Das Wichtigste in Kürze
- Ziel: Die Kinder wissen, wie sie bei einem Unfall helfen: Eigenschutz, Hilfe holen, bei der Person bleiben und die stabile Seitenlage kennen.
- Für wen: 8 bis 15 Jahre, 6 bis 20 Teilnehmende, mindestens zwei Betreuende, davon eine Person mit gültigem Erste-Hilfe-Kurs.
- Dauer: Etwa 90 Minuten, mittlere Vorbereitung.
- Idee: Die Rettungskette begreifen, dann Stationen zu Notruf, Verband und Seitenlage, am Ende ein kleines Planspiel.
- Wichtig: Diese Stunde ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Wiederbelebung wird nur von ausgebildeten Personen mit Übungspuppe gezeigt.
Worum geht es?
Kinder helfen gern, wissen aber oft nicht wie. Sie lernen, dass sie viel tun können, ohne sich in Gefahr zu bringen: ruhig bleiben, Hilfe holen, Erwachsene einweisen, bei der Person bleiben. Praktische Griffe lernen sie nur langsam und mit Anleitung.
Vorbereitung der Betreuenden
- Fachperson: Am besten leitet eine Person mit Erste-Hilfe-Ausbildung die Stationen oder ein Ausbilder einer Hilfsorganisation unterstützt.
- Material: Verbandkasten, Dreiecktücher, Binden, Pflaster, Rettungsdecke, Decken oder Matten, Spieltelefone, Karten mit Unfallsituationen.
- Raum: Platz zum Hinlegen. Geschützter Boden, keine Gefahrenquellen.
- Gefühle ernst nehmen: Manche Kinder haben Notfälle erlebt. Niemand muss mitmachen. Sprich vorher mit den Eltern.
- Keine echten Verletzungen: Verbände und Seitenlage werden nur an gesunden Kindern geübt, nichts wird unter Druck gesetzt.
Ablauf
1. Begrüßung und Einstieg (etwa 10 Minuten)
Frage: Wer hat schon einmal geholfen, wenn sich jemand verletzt hat? Was war schwierig? Sammle Antworten ohne zu bewerten. Nenne das Ziel: Wir lernen, wie wir ruhig helfen können.
2. Die Rettungskette (etwa 10 Minuten)
Stellt die Kette als Spiel nach: Fünf Kinder stehen nebeneinander, jedes ist ein Glied (Absichern, Notruf und Sofortmaßnahmen, Erste Hilfe, Rettungsdienst, Krankenhaus). Wenn ein Glied fehlt, bricht die Kette. Besprecht, welches Glied die Kinder selbst sein können.
3. Stationenlernen (etwa 40 Minuten, drei Stationen zu je 12 Minuten, 3 Minuten Wechsel)
- Station A, Notruf und Eigenschutz: Situationskarten. Was sehe ich? Ist es sicher? Was sage ich am Telefon? Mit Spieltelefon üben, siehe das Beispiel Notruf üben.
- Station B, Verband und Wunde: Ein Kind spielt die verletzte Person, ein anderes legt Pflaster oder eine Mullbinde an einem Unterarm an. Die Betreuerin zeigt es vor und gibt Hilfen. Starke Blutungen werden nur besprochen: direkt auf die Wunde drücken und sofort Erwachsene holen.
- Station C, stabile Seitenlage: Die Fachperson zeigt die Lage Schritt für Schritt. Danach üben die Kinder zu zweit auf Matten, mit Betreuung. Wichtig: Es muss nicht perfekt sein. Hauptsache, die Person liegt nicht auf dem Rücken.
4. Pause und Austausch (etwa 5 Minuten)
Getränke, kurze Entspannung. Frage: Was hat dich überrascht?
5. Planspiel (etwa 15 Minuten)
Eine Geschichte wird vorgespielt: „Im Park fällt ein Kind vom Klettergerüst und bleibt liegen.“ Die Gruppe geht gemeinsam durch: Eigenschutz, Hilfe holen, ansprechen, bei der Person bleiben, Rettungsdienst einweisen. Jedes Kind übernimmt eine Rolle.
6. Wiederbelebung kennenlernen (etwa 5 Minuten, nur Besprechung oder Demo)
Die Fachperson zeigt an einer Puppe „Prüfen, Rufen, Drücken“. Die Kinder schauen zu und probieren nur dann selbst, wenn die Fachperson es anleitet. Sie müssen es nicht können, sie sollen Hilfe holen und den AED besorgen. Siehe die Kinderseiten Wiederbelebung und Rettungsgeräte.
7. Abschluss und Reflexion (etwa 5 Minuten)
Frage: Was war das Wichtigste? Was möchtest du noch üben? Gib den Hinweis auf einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder und Jugendliche bei einer Hilfsorganisation.
Hinweise für die Betreuenden
- Eltern informieren: Schreibe vorab, was geübt wird. Bei Seitenlage und Berührung achten die Betreuenden auf Grenzen. Kein Kind wird gegen seinen Willen angefasst.
- Kein Leistungsdruck: Es geht um Mut zum Helfen, nicht um perfekte Technik.
- Aufsicht und Sicherheit: Auf Matten üben, nicht auf hartem Boden mit Gegenständen.
- Nachbesprechung: Biete nach der Stunde Gespräche an, wenn etwas Kinder bewegt hat.
Wie prüfe ich das Ergebnis?
- Praktisch: Jedes Kind nennt die Schritte bei einem Unfall und zeigt die Seitenlage, so gut es geht.
- Schriftlich: Der Test zum Thema Erste Hilfe steht als PDF zum Ausdrucken bereit.
Varianten
- Für Jüngere: Nur Rettungskette, Notruf und einfache Pflaster. Mehr Spiel, weniger Technik.
- Für Ältere: Mehr Zeit für die Stationen und gemeinsame Übung mit dem Kurs einer Hilfsorganisation.
- Mit Besuch: Ein Rettungsdienst zeigt einen Rettungswagen und erzählt aus dem Alltag.
Wenn du mehr wissen willst
- Versicherung und Erste Hilfe: Auf der Seite Versicherung und Erste Hilfe stehen Hinweise für die Betreuenden.
- Nach dem Einsatz: Wer geholfen hat, darf aufgeregt sein. Gespräche helfen.