träger der Feuerwehr, Wehrführung und jeder Einzelne
- Sichtprüfung
- nach jeder Benutzung
- Regelmäßige Prüfung
- durch befähigte Personen, dokumentiert
- Waschlauge
- pH-Wert 7 bis 9
- Beladung der Waschmaschine
- höchstens zwei Drittel
- Reparatur
- nur Hersteller oder autorisierte Fachfirma
Wer ist wofür zuständig?
Die Pflicht, die PSA zu pflegen und zu prüfen, liegt bei drei Stellen: bei der Gemeinde als Träger der Feuerwehr, bei der Wehrführung und bei dir als Feuerwehrangehörigem. Die rechtliche Grundlage steht in mehreren Vorschriften, vor allem im Arbeitsschutzgesetz, in der PSA-Benutzungsverordnung und in der Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“. Deren § 11 „Prüfungen“ sagt in kurzen Worten:
- Nach jeder Benutzung werden Ausrüstung, Geräte und PSA einer Sichtprüfung unterzogen.
- Zusätzlich werden sie regelmäßig von befähigten Personen geprüft. Das Ergebnis wird dokumentiert.
- Nach außergewöhnlichen Ereignissen (zum Beispiel Hitze, Chemikalienkontakt, Sturz) oder wenn die Sichtprüfung einen Schaden zeigt, folgt eine außerordentliche Prüfung.
- Bei Schäden, Mängeln oder Zweifeln an der Funktion wird die PSA unverzüglich der Benutzung entzogen und wenn möglich repariert.
- Stellst du selbst einen Schaden fest oder zweifelst du an der Funktion, meldest du das sofort deiner Führungskraft.
Die Vorschriften geben nur die Schutzziele vor. Wie gepflegt wird, bestimmt der Hersteller. Er muss laut Produktsicherheitsrecht Hinweise zu Pflege und Wartung mitliefern. Heb diese Unterlagen auf und halte dich daran.
Pflege des Schutzanzugs und der Handschuhe
Die folgende Liste folgt den Angaben gängiger Hersteller. Im Zweifel gilt immer das Pflegeetikett und die Herstellerinformation.
Vor dem Waschen
- Alle Taschen leeren, Reißverschlüsse und Klettverschlüsse schließen.
- Rückenschilder entfernen, weil sie in der Trommel durch das Reiben abgenutzt werden.
- Karabiner und Gurte entfernen, denn sie rauen den Stoff beim Schleudern auf.
- Stark verschmutzte Kleidung eventuell vorwaschen.
- Möglichst auf links drehen (Futter nach außen).
Beim Waschen
- Schutzkleidung separat waschen, damit sich kein Fremdmaterial auf der Oberfläche absetzt.
- Waschlauge mit pH 7 bis 9.
- Die Maschine höchstens zu zwei Dritteln der angegebenen Kapazität beladen.
- Nicht bleichen, nicht schrubben.
- Gründlich spülen, damit keine Waschmittelreste bleiben. Nach mehreren Wäschen kann eine Nachimprägnierung sinnvoll sein.
Im Alltag
- Abrieb und Ausbleichen vermeiden: Sie schwächen das Material.
- Öle, Fette und Staub fernhalten, denn sie sind brennbar oder verändern die Eigenschaften des Stoffes.
- Nicht mit Sicherheitsnadeln oder spitzen Gegenständen markieren, sonst wird die Nässesperre (Membran) zerstört.
- Nicht in direktem Sonnenlicht lagern (Verblassen), nie nass lagern (Schimmel).
Pflege des Helms
- Nach Gebrauch in einer Schutzhülle oder im Spind aufbewahren, geschützt vor Licht, Feuchtigkeit und Abgasen.
- Vor dem Verstauen trocken und sauber.
- Verschmutzungen zuerst mit lauwarmem Wasser und Lappen abwischen, nur bei starkem Schmutz etwas Spülmittel.
- Stöße vermeiden: Helme nehmen Aufprallenergie auch durch Verformung oder Zerstörung der Schale auf. Ein heruntergefallener Helm wurde unter Umständen schon beschädigt.
- Befestigung von Innenausstattung und Anbauteilen kontrollieren, den Helm regelmäßig auf Schäden untersuchen.
- Defekte Teile nur durch Originalteile ersetzen. Stark verschmutzte Innenteile und Stirnbänder aus Hygienegründen austauschen.
Pflege von Stiefeln und Haube
- Stiefel nach Gebrauch mit klarem Wasser abspülen und falls nötig mit einer Bürste reinigen. Danach trocknen lassen und mit der vom Hersteller empfohlenen Schuhcreme pflegen. Bei Schnürstiefeln die Lasche nach vorn ziehen und mitpflegen.
- Feuerschutzhaube nach Herstellerangaben waschen und pflegen.
Wann wird ausgesondert?
Die Merkblätter geben diese Beispiele. Sie ersetzen nicht die Herstellerangaben, die weitere Kriterien nennen können.
Schutzanzug:
- Löcher oder Risse im Obermaterial
- starke Ausbleichungen
- Beschädigung des Obermaterials durch Hitze
- beschädigtes Reflexmaterial
- defekter Reißverschluss
- aufgerissene Naht
Helm:
- Verformungen oder Kratzer, die ins Material gehen
- andere nicht reparable Schäden
- die vom Hersteller angegebene maximale Lebensdauer ist erreicht
Stiefel:
- tiefe, ausgeprägte Risse im Oberleder (mehr als die halbe Materialdicke)
- starker Abrieb, sodass die Vorder- oder Zehenschutzkappe freiliegt
- Verformung, Abbrand, Schmelzspuren, Blasen oder aufgerissene Nähte am Schaft
- Laufsohle mit Rissen länger als 10 mm und tiefer als 3 mm
- Trennung von Oberteil und Sohle von mehr als etwa 10 bis 15 mm Länge und 5 mm Tiefe
- Profiltiefe im Biegebereich unter 1,5 mm
- zerstörte Brandsohle, defekter Verschluss, Futter oder Zehenkappe mit scharfen Kanten innen
Feuerschutzhaube: Löcher bedeuten aussondern.
Handschuhe: beschädigte oder durch Hitze und Nässe veränderte Handschuhe nicht weiterverwenden. Die Kriterien stehen in der Herstellerinformation.
Reparatur
Eine Reparatur darf nur der Hersteller oder eine vom Hersteller autorisierte Fachfirma durchführen. Ist eine Reparatur nicht möglich oder nicht wirtschaftlich, wird die PSA ausgesondert. Bei Zweifeln wendest du dich an den Gerätewart, der die PSA regelmäßig prüft und die noch vorhandene Schutzwirkung beurteilen kann.
Der Fehler mit der „Einsatzerfahrung“
In manchen Wehren gelten starke Gebrauchsspuren wie ein verschmutzter, hitzeverfärbter Helm oder kleine Schäden als Zeichen von Erfahrung. Das ist ein Irrtum: Eine solche PSA schützt nicht mehr sicher. Hier müssen Führungskräfte eingreifen und die Ausrüstung austauschen lassen. Nur eine zugeschnittene und funktionsfähige PSA schützt ausreichend.
Mehr zum Nachlesen
Die DGUV Information 205-020 „Feuerwehrschutzkleidung – Tipps für Beschaffer und Benutzer“ beschreibt Kennzeichnung, Anforderungen und Pflege. Für die Selbstkontrolle gibt es ein Poster zur Reparatur und Aussonderung von PSA mit Links zu den Kriterien für Helme, Jacken, Hosen, Stiefel, Haube und Handschuhe.