Das Wichtigste in Kürze
- Ziel: Die Kinder können einen Notruf richtig absetzen und wissen, welche Nummer wann gilt.
- Für wen: 8 bis 15 Jahre, 4 bis 20 Teilnehmende, mindestens zwei Betreuende.
- Dauer: Etwa 75 Minuten, geringe Vorbereitung.
- Idee: Rollenspiel mit Spieltelefonen, die fünf Fragen üben, Situationskarten und eine Reflexion.
- Wichtig: Es wird nie die echte 112 zum Üben gewählt. Alle Telefone sind Attrappen oder ausgeschaltet.
Worum geht es?
Viele Kinder wissen, dass es die 112 gibt, aber nicht, was sie am Telefon sagen sollen. Wer das einmal geübt hat, bleibt im Ernstfall ruhiger. In dieser Stunde spielen die Kinder Notrufe durch, ohne dass jemand wirklich angerufen wird.
Vorbereitung der Betreuenden
- Spieltelefone: Attrappen, ausgeschaltete Handys oder zwei Becher mit Schnur. Niemals die echte 112 wählen und keine Verbindung herstellen.
- Situationskarten schreiben: Zum Beispiel „In der Küche brennt der Topf“, „Ein Kind ist vom Fahrrad gefallen und blutet am Knie“, „Im Wald riecht es nach Rauch“, „Jemand liegt bewusstlos im Park“.
- Rollen klären: Eine Betreuerin oder ein Betreuer spielt die Leitstelle. Später können Kinder die Rolle übernehmen.
- Ruhe im Raum: Kleingruppen brauchen Abstand zueinander.
Ablauf
1. Einstieg: Was weiß ich schon? (etwa 10 Minuten)
Kurze Runde: Wer kennt die Nummer der Feuerwehr? Wer hat schon einmal einen Notruf gesehen oder gehört? Was ist ein Notfall, was nicht? Sammelt die Antworten an der Tafel.
2. Die fünf Fragen (etwa 10 Minuten)
Erkläre die fünf Fragen: Wo ist es? Was ist passiert? Wie viele Menschen sind betroffen? Wer ruft an? Warten auf Rückfragen. Die Kinder wiederholen sie im Chor und finden eine Eselsbrücke.
3. Demonstration (etwa 10 Minuten)
Zwei Betreuende spielen einen Notruf vor, einmal schlecht (Hektik, keine Adresse) und einmal gut. Die Kinder sagen, was sie bemerkt haben.
4. Rollenspiel in Dreiergruppen (etwa 20 Minuten)
Ein Kind ruft an, ein Kind ist die Leitstelle, ein Kind beobachtet. Die Gruppen ziehen Situationskarten. Danach tauschen die Rollen. Die beobachtende Person gibt Rückmeldung: Wurde der Ort genannt? Kamen alle fünf Fragen? Hat das Kind aufgelegt, bevor die Leitstelle fertig war?
5. Standort beschreiben (etwa 10 Minuten)
Ein Spiel: Ein Kind beschreibt einen Ort in der Nähe, ohne den Namen zu sagen, und die anderen raten, wo es ist. Das übt, den Ort zu beschreiben, wenn man die Adresse nicht kennt: Straßenschild, Geschäft, Brücke, Bushaltestelle.
6. Welche Nummer wann? (etwa 10 Minuten)
Karten mit Situationen werden den Nummern 112, 110, 116 117, Giftnotruf und Nummer gegen Kummer zugeordnet. Besprecht, was im Zweifel gilt: Im Zweifel die 112.
7. Abschluss und Reflexion (etwa 5 Minuten)
Frage: Was hat dich überrascht? Was wirst du zu Hause erzählen? Gib den Hinweis auf den Zettel mit den Nummern für den Kühlschrank.
Hinweise für die Betreuenden
- Ruhig bleiben und nicht bewerten: Fehler sind beim Üben erwünscht.
- Scherzanrufe: Betone, dass Scherzanrufe die Leitung für Menschen in Not blockieren.
- Ängstliche Kinder: Manche Kinder haben schon Notfälle erlebt. Biete ein Gespräch unter vier Augen an und zwinge niemanden zum Rollenspiel.
- Elternhinweis: Informiere die Eltern über die Stunde, vor allem bei jüngeren Kindern.
Wie prüfe ich das Ergebnis?
- Praktisch: Jedes Kind setzt einen Notruf ab und wird anschließend von den anderen beobachtet.
- Schriftlich: Der Test zum Thema Notruf und Einsatz steht als PDF zum Ausdrucken bereit.
- Mit der Jugendflamme: Ein Notruf im Rollenspiel ist eine Beispielaufgabe im Katalog der Jugendflamme (siehe Jugendflamme abnehmen).
Varianten
- Für Jüngere: Nur der Weg „Wo bin ich? Was ist passiert?“ mit Bildern.
- Für Ältere: Unter Zeitdruck oder mit störenden Geräuschen im Raum üben.
- Mit Besuch: Eine Disponentin oder ein Disponent der Leitstelle erzählt vom Alltag.
Wenn du mehr wissen willst
- Weitere Kinderseiten: Hilfe bei Unfällen und Unwetter und So läuft ein Einsatz ab.
- Funkregeln: Für Funk gibt es das Beispiel Funkausbildung.